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Korsika
vom 03.-19.08.1998 (C) Franz Sebald
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Sonne, Strand und Meer |
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Monheim – Livorno – Bastia - Aleria 03.08.98 – 04.08.98 Der erste Schreck schon beim Abholen des gemieteten Wohnmobils. Das versprochene neue Fahrzeug hatte angeblich einen Unfall. Für uns steht eine fünf Jahre alte Karre bereit. Nach diversen Verhandlungen zwecks Preisnachlass und Abmontieren der Dachbox – wegen gebuchter Fahrzeughöhe auf der Fähre - geht’s am frühen Abend Richtung Süden los. Die Anreise wie üblich, Fahrt bis zum Brenner, Übernachtung und weiter nach Livorno, wo wir gegen Nachmittag eintreffen. In die Warteschlange eingereiht, bleibt noch etwas Zeit für Stadtbesichtigung. Mit fast einer Stunde Verspätung trifft die Fähre ein. Die Moby King besitzt für größere Fahrzeuge nur eine Einfahrt. Da diese auch gleichzeitig die Ausfahrt ist, müssen alle rückwärts in den Laderaum des Schiffes fahren. Trotz taktischem Einsatz vieler Wohnwagenfahrer, die ihre Container abhängen und hineinschrieben, verläuft die Verladung chaotisch. Viele Womofahrer sind mit ihren Kisten beim Rückwärtsfahren maßlos überfordert. Vor allem machen die umherwieselnden Italiener die Fahrer verrückt. Wir werden von mindestens vier Personen gleichzeitig eingewiesen - alle mit italienischem Temperament - die sich nicht untereinander einigen können. Lautstark und hektisch geht es zu. Das Chaos ist perfekt! Die Spiegel eingeklappt, soll so wenig Platz wie möglich verloren gehen. Uns bleiben 20 cm zum Aussteigen. Hätte ich fünf Kilo Übergewicht, müsste ich bei der Dachluke raus. Die Ausfahrt aus dem Hafen beobachten wir vom obersten Deck aus. Nach 5 Stunden Überfahrt erreichen wir gegen Mitternacht den Fährhafen in Bastia. Schon ganz schwindelig vom Kreisverkehr Fahren, verlassen wir Bastia und übernachten unmittelbar vorm Campingplatz „Marina“ in Aleria. |
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Aleria 05.08.98 – 07.08.98 ![]() Am frühen Morgen sind wir die Ersten an der Rezeption. Mit viel Glück bekommen wir den letzten Stellplatz zugewiesen. Um uns von der Anreise zu erholen, verbringen wir den Tag am Meer mit Baden und Faulenzen. Unseren abendlichen Spaziergang entlang des Strandes müssen wir wegen eines starken Gewitters abbrechen. Die großen Bäume unter denen wir parken, werden so gebeutelt, dass wir glauben sie würden jeden Moment über uns zusammenbrechen. Philipp (4) zuckt bei jedem Donner zusammen. Auch uns ist es nicht ganz wohl. Es stürmt so stark, dass am Campingplatz einige große Bäume herausgerissen werden. Auffallend ist am nächsten Morgen eine große Kiefer, die mitten in die Zeltwiese knallte. Welch ein Glück, dass kein Zelt getroffen wurde. |
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Corte 06.08.98 Auf dem Weg nach Corte, einem Bergstädtchen im Landesinneren, fahren wir entlang des Flusses Tavignanu, der uns immer wieder mit seinem leuchtenden türkies-grünen Wasser anblitzt. Angekommen in sengender Mittagshitze, hat keiner so rechte Lust durch schmale Gassen zu flitzen. Wir beschließen zurückzufahren um uns im Tavignanu abzukühlen. Herrlich ist es, unter der jahrhunderte alten Steinbrücke die den Fluss überspannt, zu planschen. Vor unserer Abreise verbringen wir noch einen Faulenzertag am Meer. Philipp hat erstmals großen Spaß an den hohen Wellen. |
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Solenzara 08.08.98 ![]() Unsere weitere Route führt uns auf der 198 entlang der Ostküste in Richtung Süden. Bei Solenzara biegen wir ins gleichnamige Tal ab. Beliebt ist der Fluss Solenzara wegen seinen angenehm temperierten Badetümpeln. Nicht leicht ist es einen geeigneten Parkplatz zu finden. Auf einer Anhöhe, ziemlich weit vom Fluss werden wir fündig. Besonders neugierig ist eine Herde von Ziegen, die gleich nach dem Öffnen der Schiebetür, ins Fahrzeug zu stürmen versucht. Nach Fütteraktion von Philipp und Margit, geht's zum schweißtreibenden Abstieg. Unten werden wir mit Planschen im kristallklaren Wasser belohnt. Ausgiebig erfrischt, geht's weiter Richtung Porto Vecchio. Wir schrauben uns die Passstrasse hoch in die dolomitenähnlichen Berge des "Col de Bavella" - angeblich tolle Aussicht auf die Bucht von Porto Vecchio,- leider wird der Blick vom Dunst getrübt. Hinunter rollen wir durch Korkeichenwälder. Am Straßenrand wird oft abgeschälter Kork gestapelt, der die meiste Verwendung in Flaschenkorken und Fischernetzschwimmern findet. Am
späten Nachmittag treffen wir am Campingplatz Farniente
in der Nähe von Bonifatio ein, wo wir keinen
Stellplatz mehr bekommen. Nach erneuter, erfolgloser Suche entschließen
wir uns an der Bucht von Santa Monza -direkt am Meer- zu übernachten.
![]() Der Weg zur Bucht ist miserabel, schlaglöcherig und ausgefahren, so dass Margit mit "Steckenbleiben" rechnet. Alles was nicht niet- und nagelfest ist, fliegt im Womo umher. Naja, dafür haben wir eine traumhafte Bucht für uns allein. In den Dünen wachsen tausende von narzissenähnlichen Blumen, die kurz vor ihrer Blüte stehen. Ein starker Wind bringt Philipp viel Spaß beim Drachensteigen. Ganz wohl ist es uns hier so alleine nicht, mitten in der Pampa. Wir sind erleichtert, als sich kurz vor Sonnenuntergang ein italienisches Womo zu uns gesellt und ebenfalls die Nacht hier verbringt. |
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Rondinara - Bonifatio 09.08.98 - 11.08.98 Frühmorgens dann aufgebrochen, um einen erneuten Versuch zwecks Stellplatzsuche zu starten. Leider ist am Campingplatz Farniente immer noch nichts frei. Wir entschließen uns zurück nach Norden an die Rondinara - Bucht zu fahren, wo wir uns auf einem sehr schönen Campingplatz (La Rondinara) niederlassen. Den Rest des Tages verbringen wir mit Baden am Pool. Abends zwingt uns der schattenlose Platz unter die Markise. Bei ein paar Gläschen Vino Rosso lassen wir den Tag ausklingen. . |
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Wieder einmal schmeißt uns Philipp
um 6:30 Uhr aus den Federn. Schon beim Frühstück sind die Temperaturen
besonders hoch. Erstmals marschieren wir entlang eines staubigen Pfades runter zur Rondinara - Bucht. Offen gesagt, ist sie für mich die schönste Bucht Korskas. Das klare, türkis-blau schimmernde Wasser erweckt Karibikflair. Vor allem der seichte Uferrand ist ideal für Kinder. Tagsüber ist es am Campingplatz so leer, dass er uns wie "ausgestorben" vorkommt. Erst ab 20 Uhr wird es wieder lebendig. Abendessen gibt es bei unseren italienischen Nachbarn erst gegen 22 Uhr und vor 24 Uhr gehen selbst die Kinder nicht in`s Bett. |
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Bereits um 9 Uhr steht unser Fahrzeug
auf dem noch leeren Parkplatz in der Altstadt von Bonifacio. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel, die aus
einem 80 Meter hohen Kalksteinfelsen gebildet wird. Zunächst schlendern
wir durch die schmalen Gassen der Altstadt. ![]() Zufällig finden wir eine in den Fels geschlagene Treppe. Sie führt an der senkrechten Kalksteinwand hinunter zum Meer. Angeblich wurde die Treppe von den Spaniern in nur einer Nacht, vom Meer hinauf zum Ort, in den Fels geschlagen. Unten geht's weiter entlang der schroffen Küste. Mächtige, durch Erosion abgebröckelte weise Kalkfelsen liegen im kontrastreichen, grünblau schimmernden Meer und die Stadt thront über uns. Neben Festigungsbesichtigung und Stadtrundgang entschließen wir uns für eine Bootsfahrt zu den umliegenden Grotten und Buchten. Spätnachmittags erfrischen am Pool, abends lassen wir uns im Restaurant mit Pizza und Paela verwöhnen. |
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Cargese Gemütlich gefrühstückt
- Faulenzervormittag - nachmittags dann aufgebrochen zum Nachbarort
Cargese. Im Ort selbst geht es höllisch eng zu. Oft müssen
wir in Millimeterarbeit zwischen parkenden Fahrzeugen hindurch. Ein
entgegenkommender Tanklaster zwingt uns zum Zurückstoßen. Erleichtert
finden wir am anderen Ende des Ortes einen Parkplatz. |
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Porto Frühmorgens das
Womo ent- und versorgt, wieder
alles eingerödelt und aufgebrochen nach Norden.
Hinter Piana in Richtung Porto beginnt die
großartige Strecke durch die Calanche, eine
bizarre, rote Felsenlandschaft mit den merkwürdigsten Felsformationen.
Sie gehört zu den absoluten Favoriten Korsikas. Durch Eukalyptuswälder
geht's entlang der serpentinenreichen Straße runter nach Porto. Sie
gilt als eine der schönsten Buchten Korsikas. Durch ihre einzigartige
Lage, zwischen roten Felsen wurde sie von der Unesco
als bewahrenswerte Landschaft unter Schutz gesellt. |
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![]() Schweißtreibend ist die Fahrt entlang der superschmalen, kurvenreichen Straßen von Osani zum Aussichtspunkt Girolata. Zufällig passieren wir die Strecke in der Mittagszeit. Erst gegen 14 Uhr nimmt der Gegenverkehr rapide zu. Auffallend an der Strecke sind die vielen korsischen Steinbrunnen, an denen sich immer Menschen einfinden, die Trinkwasser bunkern. Einen Brunnen müssen wir uns mit halbwilden Schweinen teilen. Sie sind eine Mischung aus Haus- und Wildschweinen, die in den korsischen Wäldern umherirren. Am späten Abend erreichten wir den Campingplatz "Morsetta" in Bocca Bassa, der uns aber nicht zu einem längeren Aufenthalt einläd. Die versifften Sanitären Anlagen und der überfüllte Platz - meist auch deutsche Turis - lassen uns nach dem Frühstück am nächsten Tag abreisen. |
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Längere Zeit brauchen
wir für die 20 Kilometer Strecke vom Camping Morsetta
bis Calvi. Entlang des wunderschönen Küstenabschnittes
gibt's viele Stopps mit Superpanoramablick. |
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Beim Frühstück beschließen
wir einen Ausflug zum Cup Corse zu unternehmen.
Nonza ist bekannt für seine grüne Schieferdächer
und den 1 km langen schwarzen Kiesstrand. Der ortsnahe, grüne Schiefer
deckt noch viele Dächer, des am Hang klebenden Dorfes. |
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Leider kein Geheimtipp
mehr ist der weite Strand an der Mündung des Flusses Ostriconi.
Neben chaotischer Parkplatzsuche macht uns der steile Abstieg zum Strand
schwer zu schaffen. Das mitgeführte Gerödel,
Sonnenschirm, Sandspielsachen ect…., führt
fast zum Absturz von Philipp und Franz. Lozari - Bastia
- Monheim
Bei trübem, nebligem
Wetter geht's anderntags wieder mal über die Wüstenlandschaft des "Desert des Agriates" zurück
nach Bastia. Natürlich hatten wir die ganze
Zeit traumhaftes Wetter, nur am Tag der Abreise spielt es nicht so richtig
mit.
Franz Sebald |
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