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Wandern auf Mallorca - 2005
© Franz Sebald
www.sebaldreisen.de
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Unseren diesjährigen
Mallorca Wanderurlaub buchten wir knapp eine Woche vor Reisebeginn, nachdem
mir bei einer früheren telefonischen Anfrage im Reisebüro versichert wurde,
dass die Lastminute Preise in den letzten Tagen erheblich sinken würden.
Im Internet verfolgte ich den Markt und musste ableiten, dass die günstigen
Angebote immer weniger wurden und somit die Preise stiegen. Auch die billigen
Leihwagen waren mittlerweile alle vergriffen, so dass ich auf ein 50%
teureres Angebot zurückgreifen musste und letztendlich froh war überhaupt
noch einen fahrbaren Untersatz bekommen zu haben. Zu allem kam auch noch,
dass Margit und ich zwei Tage vor Abflug mit knapp 40° Fieber im Bett
lagen.
Am
Vorabend noch schnell gepackt und unser geliebtes Auto zum tanken gefahren,
muss ich feststellen, dass es nur noch auf drei Zylinder läuft. Was sich
aber nach kurzen Streicheleinheiten an den Zündkerzen wieder einstellt.
Mo. 21.03.05
- München - Mallorca - Platja de Palma - Cala Pi
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Die
Nacht ist kurz: 00:45 Aufstehen mit starken Kopfschmerzen die im laufe
der Fahrt besser werden. Das Auto läuft die 120 km nach München durch,
so dass wir pünktlich um 3 Uhr den Flughafen erreichen. Doch unter dem
Flug die nächste Überraschung - von meinem linken Backenzahn bricht
eine Ecke weg. Na wenn das alles kein gutes Omen ist.
Ganz unerwartet,
liegen bereits unsere Koffer auf dem Laufband - die letzten Male hatten
wir immer eine Ewigkeit warten müssen. Auch der Transfer zum Hotel spielte
sich innerhalb von 15 Minuten ab, so dass wir bereits um 8 Uhr morgens
im Hotel stehen. Nach Leihwagen und Zimmerübergabe wird erst mal etwas
versäumter Schlaf nachgeholt. Kurz nach Mittag lenken wir entlang der
Küstenstraße über Lucmajor zur Cala Pi an die Südostküste.
Uns erwartet eine wunderschöne fjordartige Bucht mit einem kleinem Fischerhafen.
Am Eingang des Fjordes ruht ein alter Wachturm, der auf einem Felsvorsprung
hoch über der Bucht liegt. Trotz des bewölkten Wetters ist der Blick
auf die Küste wunderschön. Wir schlendern ein wenig an der Küste entlang,
bevor wir uns auf den Rückweg machen.
Unterwegs
sind wir schon gedanklich bei der Hotelsuche, nachdem wir Palma erstmals
über die Autobahn ansteuern. Dennoch sind wir ganz überrascht als wir
wenige hundert Meter nach der Autobahnausfahrt prompt vor unserem Hotel
stehen und zugleich direkt gegenüber des Portals einen Parkplatz finden.
Km: 92
- Wetter: Vormittags bewölkt - Nachmittags teils Sonne 20°C
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Di. 22.03.05
- Mirador Es Colomer - Kloster Lluc - Torrent de Pareis
Die
landschaftlichen Höhepunkte Mallorcas
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Vorbei
an Port de Polenca führt eine kurvenreiche Straße hinauf in die wilde
Gebirgslandschaft von Formentor. Nach kurzer Fahrt haben wir den ersten
Höhepunkt dieser Reise erreicht, was uns zahlreiche Busse und Autos bestätigen.
Mirador Es Colamer heißt der Aussichtspunkt der einen atemberaubenden
Blick über die wildzerklüftete Felsenküste ermöglicht.
Mehrere aneinander gereihte Aussichtsterrassen, mit Treppen verbunden,
direkt auf dem Bergrücken errichtet, bieten immer wieder neue, reizvolle
Ansichten dieser Steilküstenlandschaft. In über 200m Tiefe tobt pausenlos
das Meer und die Bedeutung des Wortes "Naturgewalt" wird einem wieder
einmal klar.
Nach
diesem Riesenandrang haben wir keine Lust auf Schneckentempo fahren. Unseren
geplanten Abstecher zum Cap Formentor ersetzen wir mit einer Fahrt in
die entgegengesetzte Richtung zum Kloster Lluc. Das Kloster ist Mallorcas
wichtigster Wallfahrtsort. Verehrt wird in ihm die schwarze Madonna, die
ein kleiner Junge (Lluc) beim Hüten der Schafe im Gestrüpp gefunden hat.
Ein schöner Weg führt entlang des Kreuzweges rauf zu einem Aussichtspunkt
mit herrlichem Blick aufs Kloster und ins Landesinnere.
Höhepunkt
des Nachmittags ist die abenteuerliche Serpentinenstraße Sa Calobra. Wie
eine Schlange (Calobra = Natter) windet sie sich über viele Schleifen
hinunter zur 800 Meter tiefer liegenden Bucht Calobra. Oben beginnt die
Strasse mit dem berühmten Nus de la Sa Cobretta, dem Krawattenknoten.
Das ist eine Schleife von fast 360°. Mangels Platz konnte eine Felsstufe
nur so überwunden werden. Die Strecke zählt zum festen Programm von Inselrundfahrten,
so ist es kein Wunder, dass wir des Öfteren an so mancher engen Stelle
den riesigen Bussen ausweichen müssen. An einer Stelle ist die Durchfahrt
zwischen zwei Felswänden auf knapp 3 m eingeengt, gerade noch Platz damit
sich die Busse durchzwängen können. 
Der großartige
Canon Torrent de Pareis ist durch eine schmale Felsspalte mit dem Meer
verbunden. Ein Fußpfad am Fuße der Felswände entlang, lässt uns dieses
Wunder der Natur näher erkunden. Durch einen Fußgängertunnel durchqueren
wir die Felsbarriere und vor uns öffnet sich ganz unvermutet ein von senkrechten
Wänden umschlossener Talkessel durch den sich der Fluss Pareis windet.
Wegen des niedrigen Wasserstandes, laufen wir tiefer in die Schlucht hinein.
Zu beiden Seiten ragen die senkrecht aufsteigenden Felswände mehrere hundert
Meter empor und rücken immer enger zusammen. Leider reicht die Zeit für
eine ausgiebige Wanderung nicht aus, denn es ist bereits 17 Uhr und uns
stehen noch 1,5 Stunden Rückfahrt bevor.
Km: 228 -
Wetter: Sonnig 21°C
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Mi. 23.03.05
- Santany - Cala Montrago - Cala Figuera
Küstenwanderung
entlang der vielen kleinen Buchten
Am Rande des
Naturschutzgebietes, können wir auf einem kostenlosen Parkplatz anhalten.
Entlang eines gut ausgebauten Weges geht's rüber zu der von Kiefernwäldern
umgebenen Bucht Cala Montrago. Der große, sehr schöne Strand wurde Anfang
der 90er Jahre zu einem großartigen Erfolg mallorquinischer Naturschützer,
denn das jetzige Naturschutzgebiet sollte damals in eine Hotellandschaft
verwandelt werden. Unzählige kleine und kleinste Calas gliedern die Ostküste
wie ein Sägeblatt. Neben vielen kleinen Buchten umgehen wir auch die größte
in diesem Gebiet, die Cala Montrago mit ihren türkisfarbenen Wasser und
weißen Sandstrand. Sie wird von kleinen Felswänden sowie pinienbewachsenen
Hügeln umrahmt und gelb blühender Ginster tupft die Ufer.
Den
schönsten Hafen Mallorcas, der noch ein echter Fischerhafen ist, findet
man an der Cala Figuera. Die Lage ist einzigartig. Der schmale Naturhafen
reicht weit ins Land hinein, umgeben von kleinen Häusern. Malerische Fischerboote
tümpeln im Wasser und die Bootschuppen sind teilweise in den Fels gehauen.
Besonders stimmungsvoll ist unser Spaziergang entlang des Hafens. Wir
sind fasziniert von den kräftigen Farben des träge sich wiegenden Wassers.
Von leuchtendem türkis bis tief blau sind alle Schattierungen vertreten.
Die Tore hinter denen sich zum Teil die Bootshäuser befinden, sind alle
in einem einheitlichen Grün gestrichen, was einen farblich krassen Gegensatz
zu den weißen und hellbraunen Häusern bildet. Leider kann ich das ansprechende
Ambiente nicht so richtig genießen, denn der bereits im Flug geschädigte
Backenzahn kündigt Aktivität und somit eine schlaflose Nacht an.
Km: 78 -
Wetter: ab 10 Uhr sonnig
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Do.
24.03.05 - Sa Granja - Valldemossa - Son Real - Raixa
Die
Nacht war lang und die erste Aktion nach dem Frühstück beginnt mit der
Suche einer Apotheke um Schmerztabletten zu besorgen. So gehen wir den
Tag ganz locker an und lenken zum nicht all zu weit entfernten Sa Grania.
Südlich von Valldemossa liegt das alte Landgut. Schon die alten Römer
kannten die Quelle von Sa Granja, die hier aus dem Fels sprudelt und den
Landsitz in ein fruchtbares Paradies verwandelt. Später im 10. Jh. nutzten
die Araber das ausgezeichnete Wasser und dessen Kräfte, um mit Mühlen
Korn zu mahlen oder Olivenöl zu pressen. Noch heute sind die arabischen
Einflüsse zu erkennen.
Der heutige Eigentümer Cristóbal Seguí Colom restaurierte das Gebäude
und machte es zu einem sehenswerten Museum, in dem man viel über die Lebensart
und das handwerkliche Geschick der Menschen aus längst vergangenen Zeiten
erleben kann.
Nicht
mehr weit ist es nach Valldemossa, ein touristischer Anziehungspunkt erster
Güte. Der Ort selber ist in den Nebengassen, abseits des Touristenrummels,
ein verträumter Ort geblieben, mit schönen Häusern aus Naturstein, umgeben
von einer reizvollen Landschaft. Auffallend sind hunderte von bunt bepflanzten
Blumentöpfen die Hausfassaden und Straßen säumen. 
Die
Zeit reicht noch für einen kurzen Abstecher an die Westküste zum Aussichtspunkt
Son Real. Eine Plattform liegt mehrere hundert Meter über dem Meer mit
berauschenden Blick auf die steil abfallende Küstenlinie.
Km:
96 - Wetter: Früh bewölkt - Nachmittag sonnig
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Fr. 25.03.05
- Sant Elm
Kloster und
Wachturm in einem herrlichen Küstenpanorama 
Nach längerem
Suchen im letzten Jahr steuern wir dieses Mal den Parkplatz am Beginn
des Wanderweges direkt an. Somit können wir uns die Parkgebühr für den
Großparkplatz am Ortsbeginn von Sant Elm sparen.
Geplant ist eine Rundtour zum Trappistenkloster Sa Traba und im Anschluss,
falls uns die Kräfte nicht verlassen, eine weitere Küstenwanderung zum
Wachturm Torre Cala Basset. 
Über einen Karrenweg durch den Hochwald erreichen wir einen Pfad. Steil
windet er sich am Westhang des Berges entlang. Die Bäume weichen zurück
und die Ausblicke auf die Insel Dragonera werden immer schöner. Wir nähern
uns einer fast senkrecht abfallenden Felswand mit spektakulären Blicken
hinunter zum tief blauen Meer. Gerade jetzt beginnen einige Kletterpassagen
über Felsblöcke und Steinstufen. Philipp ist ganz Begeistert vom Klettern,
seine Höhenangst hat er anscheinend vergessen. Oben stoßen wir auf ein
Felscap, das direkt auf die Insel Dragonera weist. Weit unter uns liegt
ein herrliches Küstenpanorama mit der grün leuchtenden Bucht Cala Basset.
Die Ruhe wird nur durch das ferne Brandungsgeräusch und Möwenschreie unterbrochen.
Um uns herum breitet sich eine Maccchienlandschaft aus. Viele Zwergpalmen,
sowie Wolfsmilchbüsche mit ihren gelben Blüten überziehen die Hänge. Nicht
mehr weit ist es zum Kloster Sa Traba. Ganz unscheinbar liegt das teils
zerfallene Gemäuer in der einsamen Landschaft. Ein Schotterweg führt uns
weiter entlang vieler, steiler Serpentinen den Berg hinauf und auf der
anderen Seite ebenso steil hinab.
Unten an einer Weggabelung entscheiden wir uns für die geplante zweite
Tour zum Wachturm Torre Cala Basset, den wir durch einen dichten Kiefernwald
erreichen. Er wurde im Jahre 1583 errichtet um die Piratenüberfälle einzudämmen.
Der Rundbau steht noch immer und ist heute als Aussichtspunkt zur Dracheninsel
hochgeschätzt. 
Den Rückweg wählen wir in unmittelbarer Nähe des Meeres. Auf einem kleinen
Pfad erreichen wir eine senkrecht zum Meer hin abfallende Felswand. Durch
eine gestufte Felsspalte, die schräg durch die Felswand verläuft, überwinden
wir die Passage überraschend gut. Die Lage ist spektakulär: Wir inmitten
der Wand, unter uns das tiefblaue Meer und ein Ausblick dazu, der einen
staunen lässt.
Km: 109 -
Wetter: Früh sonnig - Nachmittag bewölkt
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Sa. 26.03.05
Castell de Alaro
Nebeltour
zum Castell 
Mit der Sonne
erwacht und gefrühstückt, planen wir heute eine Wandertour zum Castell
de Alaro. Beim Erreichen der Gebirgskette Serra de Tramuntana werden wir
von tief hängenden Nebelwolken empfangen. Von unserem Ausgangspunkt Orient
können wir das Wanderziel den Puig de Alaro nur erahnen.
Quer durch einen alten Olivenhain erreichen wir den Waldrand, von wo sich
der Pfad mächtig bergauf schlängelt. Der uns umgebende Nebel wird immer
dichter, die Luft ist nieselig, mehr als 70 Meter Sichtweite sind nicht
mehr drin und die Orientierung fällt immer schwerer. Die Stille die uns
umgibt und die moosbewachsenen bizarren Baumformationen wirken schon etwas
unheimlich. Beim Erreichen einer großen Lichtung teilt sich der Weg. Treppenstufen
und alte Bepflasterung lassen darauf schließen, dass es sich um den Burgpfad
handelt.
Plötzlich reißt die Nebelwand auf und weit vor uns können wir den Eingang
zur Festung ausmachen. Nur für zehn Minuten spitzt die Sonne hindurch
und schenkt uns einen kurzen Blick auf die tief unter uns liegende Ebene
Es Pla. Die wenigen Überreste der Festung lassen die mächtige Größe nur
erahnen.
Sie herrscht in 822m Höhe auf dem Rücken des Puig d' Alaró und galt lange
Zeit als uneinnehmbar. Heute ist sie für viele Mallorquiner noch ein Freiheitssymbol.
Im Olivengarten des angrenzenden Klosters legen wir unsere Mittagspause
ein. Wieder umgeben vom dichten Nebel entschließen wir uns sehr bald zum
Abstieg. Fast unten verziehen sich die Nebelwolken und schenken uns einen
sonnigen Nachmittag, den wir teils im alten Olivenhain bei warmer Sonne
genießen.
Km: 84 -
Wetter: bis 14:30 Nebel - später sonnig
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So. 27.03.05
- Puig de Inca - Talaia Penya Rotja - Puig de Maria
Panoramen,
Palmen und schroffe Felsformationen
Acht
Uhr Aufstehen - Philipp ist nicht wach zu kriegen, er ist wieder einmal
der Letzte der aufsteht. Eigentlich ganz ungewohnt, denn normalerweise
ist es umgekehrt.
Das Wetter könnte nicht besser sein. Wir entschließen uns für eine bekannte
Tour, die wir im letztes Jahr bei dunklen, wolkenverhangenem Himmel gelaufen
sind. Schnell lenken wir quer durch die Insel. Einem Abstecher zum schon
mehrfach besuchten Puig de Inca, können wir uns wegen der außergewöhnlichen
Fernsicht nicht entziehen. Der mehrere hundert Meter hohe Tafelberg liegt
fast im Zentrum der Insel und bietet somit einen weiten Rundblick.
Den
Norden und somit Alcudia erreicht, können wir vor der Wahlfahrtskirche
Ermita de la Victoria bequem parken. Hier beginnt auch die Wanderroute
zum Talaia Penya Rotja (354m) auf dem eine alte Kanone ruht.
Über einen Fahrweg der sich über einige Serpentinen bergauf windet, durchstreifen
wir den Aleppokiefernwald mit Zwergpalmen im Unterholz. Ein Hinweisschild
weist auf unser Ziel und wir folgen den schmalen Pfad, der sich an den
steilen Küstenhängen entlang windet. Vor unseren Augen breitet sich ein
prächtiges Küstenpanorama aus. Unseren Weg begleiten riesige Dißgrasbüsche,
Rosmarinsträucher und gelb leuchtender Ginster tupft die Berghänge. Im
Norden erkennen wir die bizarren Felsformationen des Cap Formentor und
dazwischen, weit unter uns, breitet sich das tiefblaue Meer der Bahia
de Pollenca aus. Nun windet sich unser Pfad so eng an der immer steiler
werdenden Felswand entlang, dass an manchen Stellen wegen Absturzgefahr
primitive Holzzäune aufgestellt worden sind und Eisenketten Halt bieten.
Nun erreichen wir einen engen Durchschlupf. In einer Art Festungsturm
klebt er direkt in der senkrecht abfallenden Wand. Mit Sicherheit ist
er eines der originellsten Fotomotive der Insel. Das Loch passiert, bietet
sich ein Aussichtspunkt der Extraklasse hoch über dem militärischen Sperrgebiet
am Cap des Pinar. Tief unter uns schimmern zahlreiche kleinen Buchten
in leuchtendem Türkis.
Über einige Kletterpassagen steigen wir hoch zum Penya Rotja, dem höchsten
Punkt am Cap. Bei bester Fernsicht schweift unser Blick über die
ganze Nordküste, ja sogar hinüber zur Nachbarinsel Menorca. Die kleine
Plattform teilen wir uns mit einer alten Kanone auf der Philipp "wie einst
der Baron von Münchhausen"
sitzt. Nach ausgiebiger Mittagspause, an diesem außergewöhnlichen Platz
geht's den selben Weg zurück.
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Die
Küstenstraße verläuft nur wenige Meter entfernt vom Meer - eine
ansprechende Bucht lockt zu einem längeren Aufendhalt. Philipp beschäftigt
sich mit Steine werfen und planschen im eisig kalten Meer - wir genießen
die wärmende Sonne. Wir lassen uns Zeit, ehe wir zum nächsten Abschnitt
starten, der uns zu einer weiteren Tour auf den Puig de Maria nahe Polenca
führen wird.
Der Aufstieg
auf 330 Meter Höhe erfolgt anfangs über eine schmale Straße, die später
endet und in einen mit Natursteinen gepflasterten Weg übergeht. Die grandiosen
Ausblicke auf Polenca laden immer wieder zum Verweilen ein. Oben thront
das Frauenkloster Ermita
de Nostra. Im Jahre 1348 soll nach einer Lichterscheinung hier oben eine
Marienstatue gefunden worden sein. Als man sie ins Tal bringen wollte,
wurde sie so schwer, dass acht starke Männer sie nicht vom Fleck bewegen
konnten. Dies war der Anlass für den Bau des Klosters.
Km: 153
- Wetter: Sonnenschein
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Mo. 28.03.05
- Tomir - Cala s. Vicense
Eine Kletterpartie
zum Gipfel des Puig Tomir
Nachdem
das Tor bei der Finca Manut für die Zufahrt nach Binifaldo geschlossen
ist, müssen wir das Auto parken und entlang einer schmalen Teerstraße
die 3 km zu Fuß gehen. Irgendwann endet die Straße vor den Toren eines
Mineralwasserwerkes, wo auch der Beginn des Wanderweges sein soll. Doch
viele Schilder weisen in sämtliche Himmelsrichtungen, nur das Schild Tomir
ist nicht aufzufinden. Ein vorbeikommender Mountenbiker weist uns den
richtigen Weg, der etwas versteckt um die Ecke beginnt. Durch einen Mischwald
aus Kiefern und Steineichen schrauben wir uns hoch, bis wir ein Geröllfeld
erreichen, dass wir überqueren müssen. Nun öffnet sich der Blick auf die
umliegende Bergwelt. In 850 m Höhe erreichen wir eine schmale Klamm. Wer
nicht schwindelfrei ist, der sollte spätestens hier umdrehen, so steht
es im Wanderführer beschrieben. Entlang einer Felswand überqueren wir
ein zweites, stark abschüssiges Geröllfeld. Steigeisen und ein Halteseil
helfen uns beim Überwinden eines steilen Felshanges. Vor uns eröffnet
sich ein riesiges Gebirgsplateau, das wir umrunden. Erst jetzt erblicken
wir den 1102 m hohen Hauptgipfel des Puig Tomir. Eine Betonsäule zeig
den höchsten Punkt des Berges. Hier verbringen wir unsere Mittagspause
und genießen den wunderschönen Rundblick. Vor uns liegen die weit geschwungenen
Buchten von Polenca und Alcudia, hinter uns das Gipfelpanorama des unzugänglichen
Puig Mayor (1445 m). Leider ist der Himmel von tief hängenden Wolken verhangen
und somit die Aussicht nicht gerade besonders gut, dennoch verleiht das
schon fast hochalpine Gebirgspanorama einen besonderen Flair. Etwas unterhalb
ruhen die Mauerreste von zwei alten Schneehäusern. Bis zur Erfindung des
Kühlschrankes wurde hier Schnee gesammelt und im Schutz der Mauern zwischen
Dißgras gut isoliert gelagert. Während der heißen Sommermonaten wurde
dann das Natureis zur Kühlung von Bier und anderen Getränken mühsam hinuntertransportiert.
Nicht mehr
weit ist es zur schönen Cala Sant Vicense. Die uns bekannte Bucht wollen
wir dieses mal aus einer anderen Perspektive kennen lernen. Ein Schotterweg
führt um die Bucht herum zu einen Wachturm hoch. Selbst die wunderschönen
Ausblicke können uns nicht mehr weiter anspornen, nachdem wir bei der
Wanderung zum Tomir unsere letzten Kräfte verbrauchten. Auf halber Strecke
drehen wir um und sparen uns diese Route für ein anderes mal auf. 
Km: 153 -
Wetter: Bewölkt - abends Sonne
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Di. 29.03.05
- Cala Mesquida - Capdepera
Am östlichsten
Ende der Insel
Die
Anfahrt zieht sich auf ländlichen Straßen quer durch die Insel. Baustellen
um Palma und zahlreiche Orte die wir durchqueren, zerren die Fahrt auf
gut zwei Stunden Länge. Endlich fahren wir in Capdepera ein, es ist nicht
mehr weit zur Traumbucht Cala Mesquida. Das klare Wetter lässt den weit
entfernten Wachturm auf dem 288 Meter hohen Jaumell gut erkennen. Wir
können nicht widerstehen, unserem Berg vom letzten Jahr einen erneuten
Besuch abzustatten.
Über
den feinen Sandstrand, 580m lang und begrenzt von haushohen Sanddünen
geht es rüber zu einem gemächlich ansteigenden Weg, der sich durch den
Aleppokiefernwald schlängelt. Dem Hinweisschild zum Talaia de Son Jaumel
(Wachturm) folgend, führt uns ein Pfad über steile Kehren einen Waldhang
hinauf. Oben auf dem freien Höhenrücken überqueren wir den Grat zum schon
von weitem sichtbaren Wachturm. Langsam wird die Szenerie frei auf die
darunter liegende Cala Mesquida. Milchig grün bis dunkelblau leuchtet
sie uns an und überall blitzen kleine Palmen in der Sonne. Das klare Wetter
bietet eine phantastische Sicht auf diese großartige Landschaft. Im Windschatten
des Turmes stärken wir uns für den geplanten steilen Abstieg, um die Rundwanderung
zu vollenden. Obwohl der Eine oder Andere in die eisigen Fluten kurz eintaucht,
ist es zum Baden doch noch zu kalt. Philipp streift nur kurz das Wasser,
er beschäftigt sich lieber mit Sandburgen bauen. Nach längerem Aufenthalt
geht es zurück nach Capdepera.
Das
Auto bleibt auf einem Parkplatz im Zentrum stehen, wir spazieren durch
lebendiges Mittelalter bis wir die größte Festung Mallorcas erreichen.
Das Tor zur Burg steht weit offen, freilich nur gegen Eintritt. Wir können
es uns nicht verkneifen, bereits zum dritten Mal die Festung zu durchstreifen.
Dieses Mal bei Sonnenschein entdecken wir immer wieder etwas Neues. Unangenehm
überrascht wurden wir beim späteren Eis essen. Mit 1 Euro 20 Cent für
eine Kugel Eis finden wir die Preise doch etwas überzogen, verglichen
mit dem Geschmack des Eises im Hotel, ist es banal.
Km: 170 -
Wetter: Sonnenschein bei 24°C
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