Golf von Neapel - Ischia, Procida, Capri
Inselhüpfen und Wandern Nov. 2004


© Franz Sebald
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Schon länger geplant, hat es nun letztendlich doch noch geklappt, dass wir mit dem Bus nach Süditalien reisen. Fahrtechnisch war es mit der Nachtfahrt nicht so schlimm, wie wir es uns vorgestellt hatten - mehr hat uns das heiße Wetter zu Schaffen gemacht. Die Kombination Wandern und Inselhüpfen mussten wir wegen des Wetters des Öfteren mit Baden ergänzen.

 

Fr. 29.10.04 - Sa. 30.10.04 - Monheim - Pozzuoli - Ischia

Fahrt in den Süden

Endlich die vielen Staus um Augsburg und München hinter uns gebracht, brettert der Bus auf endloser Strecke Richtung Süden. Wegen den vielen Pausen, alle 2-3 Stunden, können Philipp und ich kaum schlafen. Erst nach dem letzten Stopp um vier Uhr morgens fallen uns Beiden die Augen zu. Um 7:30 Uhr erreichen wir den Fährhafen Pozzuoli (Neapel). Das Ausfahren aus dem Hafen, sowie das Entlangschippern am abwechslungsreichen Küstenabschnitt, beobachten wir vom obersten Deck aus. Weit draußen im Meer sind die Inseln Procida und Ischia auszumachen, allesamt steil aufragende Vulkankuppen.

Ischia erreicht, wird noch am Hafen von Lacco Ameno gefrühstückt, bevor wir kurze Zeit später gegen 10:30 Uhr unser Hotel in San Francessco beziehen.

Überraschend sauber ist der Stadtstrand von Forio, wo wir früh am Nachmittag etwas versäumten Schlaf nachholen, unterdessen baut Philipp begeistert und schier unermüdlich Sandburgen. Die anschließende Strandwanderung und ausgiebige Besichtigungstour durch Forio meistern wir noch überraschend gut, doch beim 1,5 stündigen Rückmarsch zum Hotel verlassen uns die letzten Kräfte. Irgendwie enden alle Wege vor privaten Grundstücken oder Hotels, so dass wir uns entlang der vielbefahrenen Hauptstraße, über einen gewaltigen Umweg zu unserer Unterkunft durchkämpfen müssen. Nach dem prägenden Ereignis besorgen wir uns gleich nach dem Abendessen, im Tabakladen nebenan, Bustickets für die ganze Woche (15 € pro Pers.).

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S0. 31.10.04 - San Francesco - Forio

Im Garten Eden

Bei bewölktem Himmel, jedoch angenehmen Temperaturen, machen wir uns auf den Weg zum botanischen Garten. Eigentlich liegt die Anlage nicht weit vom Hotel, dennoch können wir sie nur über Umwege finden. Selbst an der Zufahrtsstraße gibt es kein Hinweisschild.
Recht erstaunt über die unzivilen Eintrittspreise (15 €) entschließen wir uns doch, als wir erfahren dass auf 10 Euro ermäßigt ist, zum Besuch des botanischen Gartens. William Wollten ist einer der bekanntesten Komponisten unserer Zeit gewesen. Er legte am Fuße des Monte Zaro diesen großartigen Garten an.
In dieser Anlage gedeihen mehr als 800 verschiedene seltene Pflanzenarten. Sie ist daher zusammen mit Ravellos " Villa Cimbrone" und den königlichen Gärten "Casertas", eine der größten Sehenswürdigkeiten Süditaliens. Neben den vielen exotischen Pflanzen leiten uns zahlreiche Bachläufe, Teiche und Springbrunnen durch den Park. Die Anlage liegt gestaffelt an einem steilen Hang und bietet immer wieder schöne Blicke über die exotische Pflanzenpracht hinab zum Meer. Leider ist es uns nicht vergönnt dieses kleine Paradies in vollen Zügen zu genießen, ein gewaltiger Besucheransturm um die Mittagszeit zwingt uns zum Verlassen der Anlage.

Gedanklich noch im Garten Eden, sind wir dementsprechend enttäuscht von unserer anschließenden Wanderung um die Nordwest Spitze der Insel, wo uns Berge von Müll entlang des Weges begleiten.

Per Linienbus geht's rüber nach Forio, ein Bummel quer durch die Altstadt folgt. Ein Hauch von Mystik umgibt die Kirche S. Maria del Soccorso auf einem senkrecht abfallenden Felsen über dem Meer. In dem schlichten Gotteshaus wird ein Holzkruzifix aufbewahrt, das ein heftiger Sturm um 1500 an die Küste geschwemmt haben soll. Die Kirche ist daher zum Heiligtum der Seefahrer geworden. Den späten Nachmittag verbringen wir wieder am Strand von Forio, wo sich Philipp mit Baden im Meer und Sandspielen vergnügt.

Mo. 01.11.04 - San Francesco - Serrara - Fontana - Sant Angelo

Auf der Krone der Insel

Fahrt mit dem Linienbus über Sant Angelo nach Fontana: mühsam quält sich der Bus die Serpentinen hoch, doch kurz vor unserem Ziel haben wir in Serrara eine Buspanne. Wasser läuft aus dem Kühler - etwas nachgefüllt und weiter geht's die letzten paar Kilometer nach Fontana, wo auch der Ausgangspunkt für unsere Epomeo Wanderung ist.
Neben zahlreichen anderen Touristen die mit uns den anfangs geteerten Weg teilen, geht's vorbei an Müll und Unrat zu einem Restaurant. Hier tauchen wir in den Kastanienwald ein, erst jetzt wird es landschaftlich reizvoller. Doch bietet der staubige, rutschige Weg - mittig ist er oft ausgetreten - wenig Aussicht. Erst weiter oben haben wir einen tollen Überblick über die ganze Insel. Ein Aussichtspunkt auf der Spitze des Epomeos lockt mit noch schöneren Ausblicken.
Die vergossenen Schweißtropfen werden durch das Erlebnis, direkt auf einer nur wenige Quadratmeter großen Plattform der Bergspitze zu stehen, reichlich entlohnt. Nur der orkanartige Wind macht uns ein wenig zu schaffen. Die Aussicht ist einzigartig und berauscht mit einem Fernblick bis runter nach Forio. Unterhalb der Kuppe ist die kleine Kapelle S. Nicola in den Fels gebaut. Nachdem wir keinesfalls denselben Weg zurück wollen, folgen wir einem vielversprechenden Schild. Es lenkt uns hinüber auf die gegenüberliegende Seite des Berges. Entlang der vielen Hohlwege verlieren wir total den Überblick. Wegemarkierungen oder Hinweisschilder sucht man hier vergebens. Auch haben wir seit längerem keine Wanderer mehr getroffen.
Unser Versuch den Panoramaweg zu erreichen scheitert gnadenlos. Wir haben uns total verlaufen. Bei unserer verspäteten Mittagspause, an einer kleinen Lichtung, hören wir plötzlich hechelnde Geräusche. Prompt werden wir von drei knurrenden Jagdhunden umzingelt. Die belegten Wurstbrote verschwinden schnellstens im Rucksack. Als kurze Zeit später der Hundehalter - ein Kaninchenjäger - um die Ecke biegt, entspannt sich die Lage und wir sind alle sichtlich erleichtert.
Irgendwann beim schweißtreibenden Abstieg taucht dann doch noch ein Schild auf. Serrara, zwar nicht das geplante Ziel, aber Hauptsache runter.

Der Bus chauffiert uns nach Sant Angelo, gleichermaßen ruhen die müden Füße noch ein wenig aus.
Der nahezu autofreie Ort, fast alle Transporte werden mit Elektrokarren durchgeführt, besticht mit seiner romantischen Lage und ist wahrlich eine Bilderbuch- Schönheit. Ein schmaler Damm mit Bootshafen verbindet den 104 m hohen Felsen La Roia. Malerisch kleben die bunten Häuser mit ihren verwinkelten Gassen am Hang.
Auffallend sind Mauern und Bänke, deren Oberfläche mit bunten Dekorfliesen beklebt sind. Einst war Sant Angelo ein Fischerdorf, mit dem erheblich höher liegenden Ort Serrara war es nur durch einen Maultierpfad verbunden.

Gegen Abend sind die Busse meist überfüllt, einen Stehplatz in vorderster Reihe können wir gerade noch erhaschen. Bei der rasanten Fahrt entlang der Serpentinen, oft sind nur wenige Zentimeter Platz zwischen Mauerecke und Frontscheibe, wird mir auch klar warum an den parkenden Autos die Spiegel eingeklappt sind. Allerdings sieht man fast keine Fahrzeuge ohne Schramme.

Während ich abends die digitalen Bilder archiviere, verbringen Philipp und Margit schon fast traditionell, die Zeit im Thermalbecken und Pool.

Di. 02.11.04 - San Francesco - Ischia Porto - Procida

Abendländliche Stimmung abseits des Tourismus

Mit nur wenigen Touristen teilen wir ein großes Fährschiff, das uns für nur 2 € (pro Pers.) rüber nach Procida bringt.
Angesichts der nahen Millionenstadt Neapel ist es schon fast ein Wunder, dass Procida ein touristisch weitgehend unberührtes Fleckchen Erde geblieben ist. Die Einwohner sind Niemandem gram, der um das vulkanische Eiland mit hohen zerklüfteten Küstenfelsen einen Bogen macht. Sämtliche Versuche die Insel touristisch zu erschließen wurden von der Bevölkerung abgewehrt. Die Insel besteht aus vier Vulkankratern und bezaubert durch ihre arabisch anmutenden Würfelhäuser. Es ist unmöglich die Schichten der Häuser zu zählen oder diese selbst. Tore, Treppen, Mauern mit tiefen Loggien, alles ein wenig schief, rund und sanft geformt. Mehr als zwei Stockwerke besitzt hier kaum ein Haus - das ist schon wieder die nächste Wohnung, die vielleicht wie viele aus dem Tuffstein herausgehauen wurde.
Hinter der Klosterkirche betreten wir eine große Terrasse, die einen hinreißenden Blick über den Golf von Neapel und den Vesuv bietet. Wir stehen hoch über den steil abfallenden Klippen der Terra Murata. Unübersehbar und trutzig ragt der Felsen der mittelalterlichen Festung von Procida wie eine Akropolis in den Himmel, 91 m hoch. Sie bildet die Terra Murata, das "gemauerte Land", das dem Hauptort der Insel einen so unverwechselbaren Charakter verleiht.
Der schönste und eindrucksvollste Teil ist zweifellos Corricella, der Hafen der Fischer. Zum Glück ist der nur zu Fuß erreichbar. Über eine Treppengasse, die sich wie ein Geheimgang durch den Ort zieht, steigen wir ab zum Hafen. Unterwegs bieten sich wundervolle Blicke auf Dachterrassen und Meer. Die Hafenpromenade Corricellas, die einzige Gerade des Fischerdorfes, ist so schmal, dass nicht mehr als ein paar kleine Ruderboote und Netzhaufen darauf Platz finden. Philipp ist stark beeindruckt von einer Katze, die sich in ihrer "Hängematte" -ein Netzüberspanntes Boot- die Sonne auf den Pelz brennen lässt.
Unsere Lust auf einen gemächlichen Fußmarsch zur anderen Seite der Insel endet im Frust, als wir entlang der engen, vielbefahrenen Hauptstraße marschieren. Auf halber Strecke brechen wir ab und schreiten zum Hafen zurück, wo wir die Zeit bis zur Abfahrt der Fähre mit faulenzen verbringen.

Den Abend verbringen wir bei warmem Wind auf der Terrasse. Selbst um 22 Uhr herrscht noch T-Shirt Wetter.

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Mi. 03.11.04 - San Francesco - Ischia Porto - Capri

Die Perle des Südens

Ein starker Sturm tobte nachts und wirbelte die Stühle auf der Terrasse umher. Die Fähre nach Capri wurde bereits am Vortag wegen derselben Situation abgesagt. Mal sehen ob es heute klappt!

Zeitig nach dem Frühstück brechen wir auf und lassen uns von einem mit kreischenden Schülern vollbesetzten Linienbus nach Ischia Porto gondeln. Beim Besorgen der Tickets nach Capri sind wir recht erstaunt als wir das menschenleere Gebäude betreten und der Kassier wegen uns den Schalter besetzen muss. Derselbe Zustand auf dem Boot von ca. 300 Sitzplätzen sind höchstens 20 besetzt. Der immer noch heftige Wind sorgt für starken Seegang. Das Boot schaukelt über die Wellen, oft peitscht Wasser über den Bug und spritzt uns nass. Um das Geschunkele etwas einzudämmen siedeln wir aufs untere Deck um. Nach 45 min erreichen wir Capri und sind ganz froh dass wir wieder festen Boden unter den Füßen haben.

Die geplante Busfahrt zum 250 m höher liegenden Nachbarort Anacapri steht bevor. Auf dreifaches Schlangestehen vor dem Busfahrkartenschalter haben wir keine Lust. Ein Fußweg mit zahlreichen Treppenstufen führt uns hoch zum Zentrum von Capri. Es liegt in herrlicher Panoramalage ca. 100 Meter über dem Hafen.
Vermutlich stand der Orient Pate für die auffällig, typischen Dächer Capris mit flachen weiß gekalkten Kuppeln, die wir in herrlicher Panoramalage von der Piazzeta aus überblicken. Auch hier oben befindet sich ein Ticketschalter, an diesem sind wir fast alleine und können sofort in den Minibus einsteigen. Für die Hin- und Rückfahrt nach Anacapri bezahlen wir zu dritt 7,5€. Zunächst geht's straßentechnisch locker bergauf, doch als wir die senkrecht abfallende Felswand passieren, an der die Passstraße angeklatscht wurde, halten wir den Atem an. Unterwegs bieten sich fesselnde Ausblicke auf Capri und Meer.
Die anschließende Besichtigung der Villa San Michele (5 € Eintritt), die zu einem Museum umgebaut wurde, besticht durch ihre einzigartige Lage am Senkrecht abfallenden Fels.
Einen Hauch von Griechenland vermittelt der Stadtteil Le Buffe mit seinem Gewirr von engen Gassen, in denen wir uns mehrfach verlaufen. Sie zeigen stolz die niedrigen Häuser mit ihren kleinen Kuppeldächern, Mauerbögen und tragen die Capri-Farbe weiß.
Der Höhepunkt des Tages, ja, dieses ganzen Abschnittes unserer Tour ist wohl die Wanderung zum Arco Naturale, einem gewaltigen von der Natur geschaffenen Felsbogen an der Ostküste der Insel. Der meist gepflasterte Weg führt uns unter Felsüberhänge hindurch und an steilen Abgründen vorbei, bis wir die Wahrzeichen Capris erreichen. Wir stehen auf einer Aussichtsplattform am Punta di Tragara, hoch über den drei steil aus dem Meer ragenden Felsspitzen, die Faraglioni, von denen zwei bogenförmig durchbrochen sind.
Die Rückfahrt um 16:45 Uhr beginnt kurz vor Sonnenuntergang, so dass wir vom Boot aus die untergehende Sonne bei Capri versinken sehen.

Die laue Nacht liefert das Ambiente für einen idyllischen Abend den wir wieder auf der Hotelterrasse verbringen.

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Do. 04.11.04 - San Francesco - Ischia Ponte - Serrara

Entlang des Panoramaweges

Schon beim Frühstück brennt die Sonne voll vom Himmel. Trotzdem können wir es nicht glauben dass der Urlaub ohne Regen abgeht. So liegt es wieder mal an der Tagesordnung, dass der Rucksack unter anderem mit Regenjacken vollgepackt wird.
Eine größere Etappe steht uns heute bevor, wir wollen mit dem Linienbus die Insel umrunden. Um nach Ischia Ponte zu gelangen müssen wir am Hafen auf die Linie 7 umsteigen. Rasch erreichen wir den lebhaften Stadtteil mit seinen vielen kleinen Läden, Kunstgalerien und Restaurants. Voll ins Blickfeld rückt das Castello Aragonese, das auf einer kleinen Insel liegt. Über einen 275 Meter langen mit Basaltplatten belegten Damm erreichen wir die Befestigung. Einst beherbergte die Festung, die an den einem Brotleib gleichenden Berg gedrückt ist, 10 Kirchen sowie zwei Klöster.
Unser nächstes Ziel ist Testaccio. Wegen eine Erdrutsches ist die Straße zum Ort komplett gesperrt, selbst Fußgänger dürfen nicht passieren. Unsere geplante Wanderung zum Maronti Strand müssen wir sausen lassen.
Wir entschließen uns nach Serrara weiter zu fahren um von dort aus zum Panoramaweg aufzusteigen. Nachdem wir am Montag diesen Abschnitt ausgiebig jedoch unfreiwillig durchforscht haben, ist uns diese Gegend schon ein wenig vertraut, so dass wir den Einstieg zum Wanderweg auf Anhieb finden. Der leicht ansteigende Pfad schlängelt sich durch Felsen entlang eines steilen Abgrundes und belohnt mit wunderschönen Ausblicken auf die Dörfer und Buchten der Insel. Vereinzelt kreuzen wir Felswohnungen aus früheren Zeiten. Später führt der Pfad durch einen Akazienwald wo wir einer drei Meter hohen Mauer aus Bruchsteinen folgen. Die vielen Edelkastanien (Maroni) begeistern Philipp als wir einen Kastanienwald durchqueren. Leider reicht die Zeit nicht mehr für einen Abstieg nach Forio. Auf halber Strecke drehen wir um und gehen denselben Weg zurück. Angesichts der Tatsache dass wir den ganzen Tag gelaufen sind ist Philipp immer noch nicht ausgelastet. Oft springt er im Laufschritt wild umher.

Fr. 05.11.04 - San Francesco - Lacco Ameno

Der Weg ins nichts

Heute lockt die Sonne schon am frühen Morgen zu einer Wanderung auf den Gipfel des Epomeo. Ausgangspunkt ist der Nachbarort Lacco Ameno. Entlang einer Nebenstraße - jetzt gibt es sogar einen Fußgängerweg - laufen wir rauf nach Fango. Leider können wir den Beginn des Wanderweges nicht finden.
Ein späteres Gespräch mit einem erfahrenen Wanderer bestätigte, dass der Pfad nicht mehr vorhanden ist. Wir versuchen es über Umwege, doch enden die meisten Gassen an privaten Grundstücken die Teils durch scharfe Hunde bewacht werden.
Nach längerem Hin und Her glauben wir, den richtigen Weg gefunden zu haben. Das Erreichen eines Fumarolenfeldes bestätigt es uns. Bei üblem Gestank überqueren wir den gelb leuchtenden Schwefel und die rauchenden Löcher. Allmählich kommen wir in den Schatten des Berges, zugleich tauchen wir in den stets finsterer werdenden Wald ein und der Weg wird immer mehr von dornenartigem Gestrüpp verdrängt. Langsam zweifeln wir, doch als wir das Dickicht durchquert haben, säumen gewaltige Mauern aus aufgeschichteten Bruchsteinen den Weg. Nicht selten sind sie bis zu drei Meter hoch und bilden zu beiden Seiten einen engen Tunnel der manchmal total überwachsen ist. Überhängendes Gestrüpp läst nur noch wenig Licht durchdringen. Die uns begleitende Stille ist unheimlich, nur ab und zu wird sie unterbrochen von einem lauen Windstoß der durch die raschelnden Bäume jagt. Als wir eine tote Ratte umgehen müssen, stimmt es mich schon etwas bedenklich. Nach über zwei Stunden Aufstieg verzweigt sich der Pfad im Kastanienwald wo er sich im Laub verläuft.

Ein Blick auf die Karte zeigt uns, wie gründlich wir uns verlaufen haben. Dezent angesäuert über die schlechte Ausschilderung der Wege entschließen wir uns zum Abstieg.

Margit erholt sich bei einem Eis am Hafen von Lacco Ameno und genießt die Sonne, währen Philipp und ich eine weitere Tour zum nahe gelegenen Felsen des Monte Vico angehen. Wie soll es auch anders sein, dieser Abstecher endet auf der Terrasse des Montanohotels.
Wir geben auf und entschließen uns für Eis und Sonne.

Nach diesem nicht gerade erfolgreichen und anstrengenden Tag, haben wir uns das wohlschmeckende Abendmenü redlich verdient.

Sa. 06.11.04 - San Francesco - Pozzuoli - Monheim

Abschied vom Strand

Die Koffer bereits gepackt, bleiben noch ein paar Stunden Zeit, die wir an der San Francesco Bucht verbringen. Philipp spielt Sand und planscht im Meer, wir genießen die letzten wärmenden Sonnenstrahlen, bevor es wieder ins kalte Novemberwetter nach Deutschland zurückgeht.

Auf Ischia war der ganze Oktober überdurchschnittlich heiß (24-27°C) - Ein heißer Wind (Scirocco) aus der Wüste sorgte dafür. Mal abgesehen von der Infrastruktur sowie Müllkultur der Ischianer, war die Insel eine Reise wert. Ups, da hätte ich beinahe die fehlenden Markierungen der Wanderwege vergessen.

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