Wandern auf Mallorca - 2005


© Franz Sebald
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Unseren diesjährigen Mallorca Wanderurlaub buchten wir knapp eine Woche vor Reisebeginn, nachdem mir bei einer früheren telefonischen Anfrage im Reisebüro versichert wurde, dass die Lastminute Preise in den letzten Tagen erheblich sinken würden. Im Internet verfolgte ich den Markt und musste ableiten, dass die günstigen Angebote immer weniger wurden und somit die Preise stiegen. Auch die billigen Leihwagen waren mittlerweile alle vergriffen, so dass ich auf ein 50% teureres Angebot zurückgreifen musste und letztendlich froh war überhaupt noch einen fahrbaren Untersatz bekommen zu haben. Zu allem kam auch noch, dass Margit und ich zwei Tage vor Abflug mit knapp 40° Fieber im Bett lagen.
Am Vorabend noch schnell gepackt und unser geliebtes Auto zum tanken gefahren, muss ich feststellen, dass es nur noch auf drei Zylinder läuft. Was sich aber nach kurzen Streicheleinheiten an den Zündkerzen wieder einstellt.

Mo. 21.03.05 - München - Mallorca - Platja de Palma - Cala Pi

Die Nacht ist kurz: 00:45 Aufstehen mit starken Kopfschmerzen die im laufe der Fahrt besser werden. Das Auto läuft die 120 km nach München durch, so dass wir pünktlich um 3 Uhr den Flughafen erreichen. Doch unter dem Flug die nächste Überraschung - von meinem linken Backenzahn bricht eine Ecke weg. Na wenn das alles kein gutes Omen ist.

Ganz unerwartet, liegen bereits unsere Koffer auf dem Laufband - die letzten Male hatten wir immer eine Ewigkeit warten müssen. Auch der Transfer zum Hotel spielte sich innerhalb von 15 Minuten ab, so dass wir bereits um 8 Uhr morgens im Hotel stehen. Nach Leihwagen und Zimmerübergabe wird erst mal etwas versäumter Schlaf nachgeholt. Kurz nach Mittag lenken wir entlang der Küstenstraße über Lucmajor zur Cala Pi an die Südostküste.
Uns erwartet eine wunderschöne fjordartige Bucht mit einem kleinem Fischerhafen. Am Eingang des Fjordes ruht ein alter Wachturm, der auf einem Felsvorsprung hoch über der Bucht liegt. Trotz des bewölkten Wetters ist der Blick auf die Küste wunderschön. Wir schlendern ein wenig an der Küste entlang, bevor wir uns auf den Rückweg machen.

Unterwegs sind wir schon gedanklich bei der Hotelsuche, nachdem wir Palma erstmals über die Autobahn ansteuern. Dennoch sind wir ganz überrascht als wir wenige hundert Meter nach der Autobahnausfahrt prompt vor unserem Hotel stehen und zugleich direkt gegenüber des Portals einen Parkplatz finden.

Km: 92 - Wetter: Vormittags bewölkt - Nachmittags teils Sonne 20°C

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Di. 22.03.05 - Mirador Es Colomer - Kloster Lluc - Torrent de Pareis

Die landschaftlichen Höhepunkte Mallorcas

Vorbei an Port de Polenca führt eine kurvenreiche Straße hinauf in die wilde Gebirgslandschaft von Formentor. Nach kurzer Fahrt haben wir den ersten Höhepunkt dieser Reise erreicht, was uns zahlreiche Busse und Autos bestätigen. Mirador Es Colamer heißt der Aussichtspunkt der einen atemberaubenden Blick über die wildzerklüftete Felsenküste ermöglicht.
Mehrere aneinander gereihte Aussichtsterrassen, mit Treppen verbunden, direkt auf dem Bergrücken errichtet, bieten immer wieder neue, reizvolle Ansichten dieser Steilküstenlandschaft. In über 200m Tiefe tobt pausenlos das Meer und die Bedeutung des Wortes "Naturgewalt" wird einem wieder einmal klar.

Nach diesem Riesenandrang haben wir keine Lust auf Schneckentempo fahren. Unseren geplanten Abstecher zum Cap Formentor ersetzen wir mit einer Fahrt in die entgegengesetzte Richtung zum Kloster Lluc. Das Kloster ist Mallorcas wichtigster Wallfahrtsort. Verehrt wird in ihm die schwarze Madonna, die ein kleiner Junge (Lluc) beim Hüten der Schafe im Gestrüpp gefunden hat. Ein schöner Weg führt entlang des Kreuzweges rauf zu einem Aussichtspunkt mit herrlichem Blick aufs Kloster und ins Landesinnere.

Höhepunkt des Nachmittags ist die abenteuerliche Serpentinenstraße Sa Calobra. Wie eine Schlange (Calobra = Natter) windet sie sich über viele Schleifen hinunter zur 800 Meter tiefer liegenden Bucht Calobra. Oben beginnt die Strasse mit dem berühmten Nus de la Sa Cobretta, dem Krawattenknoten. Das ist eine Schleife von fast 360°. Mangels Platz konnte eine Felsstufe nur so überwunden werden. Die Strecke zählt zum festen Programm von Inselrundfahrten, so ist es kein Wunder, dass wir des Öfteren an so mancher engen Stelle den riesigen Bussen ausweichen müssen. An einer Stelle ist die Durchfahrt zwischen zwei Felswänden auf knapp 3 m eingeengt, gerade noch Platz damit sich die Busse durchzwängen können.

Der großartige Canon Torrent de Pareis ist durch eine schmale Felsspalte mit dem Meer verbunden. Ein Fußpfad am Fuße der Felswände entlang, lässt uns dieses Wunder der Natur näher erkunden. Durch einen Fußgängertunnel durchqueren wir die Felsbarriere und vor uns öffnet sich ganz unvermutet ein von senkrechten Wänden umschlossener Talkessel durch den sich der Fluss Pareis windet. Wegen des niedrigen Wasserstandes, laufen wir tiefer in die Schlucht hinein. Zu beiden Seiten ragen die senkrecht aufsteigenden Felswände mehrere hundert Meter empor und rücken immer enger zusammen. Leider reicht die Zeit für eine ausgiebige Wanderung nicht aus, denn es ist bereits 17 Uhr und uns stehen noch 1,5 Stunden Rückfahrt bevor.

Km: 228 - Wetter: Sonnig 21°C

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Mi. 23.03.05 - Santany - Cala Montrago - Cala Figuera

Küstenwanderung entlang der vielen kleinen Buchten

Am Rande des Naturschutzgebietes, können wir auf einem kostenlosen Parkplatz anhalten. Entlang eines gut ausgebauten Weges geht's rüber zu der von Kiefernwäldern umgebenen Bucht Cala Montrago. Der große, sehr schöne Strand wurde Anfang der 90er Jahre zu einem großartigen Erfolg mallorquinischer Naturschützer, denn das jetzige Naturschutzgebiet sollte damals in eine Hotellandschaft verwandelt werden. Unzählige kleine und kleinste Calas gliedern die Ostküste wie ein Sägeblatt. Neben vielen kleinen Buchten umgehen wir auch die größte in diesem Gebiet, die Cala Montrago mit ihren türkisfarbenen Wasser und weißen Sandstrand. Sie wird von kleinen Felswänden sowie pinienbewachsenen Hügeln umrahmt und gelb blühender Ginster tupft die Ufer.

Den schönsten Hafen Mallorcas, der noch ein echter Fischerhafen ist, findet man an der Cala Figuera. Die Lage ist einzigartig. Der schmale Naturhafen reicht weit ins Land hinein, umgeben von kleinen Häusern. Malerische Fischerboote tümpeln im Wasser und die Bootschuppen sind teilweise in den Fels gehauen. Besonders stimmungsvoll ist unser Spaziergang entlang des Hafens. Wir sind fasziniert von den kräftigen Farben des träge sich wiegenden Wassers. Von leuchtendem türkis bis tief blau sind alle Schattierungen vertreten. Die Tore hinter denen sich zum Teil die Bootshäuser befinden, sind alle in einem einheitlichen Grün gestrichen, was einen farblich krassen Gegensatz zu den weißen und hellbraunen Häusern bildet. Leider kann ich das ansprechende Ambiente nicht so richtig genießen, denn der bereits im Flug geschädigte Backenzahn kündigt Aktivität und somit eine schlaflose Nacht an.

Km: 78 - Wetter: ab 10 Uhr sonnig

 

Do. 24.03.05 - Sa Granja - Valldemossa - Son Real - Raixa

Die Nacht war lang und die erste Aktion nach dem Frühstück beginnt mit der Suche einer Apotheke um Schmerztabletten zu besorgen. So gehen wir den Tag ganz locker an und lenken zum nicht all zu weit entfernten Sa Grania. Südlich von Valldemossa liegt das alte Landgut. Schon die alten Römer kannten die Quelle von Sa Granja, die hier aus dem Fels sprudelt und den Landsitz in ein fruchtbares Paradies verwandelt. Später im 10. Jh. nutzten die Araber das ausgezeichnete Wasser und dessen Kräfte, um mit Mühlen Korn zu mahlen oder Olivenöl zu pressen. Noch heute sind die arabischen Einflüsse zu erkennen.
Der heutige Eigentümer Cristóbal Seguí Colom restaurierte das Gebäude und machte es zu einem sehenswerten Museum, in dem man viel über die Lebensart und das handwerkliche Geschick der Menschen aus längst vergangenen Zeiten erleben kann.

Nicht mehr weit ist es nach Valldemossa, ein touristischer Anziehungspunkt erster Güte. Der Ort selber ist in den Nebengassen, abseits des Touristenrummels, ein verträumter Ort geblieben, mit schönen Häusern aus Naturstein, umgeben von einer reizvollen Landschaft. Auffallend sind hunderte von bunt bepflanzten Blumentöpfen die Hausfassaden und Straßen säumen.

Die Zeit reicht noch für einen kurzen Abstecher an die Westküste zum Aussichtspunkt Son Real. Eine Plattform liegt mehrere hundert Meter über dem Meer mit berauschenden Blick auf die steil abfallende Küstenlinie.

Km: 96 - Wetter: Früh bewölkt - Nachmittag sonnig

Fr. 25.03.05 - Sant Elm

Kloster und Wachturm in einem herrlichen Küstenpanorama

Nach längerem Suchen im letzten Jahr steuern wir dieses Mal den Parkplatz am Beginn des Wanderweges direkt an. Somit können wir uns die Parkgebühr für den Großparkplatz am Ortsbeginn von Sant Elm sparen.
Geplant ist eine Rundtour zum Trappistenkloster Sa Traba und im Anschluss, falls uns die Kräfte nicht verlassen, eine weitere Küstenwanderung zum Wachturm Torre Cala Basset.
Über einen Karrenweg durch den Hochwald erreichen wir einen Pfad. Steil windet er sich am Westhang des Berges entlang. Die Bäume weichen zurück und die Ausblicke auf die Insel Dragonera werden immer schöner. Wir nähern uns einer fast senkrecht abfallenden Felswand mit spektakulären Blicken hinunter zum tief blauen Meer. Gerade jetzt beginnen einige Kletterpassagen über Felsblöcke und Steinstufen. Philipp ist ganz Begeistert vom Klettern, seine Höhenangst hat er anscheinend vergessen. Oben stoßen wir auf ein Felscap, das direkt auf die Insel Dragonera weist. Weit unter uns liegt ein herrliches Küstenpanorama mit der grün leuchtenden Bucht Cala Basset. Die Ruhe wird nur durch das ferne Brandungsgeräusch und Möwenschreie unterbrochen. Um uns herum breitet sich eine Maccchienlandschaft aus. Viele Zwergpalmen, sowie Wolfsmilchbüsche mit ihren gelben Blüten überziehen die Hänge. Nicht mehr weit ist es zum Kloster Sa Traba. Ganz unscheinbar liegt das teils zerfallene Gemäuer in der einsamen Landschaft. Ein Schotterweg führt uns weiter entlang vieler, steiler Serpentinen den Berg hinauf und auf der anderen Seite ebenso steil hinab.
Unten an einer Weggabelung entscheiden wir uns für die geplante zweite Tour zum Wachturm Torre Cala Basset, den wir durch einen dichten Kiefernwald erreichen. Er wurde im Jahre 1583 errichtet um die Piratenüberfälle einzudämmen. Der Rundbau steht noch immer und ist heute als Aussichtspunkt zur Dracheninsel hochgeschätzt.
Den Rückweg wählen wir in unmittelbarer Nähe des Meeres. Auf einem kleinen Pfad erreichen wir eine senkrecht zum Meer hin abfallende Felswand. Durch eine gestufte Felsspalte, die schräg durch die Felswand verläuft, überwinden wir die Passage überraschend gut. Die Lage ist spektakulär: Wir inmitten der Wand, unter uns das tiefblaue Meer und ein Ausblick dazu, der einen staunen lässt.

Km: 109 - Wetter: Früh sonnig - Nachmittag bewölkt

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Sa. 26.03.05 Castell de Alaro

Nebeltour zum Castell

Mit der Sonne erwacht und gefrühstückt, planen wir heute eine Wandertour zum Castell de Alaro. Beim Erreichen der Gebirgskette Serra de Tramuntana werden wir von tief hängenden Nebelwolken empfangen. Von unserem Ausgangspunkt Orient können wir das Wanderziel den Puig de Alaro nur erahnen.
Quer durch einen alten Olivenhain erreichen wir den Waldrand, von wo sich der Pfad mächtig bergauf schlängelt. Der uns umgebende Nebel wird immer dichter, die Luft ist nieselig, mehr als 70 Meter Sichtweite sind nicht mehr drin und die Orientierung fällt immer schwerer. Die Stille die uns umgibt und die moosbewachsenen bizarren Baumformationen wirken schon etwas unheimlich. Beim Erreichen einer großen Lichtung teilt sich der Weg. Treppenstufen und alte Bepflasterung lassen darauf schließen, dass es sich um den Burgpfad handelt.
Plötzlich reißt die Nebelwand auf und weit vor uns können wir den Eingang zur Festung ausmachen. Nur für zehn Minuten spitzt die Sonne hindurch und schenkt uns einen kurzen Blick auf die tief unter uns liegende Ebene Es Pla. Die wenigen Überreste der Festung lassen die mächtige Größe nur erahnen.
Sie herrscht in 822m Höhe auf dem Rücken des Puig d' Alaró und galt lange Zeit als uneinnehmbar. Heute ist sie für viele Mallorquiner noch ein Freiheitssymbol. Im Olivengarten des angrenzenden Klosters legen wir unsere Mittagspause ein. Wieder umgeben vom dichten Nebel entschließen wir uns sehr bald zum Abstieg. Fast unten verziehen sich die Nebelwolken und schenken uns einen sonnigen Nachmittag, den wir teils im alten Olivenhain bei warmer Sonne genießen.

Km: 84 - Wetter: bis 14:30 Nebel - später sonnig

So. 27.03.05 - Puig de Inca - Talaia Penya Rotja - Puig de Maria

Panoramen, Palmen und schroffe Felsformationen

Acht Uhr Aufstehen - Philipp ist nicht wach zu kriegen, er ist wieder einmal der Letzte der aufsteht. Eigentlich ganz ungewohnt, denn normalerweise ist es umgekehrt.
Das Wetter könnte nicht besser sein. Wir entschließen uns für eine bekannte Tour, die wir im letztes Jahr bei dunklen, wolkenverhangenem Himmel gelaufen sind. Schnell lenken wir quer durch die Insel. Einem Abstecher zum schon mehrfach besuchten Puig de Inca, können wir uns wegen der außergewöhnlichen Fernsicht nicht entziehen. Der mehrere hundert Meter hohe Tafelberg liegt fast im Zentrum der Insel und bietet somit einen weiten Rundblick.

Den Norden und somit Alcudia erreicht, können wir vor der Wahlfahrtskirche Ermita de la Victoria bequem parken. Hier beginnt auch die Wanderroute zum Talaia Penya Rotja (354m) auf dem eine alte Kanone ruht.
Über einen Fahrweg der sich über einige Serpentinen bergauf windet, durchstreifen wir den Aleppokiefernwald mit Zwergpalmen im Unterholz. Ein Hinweisschild weist auf unser Ziel und wir folgen den schmalen Pfad, der sich an den steilen Küstenhängen entlang windet. Vor unseren Augen breitet sich ein prächtiges Küstenpanorama aus. Unseren Weg begleiten riesige Dißgrasbüsche, Rosmarinsträucher und gelb leuchtender Ginster tupft die Berghänge. Im Norden erkennen wir die bizarren Felsformationen des Cap Formentor und dazwischen, weit unter uns, breitet sich das tiefblaue Meer der Bahia de Pollenca aus. Nun windet sich unser Pfad so eng an der immer steiler werdenden Felswand entlang, dass an manchen Stellen wegen Absturzgefahr primitive Holzzäune aufgestellt worden sind und Eisenketten Halt bieten. Nun erreichen wir einen engen Durchschlupf. In einer Art Festungsturm klebt er direkt in der senkrecht abfallenden Wand. Mit Sicherheit ist er eines der originellsten Fotomotive der Insel. Das Loch passiert, bietet sich ein Aussichtspunkt der Extraklasse hoch über dem militärischen Sperrgebiet am Cap des Pinar. Tief unter uns schimmern zahlreiche kleinen Buchten in leuchtendem Türkis.
Über einige Kletterpassagen steigen wir hoch zum Penya Rotja, dem höchsten Punkt am Cap. Bei bester Fernsicht schweift unser Blick über die ganze Nordküste, ja sogar hinüber zur Nachbarinsel Menorca. Die kleine Plattform teilen wir uns mit einer alten Kanone auf der Philipp "wie einst der Baron von Münchhausen" sitzt. Nach ausgiebiger Mittagspause, an diesem außergewöhnlichen Platz geht's den selben Weg zurück.

 

Die Küstenstraße verläuft nur wenige Meter entfernt vom Meer - eine ansprechende Bucht lockt zu einem längeren Aufendhalt. Philipp beschäftigt sich mit Steine werfen und planschen im eisig kalten Meer - wir genießen die wärmende Sonne. Wir lassen uns Zeit, ehe wir zum nächsten Abschnitt starten, der uns zu einer weiteren Tour auf den Puig de Maria nahe Polenca führen wird.

Der Aufstieg auf 330 Meter Höhe erfolgt anfangs über eine schmale Straße, die später endet und in einen mit Natursteinen gepflasterten Weg übergeht. Die grandiosen Ausblicke auf Polenca laden immer wieder zum Verweilen ein. Oben thront das Frauenkloster Ermita de Nostra. Im Jahre 1348 soll nach einer Lichterscheinung hier oben eine Marienstatue gefunden worden sein. Als man sie ins Tal bringen wollte, wurde sie so schwer, dass acht starke Männer sie nicht vom Fleck bewegen konnten. Dies war der Anlass für den Bau des Klosters.

Km: 153 - Wetter: Sonnenschein

Mo. 28.03.05 - Tomir - Cala s. Vicense

Eine Kletterpartie zum Gipfel des Puig Tomir

Nachdem das Tor bei der Finca Manut für die Zufahrt nach Binifaldo geschlossen ist, müssen wir das Auto parken und entlang einer schmalen Teerstraße die 3 km zu Fuß gehen. Irgendwann endet die Straße vor den Toren eines Mineralwasserwerkes, wo auch der Beginn des Wanderweges sein soll. Doch viele Schilder weisen in sämtliche Himmelsrichtungen, nur das Schild Tomir ist nicht aufzufinden. Ein vorbeikommender Mountenbiker weist uns den richtigen Weg, der etwas versteckt um die Ecke beginnt. Durch einen Mischwald aus Kiefern und Steineichen schrauben wir uns hoch, bis wir ein Geröllfeld erreichen, dass wir überqueren müssen. Nun öffnet sich der Blick auf die umliegende Bergwelt. In 850 m Höhe erreichen wir eine schmale Klamm. Wer nicht schwindelfrei ist, der sollte spätestens hier umdrehen, so steht es im Wanderführer beschrieben. Entlang einer Felswand überqueren wir ein zweites, stark abschüssiges Geröllfeld. Steigeisen und ein Halteseil helfen uns beim Überwinden eines steilen Felshanges. Vor uns eröffnet sich ein riesiges Gebirgsplateau, das wir umrunden. Erst jetzt erblicken wir den 1102 m hohen Hauptgipfel des Puig Tomir. Eine Betonsäule zeig den höchsten Punkt des Berges. Hier verbringen wir unsere Mittagspause und genießen den wunderschönen Rundblick. Vor uns liegen die weit geschwungenen Buchten von Polenca und Alcudia, hinter uns das Gipfelpanorama des unzugänglichen Puig Mayor (1445 m). Leider ist der Himmel von tief hängenden Wolken verhangen und somit die Aussicht nicht gerade besonders gut, dennoch verleiht das schon fast hochalpine Gebirgspanorama einen besonderen Flair. Etwas unterhalb ruhen die Mauerreste von zwei alten Schneehäusern. Bis zur Erfindung des Kühlschrankes wurde hier Schnee gesammelt und im Schutz der Mauern zwischen Dißgras gut isoliert gelagert. Während der heißen Sommermonaten wurde dann das Natureis zur Kühlung von Bier und anderen Getränken mühsam hinuntertransportiert.

Nicht mehr weit ist es zur schönen Cala Sant Vicense. Die uns bekannte Bucht wollen wir dieses mal aus einer anderen Perspektive kennen lernen. Ein Schotterweg führt um die Bucht herum zu einen Wachturm hoch. Selbst die wunderschönen Ausblicke können uns nicht mehr weiter anspornen, nachdem wir bei der Wanderung zum Tomir unsere letzten Kräfte verbrauchten. Auf halber Strecke drehen wir um und sparen uns diese Route für ein anderes mal auf.

Km: 153 - Wetter: Bewölkt - abends Sonne

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Di. 29.03.05 - Cala Mesquida - Capdepera

Am östlichsten Ende der Insel

Die Anfahrt zieht sich auf ländlichen Straßen quer durch die Insel. Baustellen um Palma und zahlreiche Orte die wir durchqueren, zerren die Fahrt auf gut zwei Stunden Länge. Endlich fahren wir in Capdepera ein, es ist nicht mehr weit zur Traumbucht Cala Mesquida. Das klare Wetter lässt den weit entfernten Wachturm auf dem 288 Meter hohen Jaumell gut erkennen. Wir können nicht widerstehen, unserem Berg vom letzten Jahr einen erneuten Besuch abzustatten.
Über den feinen Sandstrand, 580m lang und begrenzt von haushohen Sanddünen geht es rüber zu einem gemächlich ansteigenden Weg, der sich durch den Aleppokiefernwald schlängelt. Dem Hinweisschild zum Talaia de Son Jaumel (Wachturm) folgend, führt uns ein Pfad über steile Kehren einen Waldhang hinauf. Oben auf dem freien Höhenrücken überqueren wir den Grat zum schon von weitem sichtbaren Wachturm. Langsam wird die Szenerie frei auf die darunter liegende Cala Mesquida. Milchig grün bis dunkelblau leuchtet sie uns an und überall blitzen kleine Palmen in der Sonne. Das klare Wetter bietet eine phantastische Sicht auf diese großartige Landschaft. Im Windschatten des Turmes stärken wir uns für den geplanten steilen Abstieg, um die Rundwanderung zu vollenden. Obwohl der Eine oder Andere in die eisigen Fluten kurz eintaucht, ist es zum Baden doch noch zu kalt. Philipp streift nur kurz das Wasser, er beschäftigt sich lieber mit Sandburgen bauen. Nach längerem Aufenthalt geht es zurück nach Capdepera.

Das Auto bleibt auf einem Parkplatz im Zentrum stehen, wir spazieren durch lebendiges Mittelalter bis wir die größte Festung Mallorcas erreichen. Das Tor zur Burg steht weit offen, freilich nur gegen Eintritt. Wir können es uns nicht verkneifen, bereits zum dritten Mal die Festung zu durchstreifen. Dieses Mal bei Sonnenschein entdecken wir immer wieder etwas Neues. Unangenehm überrascht wurden wir beim späteren Eis essen. Mit 1 Euro 20 Cent für eine Kugel Eis finden wir die Preise doch etwas überzogen, verglichen mit dem Geschmack des Eises im Hotel, ist es banal.

Km: 170 - Wetter: Sonnenschein bei 24°C

 

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