Gardasee Pfingsten 2002

© Franz Sebald                                                                                    www.sebaldreisen.de

 

Reisebericht als Textdatei (ohne Bilder)

Monheim – Limone – San Felice
26.05.02

Dieses Jahr geht’s erstmals mit unserem Kleinsten (Lukas 15 Mon.) auf Schnupperurlaub. Bis jetzt ist bekannt: Das er bereits bei Fahrzeiten bis zu 20 Minuten zu Maulen pflegt, mal sehen, wie das so urlaubstechnisch klappt. Frühmorgens gegen drei Uhr aufgestanden, die Kinder vorsichtig aus den Betten geholt – in der Hoffnung dass sie so lange wie möglich weiterschlafen. Erst am Brenner, wo auch noch starker Schneefall auftritt, reißt Lukas etwas verwirrt die Augen auf.
Später an einem Aussichtspunkt mit Superpanoramablick auf Torbole und Gardasee können wir erstmals das Südufer (Sirmione) ausmachen.

 

Mittlerweile ist der Himmel strahlend blau bei Temperaturen um die 24 °C. Wir schleifen die Serpentinen hinunter nach Torbole und weiter nach Riva. Entlang des Westufers lenken wir durch unzählige Tunnels nach Limone. Der Ort selbst ist ein touristischer Anziehungspunkt erster Güte. Malerische Gassen - alles bestens renoviert, Zitronenbäume und eine wunderschöne Seepromenade mit einem netten kleinen Hafen lassen uns einige Zeit verweilen.

Im weiteren Verlauf der kurvenreichen Straße haben wir den See stets vor Augen. An einem Aussichtspunkt, wo es mehrere hundert Meter senkrecht zum See hin abfällt, kommt Franz mit einem Wohmofahrer ins Gespräch. Letztes Jahr musste er in einem dieser Tunnels, wegen eines entgegenkommenden Lastwagens, ziemlich rechts fahren und riss dabei den halben Alkoven vom Womo herunter. Später beim Durchfahren eines dieser Tunnel -oft naturbelassen und dunkel- musste ich an ihn denken.

Spätnachmittags erreichen wir Camping Molino in San Felice (bei Salo), wo wir unsere gebuchte Blockhütte beziehen. Die Hütte in traumhafter Lage direkt am Uferrand des Sees, erweckt bei allen Begeisterung pur. Auch der Campingplatz, durchzogen von blühenden Rosen und Palmen ist wunderschön.

Ganz angetan sind Philipp und Lukas von einem Teich mit vielen Schildkröten die sich in der Sonne aalen. Mich begeistert mehr das malerische große Wasserrad hinter dem Restaurant, das früher einmal einer Mühle diente. Ganz originell ist der große Mühlstein, der in den ansprechend renovierten sanitären Anlagen integriert ist.

 

San Felice - Gardone
27.05.02

Frühmorgens bei bewölktem Himmel gefrühstückt, dann aufgebrochen zum botanischen Garten nach Gardone. Die über 100 Jahre alte Anlage ist durchzogen von Bächen, kleinen Wasserfällen und vielen Teichen.
Für ständige Unterhaltung, sorgen zwei Tonköpfe, die auf je einem zwei Meter hohen Bambuspfahl thronen. Zwischen ihnen führt eine Brücke über einen Bach. Um weiter zu kommen müssen wir sie überqueren. Nun ist es so, dass sie sich gegenseitig, in unregelmäßigen Abständen mit einem gewaltigen Schwall Wasser bespucken. Philipp kann sich nicht losreißen, er ist fasziniert vom Gekreische mehrerer Frauen, die so manchen Wasserstrahl abbekommen.
Leider ist es uns nicht vergönnt, das kleine Paradies bis in die späteren Nachmittagsstunden auszukosten. Bei einer Rast unter den exotischen Pflanzen spüren wir die ersten Regentropfen, kurze Zeit später springen wir im Laufschritt zu unserem Auto weil es erbarmungslos gießt. Im Supermarkt am Ortsrand von Salo sind wir überwältigt von der riesigen Fischtheke. Auch Tomaten gibt’s in mindestens zehn verschiedenen Sorten zur Auswahl. Bei den leckeren Sachen wird natürlich die ganze Woche italienisch aufgekocht.

 


San Felice – Manerba del Garda – La Rocca

28.05.02

Bei bewölktem Himmel, jedoch angenehmen Temperaturen machen wir uns auf den Weg zum Nachbarort Manerba del Garda einem Dorf mit ländlichem Charakter. Ein Schild verrät uns einen Weg zu einem Aussichtspunkt, dem wir auch gleich zu Fuß folgen. Unterwegs, nahe einer prunkvollen Villa – das krasse Gegenteil: Hinter einem Tor verbirgt sich ein uralter Bauernhof. Leiterwagen, Pferdegespanne und wild umherlaufende Kühe und Hühner die sich auf Bergen von Müll tummeln. Hier muss die Zeit vor 80 Jahren stehen geblieben sein. Als Franz den Fotoapparat enthüllt, knallt ihm der Besitzer das Tor direkt vor der Nase zu. Wir folgen dem aussichtsreichen Weg, bis wir Mauerreste einer alten Festung auf dem Felsen La Rocca erreichen. Von hier hätte man sicher einen herrlichen Blick, doch wir müssen diesmal mit tief hängenden Wolken vorlieb nehmen.

Zurück in der Hütte fröne ich meiner Vorliebe für Cappuccino, während ich den Seeblick genieße. Im Laufe des Tages hatte sich das Wetter in Sonnenschein gewandelt. Abends gönnen sich Philipp und Franz nochmals den Panoramablick vom La Rocca.
Dieses mal allerdings bei traumhafter Fernsicht. Als sich die Sonne dem Horizont nähert, werden Felsen und Festungsreste ihn leuchtenden Farben verzaubert und als Kontrast blühen überall leuchtend rote Mohnblumen. Natürlich kann ich es mir nicht verkneifen, ein paar spektakuläre Fotos, in gefährlicher Lage vor dem tiefen Abgrund zu schießen.

 

San Felice – Sirmione
29.05.02

Der freie Blick zum Supermarkt, lässt Philipp stets zur günstigsten Zeit vor Ort sein. Er ist ganz stolz, dass er täglich frische Brötchen und Crousaints zum Frühstück besorgen darf.

Heute steht die Halbinsel Sirmione auf dem Programm. Die Stadt liegt an der Spitze einer vier Kilometer weit in den See hineinragenden flachen Halbinsel. Ein Blickfang ist die mächtige Wasserburg, sie ist die besterhaltenste Norditaliens. Bereits von weitem können wir die gewaltigen Mauern der Festung erkennen. Ein einziges Tor bildet den Eingang in die Altstadt mit ihrem Gewirr enger Gassen. Menschenmassen schieben uns durch. Eigentlich ist von dieser Straße abzuraten, es sei denn, man ist überzeugter Massentourist. Ob es abseits der Hauptstraße gleichermaßen überfüllt ist? Wir wollen es wissen und verlassen den Touristenstrom. Rechterhand geht’s rein zu einer Kirche, dessen malerischer, säulendurchzogener Vorplatz uns mächtig beeindruckt.
Am Ende der Halbinsel gelangt man zu den „Grotten di Catullo“, die wir wegen schweißtreibenden Temperaturen und mangelnden Interesses – haben sie schon zweimal bestaunt - ruhen lassen.

Nachmittags planschen die Kinder im See - wir genießen die wärmende Sonne. Der Abend ist klasse: laue Nacht, leckere Tortellini mit Pilzen und viel guter Rotwein. Super!

 

San Felice - Salo
30.05.02

Beim morgendlichen Tretbootgeschunkel schläft Lukas –in eine Rettungsweste gehüllt- prompt auf dem Arm von Margit ein. Im Kinderwagen hatte er das nie getan. :-((

Nächstes größeres Ziel, welches wir ansteuern, ist die Seepromenade von Salo. Nach einem Erdbeben 1901 musste das Städtchen neu aufgebaut werden. Hier wurde auch um 1570 die Geige erfunden. Entlang der Promenade finden sich ausdrucksvolle Fassaden und malerische Dachterrassen.

An einem Geldautomaten vor einer Bank, wird unsere Karte aus nicht ganz unerklärlichen Gründen eingezogen. Im Gespräch, am Schalter kommen wir zwecks Rückgabe nicht weiter - die Mittagspause bis 15 Uhr steht kurz bevor. Franz holt die wartenden Kinder herein. Klein Lukas, der Freund aller Italiener zieht uns mit seinem Scharm glimpflich aus der Notlage.

Die Kids sind heute so richtig gut drauf. Abends lassen wir uns noch im Restaurant bei Nudelgerichten und Rotwein verwöhnen.

 

San Felice – Gargnano – Toskolano-Maderno
31.05,02

Viel zu früh (Lukas entschloss um 6:30 Uhr aufzustehen) rollen wir entlang der Uferstraße nach Toscolano-Maderno.
Eine Kirche, weit oben am Berghang erregt unser Interesse. Im Ort biegen wir von der Küstenstraße ab und gelangen nach einigen herrlichen und kurvenreichen Kilometern zur Kirche S. Martino von wo wir einen wunderschönen Panoramablick auf den See genießen. Über der Wasseroberfläche liegt ein weißer Nebelteppich, nur Hügel spitzen hervor. Ein märchenhafter Anblick! Schmale, immer enger werdende Straßen locken uns weiter den Berg hinauf. Nur noch selten kreuzen Fahrzeuge unseren Weg. Der Blick auf die Karte zeigt uns, wie gründlich wir uns verfahren haben.

Während Lukas nachmittags seinen Schlaf nachholt, verbringen wir ein paar Lesestunden auf der Terrasse.
Ganz aufgewühlt stürmen mehrere Menschen zum Seeufer. Margit und Philipp fassen es kaum, als sie ein Auto über den See schwimmen sehen. Es steuert direkt auf uns zu. An einer seichten Uferstelle fährt es heraus und verschwindet im Gemenge des Campingplatzes.
Später, beim verlassen des Platzes, sehen wir das Amphibienfahrzeug auf dem Hänger eines deutschen Geländewagens.

 

San Felice - Desenziano
01.06.02

Desenziano, schon oft durchfahren aber nie besichtigt, macht uns dieses Mal neugierig. Neben katastrophaler Parkplatzsuche -erst weit außerhalb werden wir fündig- hat die rund 2000 Jahre alte Stadt eigentlich wenig zu bieten. Wir schlendern entlang des Hafens Richtung Zentrum, drehen ein paar obligatorische Runden und begeben und schließlich wieder zurück zum Auto.

Rückwegs fahren wir neben zahlreichen Baumschulen, auch an einigen Töpfereien vorbei. An einer von unser letzten Gardaseereise bekannten Töpferei machen wir Halt. Franz ist ganz angetan von einer größeren Terrakotta–Eule. Doch auch hier hat der Teuro Einzug gehalten. Wir entschließen uns zu einer etwas günstigeren, massiven Amphore, die uns später bei der Abreise mächtige Platzprobleme verschafft.

 

San Felice - Monheim
02.06.02

Nach morgendlicher Reinigungsaktion verlassen wir die Hütte und machen uns dieses mal erstmals über die Südspitze (Peschiera) auf den Heimweg. Stau und zähfliesender Verkehr lässt uns schon an dieser Entscheidung zweifeln. Wäre es entlang der Westuferstraße über Riva doch besser gewesen? Bereits bei der Anreise bewog uns ein einseitig gesperrter Tunnel, kurz nach Riva, zu dieser Entscheidung. Nach einem weiteren Stau kurz vor Sterzing, erlaubt der Rest der Strecke wieder entspanntes Fahren, so dass wir gegen Nachmittag Zuhause eintrudeln.

Franz Sebald

 

. | Home |
www.sebaldreisen.de
Web Design und Copyright 2003 by Franz Sebald