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Wandern auf Mallorca - 2004
© Franz Sebald
www.sebaldreisen.de
Fotogalerie
Panoramabilder
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Dieses Jahr
verbrachten wir eine Woche mit Wandern auf Mallorca. Wie auch letztes
mal nutzten wir die Faschingsferien Ende Februar dazu. Leider war das
Wetter sehr unbeständig, so dass wir unsere Touren spontan - je nachdem
wo es gerade nicht regnete - durchführten. Oft war das Wetter an der Westküste
schlecht und im Osten strahlte die Sonne. Nach den lehrreichen Erfahrungen
im Vorjahr, wo wir unser Auto irgendwo in Arta abstellten und es fast
nicht mehr fanden, wurden wir dieses Jahr in den Bergen von starkem Hagel
überrascht.
So. 22.02.04
- Pollenca - Cala Sant Vicenc
Hoch im Norden
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Noch
Müde vom frühen Flug sitze ich in der Aula des Hotels Boccaccio in Port
de Alcudia und warte auf die Übergabe unseres gemieteten Autos. Aus
dem versprochenen Corsa wird ein Toyota Yaris, dessen Nutzung schon
sehr gewöhnungsbedürftig ist. Kaum den Fahrzeugschlüssel in der Hand,
geht's auch gleich los zur nahegelegenen Stadt Pollenca.
Über 365
von Zypressen gesäumten Stufen geht es rauf zum Kalvarienberg. Die honiggelben
Natursteinhäuser entlang der Treppe, der üppige Blumenschmuck in Terrakottagefäßen
und liebliche Vorgärten hinterlassen einen positiven Eindruck. Oben
auf dem 113 Meter hohen Berg steht eine kleine Kapelle. Besonders beeindruckend
ist der Blick über die Stadt bis hin zu den entfernten Felsformationen
des Cap de Formentor.
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Nach Wochenmarkt
und Stadtbesichtigung geht es rauf zum Hausberg Puig de Maria. Der Aufstieg
auf 330 Meter Höhe erfolgt anfangs über eine schmale Straße, die später
endet und in einen mit Naturstein gepflasterten Weg übergeht. Die grandiosen
Ausblicke laden immer wieder zum Verweilen ein. Oben thront das Frauenkloster
Ermita de Nostra. Im Jahre 1348 soll nach einer Lichterscheinung hier
oben eine Marienstatue gefunden worden sein. Als man sie ins Tal bringen
wollte, wurde sie so schwer, dass acht starke Männer sie nicht vom Fleck
bewegen konnten. Dies war der Anlass für den Bau des Klosters.
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Klare
Luft und Sonnenschein lockt zu einer weiteren Tour in die nahe gelegene
Bucht Cala Sant Vicenc. Trotz langem Suchen können wir den Beginn des
Wanderweges leider nicht finden. Dafür entschädigt die großartige Landschaft
mit ihren senkrecht abfallenden Felsformationen der Serra de Cavall Bernat.
Ein starker Wind treibt die hohen, dunkelblauen Wellen mit ihren weißen
Schaumkronen rauschend gegen die Brandung - salzig nieselt es uns an.
Die Hotelburg im Hintergrund der Bucht muss man einfach ignorieren um
dieses wunderbare Ambiente zu genießen.
Strecke:
Port d`Alcudia - Cretaix - Pollenca - Cala S. Vicence - Port d`Pollenca
- Port d`Alcudia - Tour: 45 km
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Die Küste
die keinen kalt lässt
Am
heutigen Morgen mit der Sonne erwacht, können wir es kaum
erwarten unseren geplanten
Ausflug an die Westküste nach Deia anzutreten. Um zeitig im Ort zu sein,
düsen wir fast nonstop durch. Letztes Jahr war es uns nicht möglich einen
Parkplatz zu ergattern.
Das traumhaft gelegene Örtchen zog schon früh Künstler und Schriftsteller
aus aller Welt an. Der schon zur maurischen Zeit bewohnte Ort, thront
hoch über der Küste, umgeben von Palmen, Olivenhainen und terrassierten
Ostgärten. Vorbei an urigen Jahrhunderte alten Natursteinhäusern, wegen
der Piratengefahr oft wehrhaft konstruiert, geht's rauf zum Kirchberg.
Der Fußmarsch erweist sich als besonders lohnenswert, vor allem wegen
der schönen Aussicht bis runter zum Meer. Ein Hinweisschild zum Wanderweg
Cala de Deia erweckt unser Interesse.
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Auf
einem teilweise gepflasterten Weg, der sich durch Oliventerrassen schlängelt,
geht's runter zur Cala de Deia. Der kleine malerische Naturhafen liegt
eingebettet in der Schlucht Torrent des Salt und kleine Bootshütten klammern
sich an die steilen Hänge. Wir sind fasziniert von den kräftigen Farben
des Wassers. Von leuchtendem Türkis bis tief Blau sind alle Schattierungen
vertreten. Ein paar zutrauliche, junge Katzen sonnen sich im Windschatten
aufgehängter Fischernetze und freuen sich auf jeden Besucher der ihnen
etwas Essbares mitbringt. Entlang der Westküste lenken wir weiter Richtung
Soller.
Gleich
hinter Deia bietet sich eine gute Gelegenheit für einen Fotostop. Die
ineinander verschachtelten Bauten des kleinen Weiler Lluc Alcari ruhen
stimmungsvoll inmitten von Palmen und Zypressen vor dem Hintergrund des
tiefblauen Meeres.
Die
Kleinstadt Soller liegt in einem fruchtbaren, von steilen Bergflanken
umschlossenen Talkessel. Orangen, Feigen und Zitronenbäume glänzen in
der Sonne. Weiter geht's Richtung Palma, allerdings nicht durch den 3km
Tunnel, sondern über die alte kurvenreiche Passstraße mit ihren 34 Kehren.
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Bereits
zum vierten mal vorbei gefahren, können wir es nicht fassen, dass wir
in den schlaglochreichen Schotterweg einmünden sollen, der laut unserer
Karte zum Landgut Raixa führen muss. Unterwegs zweifeln wir immer noch,
da keine Hinweisschilder zu finden sind. Plötzlich endet der Weg auf einem
großen Parkplatz vor dem zur Zeit der Mauren angelegten Park Raixa. Wegen
momentaner Renovierungsarbeiten in den Gebäuden wird großzügigerweise
kein Eintritt verlangt. Anfang des 19 Jh. wurde der bereits bestehende
Palast umgebaut, sowie zwei unterschiedliche Gärten angelegt, deren Stil
italienischen Einfluss nicht verleugnen kann. Beim durchsteifen der weiträumigen
Anlage kreuzen wir immer wieder Wasserrinnen, kleine Wasserfälle und riesige
Wasserbecken die stimmungsvoll integriert sind. Den Hausberg Es Puiget,
erklimmen wir über einen mit riesigen Agaven gesäumten Weg vorbei an Kapellen
und Pavillons. Es ist genial: tolle Aussicht bis nach Palma und eine Flora
- Fauna dazu, die einen staunen lässt.
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Ein
kleiner Umweg von Consell nach Alaro führt uns durch eine landschaftlich
reizvolle Gegend. Die Straßen sind schmal und von Bruchsteinmauern begrenzt.
Oberhalb von Alaro ruhen zwei gewaltige Felsen, gigantische Klötze, die
wie Wächter den Eingang zu einer Schlucht flankieren.
Kurz
nach Inca noch ein kleiner Abstecher zum Puig de Inca, ein Tafelberg mit
schöner Rundumsicht, um noch den Sonnenuntergang von hier oben mitzuerleben.
Auch wenn die Wetterverhältnisse in den vorherigen Wochen auf Mallorca
sehr vielversprechend waren, zieht bereits heute Nacht eine Schlechtwetterfront
übers Land. Ein Mix aus Sturm, Hagel, Schnee, Regen und immer wieder mal
Sonnenschein soll das Wetter der weiteren Tage bestimmen.
Strecke:
Port d`Alcudia - Inca - Santa Maria del Cami - Palmanyola - Valldemossa
- Deia - Soller - Palmanyola - Santa Maria del Cami - Consell - Alaro
- Inca - Port d`Alcudia - Tour: 173 km
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Di. 24.02.04
- Calonge - Cala Mondrago - Campos - Randa
Im Reich
der kleinen Buchten
Mit
Sonnenschein begrüßt uns dieser Tag. Nach dem großartigen Frühstück machen
wir uns auf den Weg zur Ostküste. Über Sta Margalida - Petra - Felunitx
erreichen wir den Naturpark Montrago.
Zwischenzeitlich hat sich das Wetter in graue tiefhängende Wolken verwandelt.
Am Rande des
Naturschutzgebietes, können wir auf dem (noch) kostenlosen Parkplatz parken.
Entlang eines gut ausgebauten Weges geht's rüber zu der von Kiefernwäldern
umgebenen Bucht Cala Montrago. Der kleine, sehr schöne Strand wurde Anfang
der 90er Jahre zu einem großartigen Erfolg mallorquinischer Naturschützer,
denn das jetzige Naturschutzgebiet sollte damals in eine Hotellandschaft
verwandelt werden. Unzählige
kleine und kleinste Calas gliedern die Ostküste wie ein Sägeblatt. Wir
umwandern die Bucht mit ihren türkisfarbenen Wasser und weißen Sandstrand.
Sie wird von kleinen Felswänden sowie pinienbewachsenen Hügeln umrahmt
und gelb blühender Ginster tupft die Ufer. Die Sanddünen reichen weit
ins Hinterland, daneben befindet sich ein schilfdurchzogenes Altwasser
in dem wir einheimische Vögel beobachten können.
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Bei
einem Spaziergang nähe Campos, durch ein fruchtbares Farmland in der weiten
Ebene, kreuzen wir immer wieder die für Mallorca so typischen Windmühlen.
Mehrere tausend Getreidemühlen und Mühlen zum Wasserheben verteilten sich
im 19. Jahrhundert über die Insel. Die Meisten sind heute verschwunden
oder verfallen. Die ersten Wassermühlen nutzte man aber nicht zur Bewässerung,
sondern zum Trockenlegen von Sümpfen.
Der Klosterberg,
oberhalb des gleichnamigen Ortes Randa ist mit 542 Meter die höchste Erhebung
in der Ebene Es Pla. Neben dem Kloster Lluc ist er das größte Wahlfahrtsziel
der Insel. Die Auffahrt hat sich wegen des eisigen Windes und des trüben
Wetters weniger gelohnt.
Strecke:
Port d`Alcudia - Sta Margalida - Petra - Felunitx - PM 401 - Calonge -
Cala d. Or - Cala Mondrago - Santanyi - Campos - Llucmajor - Randa - Algaida
- Sencelles - Inca - Port d`Alcudia - Tour: 200 km
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Mi. 25.02.04
- Alcudia - Port de Pollenca - Cala de Boquer - Mirador es Colomer
Panoramen,
Palmen und schroffe Felsformationen
Orkanartiger
Sturm und heftiger Regen begleitet uns die ganze Nacht. Der morgendliche
Blick auf die Wetterkarte an der Hotelrezeption lässt schlimmstes befürchten:
stark bewölkt bei 80% iger Regenwahrscheinlichkeit. Wir wählen eine Wandertour
in der näheren Umgebung am Cap bei Alcudia. Die Penya Rotja Tour kenne
ich bereits von schwärmenden Berichten aus dem Internet. Mal sehn ob sie
so lohnenswert ist.
Ausgangspunkt
für unsere Wanderung ist das Kloster Ermita de la Victoria. Die etwas
langweilige Schotterstraße, die uns über die Baumgrenze bringt, legen
wir etwas zügiger zurück. Auch damit es uns ein wenig wärmer wird bei
Temperaturen um die 8°C. Hoch über der Küste wandern wir den schroffen
Felsen des Penya Rotja entgegen. Ein
schmaler Pfad, entlang einer fast senkrecht abfallenden Felswand, die
vermutlich so mancher mit zitternden Knien überwindet, erreichen wir einen
engen Durchschlupf. In einer Art Festungsturm klebt er direkt in der senkrecht
abfallenden Wand. Mit Sicherheit ist er eines der originellsten Fotomotive
der Insel. Das Loch passiert, bietet sich ein Aussichtspunkt der Extraklasse
hoch über dem militärischen Sperrgebiet am Cap des Pinar. Trotz stark
bewölktem Himmel schimmern die Buchten tief unter uns in leuchtendem Türkis.
Wie traumhaft muss es hier wohl bei Sonnenschein sein?
Weiter geht
es zum Talaia d` Alcudia (Wachturm) der Weg dorthin zählt zu den "Wanderklassikern"
Mallorcas. Mit 451 Meter Höhe ist er der höchste Berg an diesem Cap. Besonders
schön ist der letzte Abschnitt zum Gipfel. Wir überwinden ihn über spektakulär
angelegte Serpentinen. Hier oben, wo noch die Grundmauern eines Turmes
zu sehen sind, hat man einen super Rundblick auf die Buchten von Alcudia
und Pollenca. Der starke, eisige Wind und die schlechte Fernsicht zwingen
uns schon sehr bald zum Abstieg.
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Der
noch frühe Nachmittag verleitet uns zu einer weiteren Tour nahe Port Pollenca
zur Cala Boquer. Vom Ortsrand von Port de Pollenca geht's rauf zur Finca
Boquer. Am Rande des Gutshofs entdeckt Margit einen Gummibaum, der größenmäßig
mit mittelgroßen Eichen konkurrieren kann. Der weitere Verlauf des Weges
führt uns durch bizarre Felsformationen und zwischen zwei großen Steinblöcken
ins weite, sanft ansteigende Tal Vall de Boquer hinein. Rechts die bizarren
Felstürme des Penyal Roig, links der gezackte, überhängende und durchlöcherte
Grat der Serra del Bernat - und dazwischen das schon vor Urzeiten besiedelte
Tal mit Zwergpalmen, blühendem Lavendel, halbwilden Ziegen und einer fjordartigen
Kiesbucht. Der Abstieg zur Bucht erweist sich als nicht besonders lohnenswert,
da am Strand Berge von angeschwemmtem Müll liegen. Zum Abschluss des Tages
fahren wir zum nahe gelegenen Mirador d`es Colomer.
Schon
letztes Jahr besuchten wir des Öfteren den gigantischen Aussichtspunkt
mit seiner eindrucksvoll angelegten Plattform in 232 Meter Höhe. Er ist
ein absolutes "Muss" bei einem Mallorcabesuch. Die schroffen Felswände,
senkrecht ins dunkle Meer abfallend wirken fast noch wilder und beeindruckender
bei diesem wolkenverhangenen Himmel. Trotz der angekündigten 80% Regenwahrscheinlichkeit
war es den ganzen Tag nur stark bewölkt.
Strecke:
Port d`Alcudia - Alcudia - Mal Pas - Ermita de la Victoria - Port de Pollenca
- Cala de Boquer - Mirador es Colomer - Port d`Alcudia - Tour:
50 km
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