Fränkische Schweiz - 2006


© Franz Sebald
www.sebaldreisen.de

 

Mi. 06.09.2006 - Hohenmirsberg - Tüchersfeld - Gößweinstein

Wie auch letztes Jahr, pünktlich zum Beginn der Sommerferien stellt sich das Wetter auf Kälte und Regen ein. Das sonnige Wetter Anfang September und der Stress der letzten Wochen bewegt uns kurzfristig ein paar Tage zum Wandern in der fränkischen Schweiz zu verbringen. Morgens um 7 Uhr aufgebrochen, treten wir bereits 1,5 Std. später im Fremdenverkehrsbüro in Pottenstein ein, um uns wegen einer Ferienwohnung zu informieren. Mit drei Angebote und einer Wanderkarte in der Hand, lenken wir zunächst in die ländliche Gegend um uns dann für die zweite Wohnung in Hohenmirschberg zu entscheiden. Die Kids helfen beim Einräumen fleißig mit, so dass wir sehr bald auf den Weg nach Tüchersfeld sind. Der Ort wird von Felszähnen überragt. Malerisch liegen die Fachwerkhäuser davor. Der Aussichtspunkt Fahnenstein wird gleich mit Begeisterung erklommen. Den Nachmittag verbringen wir im Wallfahrtsort Gößweinstein. Auf unserer Rundwanderung streifen wir einige wunderschöne Aussichtspunkte, die auf Felsen rund um die Ortschaft verteilt sind. Stets und immer wieder von einer anderen Perspektive können wir den Blick auf Basilika und Burg bewundern. Die barocke Dreifaltigkeitsbasilika zu Gößweinstein ist die größte und bedeutendste Kirche der Fränkischen Schweiz. Sie wurde vom berühmten Baumeister Balthasar Neumann geplant.

 

Do. 07.09.2006 - Oberailsfeld - Waischenfeld

Durch das Ailsbachtal geht es heute von Oberailsfeld, auf dem 6 km langen Promenadenweg, zur Burg Rabenstein. Gerade prädestiniert für die Ansprüche von Philipp (12) und Lukas (5) ist die Tour entlang der vielen Höhlen. Eigentlich wollten wir den ganzen Rundweg mit 10 km bewältigen, doch wegen Baumfällarbeiten müssen wir einen Teil der Strecke abkürzen. Entlang eines schönen, weichen Pfades, der sich im auf und ab durch den Wald schlängelt, wandern wir der ersten Höhle entgegen. Schnell werden die Taschenlampen ausgepackt und kurz darauf verschwinden die Kinder in den dunklen Gängen. Die Freude ist groß und somit ist auch die Motivation für den weiteren Verlauf der Wanderung gesichert, denn auf dieser Strecke werden wir noch auf etliche Höhlen stoßen. Schritt für Schritt wird der Weg romantischer. Immer wieder kreuzen Felsformationen den Pfad. Bald steigt der Weg steil empor zum Schneiderloch, einer eindrucksvollen Durchgangshöhle hoch über dem Tal, genau der Burg Rabenstein gegenüber. Tief unter uns schlängelt sich der Ailsbach, den wir nach einem späteren Abstieg überqueren, um auf der gegenüber-liegenden Seite des Tals wieder steil aufzusteigen. Entlang des Höhenweges erreichen wir schon bald die Burg Rabenstein. Das traumhafte Wetter wollen wir nicht mit der Besichtigung dunkler Kammern vergeuden, so dass wir nur auf den Mauern der Festung unsere Mittagspause verbringen um anschließend den Rückweg anzutreten.

Fr. 08.09.2006 -Pottenstein - Pütlachtal

Gestern hatten die Kids vor lauter Höhlensuche ganz vergessen wie weit wir gelaufen sind. Was lag also näher, als für den heutigen Tag eine erneute Wanderung mit Höhlen zu planen. Das Schmankerl für diesen Tag, ein breiter Bach den wir später entlang wandern, wird noch nicht verraten. Vom Parkplatz beim Schusterkreuz am Ortsrand von Pottenstein starten wir unsere Wanderung. Der Aufstieg zum Bergwachthaus geht mitten durch den Wald steil bergauf. Der mühsame Aufstieg wird belohnt mit einem wunderschönen Blick auf Pottenstein und Burg. Gleich neben dem Bergwachthaus verrät uns ein Schild den Abstieg zum Ort, um später wieder auf der gegenüberliegenden Seite zur 1000 jährigen Burg aufzusteigen. Sie ist die älteste Festung der Fränkischen Schweiz. Da sie sehr klein ist, verzichten wir auf eine Besichtigung und steigen empor zu einem nahe gelegenen Aussichtspunkt. Uns offenbart sich eine phantastische Sicht auf eine großartige Landschaft. Über die weite Hochfläche geht`s entlang eines Trockenrasens bis zum Waldrand, wo wir im Schatten des Waldes zur Hasenlochhöhle absteigen. Das gewaltige Loch wurde schon von den Neandertalern besiedelt und von Lukas und Philipp per Taschenlampe genauestens erforscht. Der lange Ziehweg durch den Wald wird überbrückt mit der Vorfreude auf das Schmankerl des Tages. Kaum ist das Rauschen des Baches zu hören, sind die Kinder nicht mehr zu bremsen. Wie schaffen wir bloß den langweiligen Rückweg zum Parkplatz? Vielleicht motiviert der abendliche Besuch in der Pizzeria noch ein wenig. Die Püttlach erreicht, finden wir prompt ein sonniges Plätzchen, direkt vor dem Bach, wo wir unsere ausgiebige Mittagspause verbringen. Die Kinder sind beschäftigt mit dem Fahren lassen von selbst gefalteten Papierbooten, wir entspannen in der warmen Sonne. Um den Rückweg doch noch ein wenig interessanter zu gestalten, disponieren wir um und machen noch einen kleinen Umweg zum Predigerstuhl, wo wir noch eine Höhle entdecken.

Sa. 09.09.2006 - Unteraufseß - Streitberg - Ebermannstadt

Der kleine Ort Aufseß kann gleich mit zwei Schlössern trumpfen. Mitten im Ort geparkt, blicken wir über die malerischen Fachwerkhäuser auf, zum Schloss Unteraufseß. Die Karte am Parkplatz weist uns eine Wanderroute um den Ort zum Schloss Oberaufseß, dem wir auch gleich folgen. Intensiv bummeln wir durch die Gassen, bis wir den kleinen Palast erreichen. Drei runde Türme schmücken den Prachtbau und eine kleine Kapelle vollendet den stimmungsvollen Ort. Über die weite Flur erreichen wir einen Wald, in dem wir zu einem Aussichtspunkt aufsteigen. Beim Galeriefelsen, einer Plattform auf einem senkrecht abfallenden Fels, mit herrlichem Blick auf das Aufseßtal, verbringen wir unsere Mittagspause. Der Rückweg verläuft zur Freude der Kinder entlang der Aufseß, in der zahlreiche Forellen neben uns her schwimmen. Am Nachmittag lenken wir weiter nach Steitberg. Das Dorf liegt malerisch im Wiesenttal und wartet mit einigen Sehenswürdigkeiten auf. Entlang eines Rundweges, der mit einem Amoniden gekennzeichnet ist, steigen wir auf zum Prinz Rupprecht Pavillon. Er ruht auf einem steilen Fels von dem aus wir einen großartigen Blick auf Streitberg und umliegende Felsformationen genießen. Nach dem Abstieg zum Ort führt der Pfad durch die Wiedenbachklamm. Die Kinder sind begeistert von den terrassenartigen Wasserfällen, die ab und zu mit Wasserspielen und -rädern geschmückt sind. Der anschließende Aufstieg zur ehemaligen Streitburg, von der allerdings nur noch Mauerreste zu sehen sind, wird belohnt mit tollen Aussichten auf eine großartige Landschaft. Weit in der Ferne ist Ebermannstadt zu erkennen, wo wir den Abend in einer gemütlichen Pizzeria verbringen.

 

So. 10.09.2006 - Hohenmirsberg - Pottenstein

Nach dem Frühstück ist Kofferpacken angesagt. Für den letzten Tag haben wir uns noch einen Höhepunkt aufgespart - den Besuch der Teufelshöhle. In Pottenstein geparkt, führt unserer Marsch direkt zur Höhle um zeitig an einer Führung teilzunehmen. Keine fünf Minuten stehen wir vor dem verschlossenen Tor, schon betreten wir dieses Prachtstück von Höhle. Der tiefe Abstieg in engen Gängen ist nicht jedermanns Sache, dafür begeistern riesige Stalaktiten und gewaltige Hohlräume um so mehr. Nach 1,5 km Führung durch die bizarre Steinwelt erreichen wir wieder das Tageslicht, das uns mit strahlender Sonne empfängt. Der Wanderweg lenkt uns direkt ins Klumpertal. Entlang eines kleinen Baches laufen wir durch dieses idyllische, vom Verkehr verschont gebliebenes Tal. Rechts und links des Weges gibt es ab und zu Felsformationen zu sehen, die leider unsere Kinder, wegen der fehlenden Höhlen, nicht ganz zufriedenen stellen. Vielleicht liegt es an der nahenden Abreise, dass auf dieser Runde keine so richtige Lust aufkommt. Jedenfalls haben wir wunderschöne Wandertage in der fränkischen Schweiz verbracht die uns mit Sicherheit lange in Erinnerung bleiben werden.

Franz Sebald

. | Home |

www.sebaldreisen.de

Web Design und Copyright 2006 by Franz Sebald