|

Wanderwoche Mallorca - 2006
© Franz Sebald
www.sebaldreisen.de
|
|
Zwei Tage
vor Reiseantritt werden wir von Alturs informiert, dass unser Hotel Alcudia
Garden aus umbautechnischen Gründen nicht verfügbar ist. Das Alternativhotel
im Osten der Insel können wir wegen der weiten Entfernung zu unseren Wandertouren
nicht akzeptieren. Nach längerem Mailverkehr und Strapazieren der Nerven,
klappt es doch noch einen Tag vor Reiseantritt mit der Umbuchung auf ein
vergleichbares Hotel (Viva Tropic) in Alcudia.
|

"Lange
bevor es auf Mallorca schneite....". So fangen meist mallorquinische
Märchen an. Gemeint sind die Blüten der Mandelbäume die zu Boden fallen.
In unserem Fall war es richtiger Schnee der wenige Tage zuvor die Bergwelt
des Tramuntana Gebirges bedeckte. Es war ein herrlicher Anblick am Tag
unserer Ankunft: das satte Grün des Grases, die bunte Blumenwelt und
riesige Palmen vor den mächtigen weißen Bergen. Nur kurz durften wir
den Frühling genießen, denn eine Schlechtwetterfront brachte reichlich
Regen und ein eisig kalter Wind fegte die ganze Woche über die Insel.
.
|
|
Sa. 25.02.2006
Monheim - München - Palma - Alcudia
|
|
Nicht
so zeitig wie sonst immer startet unsere Boing 737 gegen 7:15 in München
und setzt 2 Std. später in Palma zur Landung an. Bereits 30 Min. später
sitzen wir im Bus und warten schließlich noch über eine Stunde auf die
Abfahrt zum Hoteltransfer.
Unterwegs nach über einer halben Stunde Fahrt ertönt plötzlich ein lautes
Warnsignal - Motorschaden. Per Funk wird ein Ersatzfahrzeug angefordert.
Nach weiteren 45 Min. Wartezeit erreichen wir mit zwei Stunden Verspätung
unser Hotel Viva Tropic in Alcudia.
Mittlerweile 13 Uhr haben auch die Mietwagenstationen geschlossen, wir
werden auf Sonntag Vormittag vertröstet. 
Das Hotel liegt nicht weit vom Hafen entfernt, so dass wir erst zur großzügig
angelegten Uferpromenade bummeln.
Beste Fernsicht bei strahlend blauem Himmel, lässt uns über die tiefblaue
Bucht von Alcudia, weit in die schneebedeckte Bergwelt des Tramuntanagebirges
blicken. Die weißen Berge erinnern nur kurz an das verschneite Deutschland,
denn riesige Palmen glänzen in der Sonne und lassen erste Frühlingsgefühle
erwachen. 
Den späten Nachmittag verbringen wir in der Altstadt von Alcudia. Sie
ist umrahmt von einer fast vollständig erhalten Stadtmauer, auf der man
seit Neuestem einen Teil begehen kann. Von oben bietet sich eine ganz
andere Perspektive mit Blick in malerische Hinterhöfe oder über die verschachtelten
Bauten bis hinüber zum Meer. Recht überrascht sind wir abends beim Betrachten
der Wetterkarte. Nachdem wir heute strahlend blauen Himmel hatten, soll
es die nächsten Tage regnen. Das anschließend gute und abwechslungsreiche
Essen tröstet ein wenig hinweg.
Km: 00 Wetter:
Vormittags Sonne - Nachmittags Sonne bei 15°C
|
|
So. 26.02.2006
Alcudia - S. Albufera - Sta. Argalida - Muro - Alcudia
 Wie
bereits angekündigt, empfängt uns dieser Morgen mit heftigem Regen. Da
es gestern mit dem Mietwagen nicht mehr geklappt hat, versuchen wir über
die Hotelrezeption ein Fahrzeug zu bekommen. Die Preise doppelt so hoch
wie bei einer Buchung über das Internet schrecken uns zurück.
Etliche Versuche einen Leihwagen auf anderen Wegen zu bekommen scheitern,
zumal fast alle Stationen im Februar noch geschlossen haben.
Letztendlich bleibt uns keine andere Wahl, als über die Rezeption zu buchen.
Doch bei der Übergabe des Wagens werden aus den vereinbarten 190 Euro
für sechs Tage plötzlich 150. Tankpauschale und Kaution entfallen ebenfalls
- was will man mehr!
Nach
der schnellen Abwicklung lenken wir zum nahegelegenen Natur-schutzgebiet
S. Albufera. Das 2500 Hektar große Sumpfgebiet ist Mallorcas größter Naturpark.
Über ein gut angelegtes Wanderwegenetz durch-streifen wir den Park. Aussichtspunkte
bieten einen guten Blick über das meterhohe Schilf auf die Ebene mit ihren
unzähligen Wassertümpeln, an denen wir auch ein paar Wasserbüffel zu sehen
bekommen.
Der Regen hat zwischenzeitlich aufgehört, so dass wir uns ungestört am
Schnattern der Wildgänse und Zwitschern der Vögel erfreuen können. Vereinzelt
sind auch Schutzhütten mit schmalen Sichtschlitzen aufgestellt. Philipp
ist ganz angetan wie greifbar nah man die reiche Vogelwelt beobachten
kann ohne selbst gesehen zu werden.
Zum Abschluss
des Tages steuern wir noch ein paar Dörfer in der näheren Umbebung an,
wobei die Besichtigung der Kirche von Sta. Margalida bei Regen keine so
richtige Stimmung aufkommen läst.
Km: 69 Wetter:
Vormittags bewölkt - nachmittags Regen bei 13°C
|
|
Mo.
27.02.2006 Sta. Margalida - Petra - Sant Joan - Felanitx - Can Picafort
- Es Mal Pas
Wie
gestern aufgehört geht es heute weiter mit Kirchengucken bei Dauerregen,
allerdings dieses mal in Petra. Nur zufällig durchstreifen wir den Ort,
denn unser Ziel ist das Landgut Es Calderes. 
Drei Busse kommen zeitgleich mit uns an, auch sie nutzen die Räumlichkeiten
des Herrenhauses um dem kalten Schmuddelwetter zu entgehen. Den tieferen
Einblick in das Leben des Landadels vor 200 Jahren können wir leider nicht
genießen, als wir von den Touristenmassen, spanischen Temperamentes, regelrecht
durchgeschoben werden. Eine Entschädigung gibt's dafür bei den Außenanlagen.
Die Busse bereits abgezogen, werden wir mit ein paar Sonnenstrahlen belohnt.
Nur ein paar Autominuten entfernt, liegt etwas außerhalb des Ortes Sant
Joan, auf einem Hügel die Einsiedelei Santuari de la Consolacic. Das 300
Jahre alte Kloster steht leer, ist aber gut erhalten. Das kleine Kirchlein
und der obere Teil des Friedhofes, der mit Palmen, Agaven und anderen
Pflanzen angelegt wurde, ist auch wegen der schönen Aussicht einen Besuch
wert.
Die
geplante Wanderung zur Kathedrale der Berge werden wir wegen des unbeständigen
Wetters nicht durchführen, stattdessen fahren wir bis zum Fuße des Berges
und laufen den schön angelegten Wanderweg hoch. Entlang einer Zypressenallee
ereichen wir die schon von weitem sichtbare Kathedrale. Bonany - das "Gute
Jahr" - war das Jahr 1600, als die Muttergottes Einsehen hatte und den
lang ersehnten Regen schickte. Zum Dank baute man ihr die Wahlfahrtskirche
gleichen Namens. Am großzügig angelegten Vorplatz, umgeben von großen
Palmen, können wir uns wegen
des kalten Sturmes nur kurz erfreuen.
Nach
einigen unfreiwilligen Runden in den Einbahnstraßen von Felantx machen
wir doch noch einen Parkplatz in der Nähe des Zentrums aus. Am Ende einer
gewaltigen Treppe ruht die mächtige Kathedrale mit ihrem reichlich verzierten
Eingang. Im Jahre 1844 brach die Freitreppe bei einer Osterprozession
zusammen und begrub 400 Menschen unter sich.
Sonnenstrahlen
locken uns an die Küste von Es Mal Pas bei Alcudia um bei Abendsonne das
tobende Meer in der rotbraunen Felsenbucht zu bewundern.
Km:
134 Wetter: Vormittags Dauerregen - nachmittags kurz sonnig, bewölkt bei
8°C
|
|
Di. 28.02.2006
Alcudia - Inca - Santa Maria del Cami - Valldemossa - Deia - Soller -
Banyola - Inca
Das
ausgezeichnete Frühstück lässt keine Wünsche offen, selbst frische Annanas
für Margit gibt es jeden Tag und Philipp schlägt sich mit Croissants,
Kuchen und sonstigen Backwaren voll.
Nach fast
zwei Stunden Anfahrt, quer durch die Bergwelt der Westküste, erreichen
wir Deia, wo wir etwas außerhalb des Ortes parken und gleich ein paar
Meter weiter auf den gut ausgebauten Wanderweg "Cami Castello" treffen.
277 Wege die einst die Orte miteinander verbunden haben und zum Teil aus
dem Mittelalter stammen sind noch erhalten und katalogisiert. Einer davon
ist der "Cami Castello", früher die einzige Route von Deia nach Soller.

Genau diesen Klassiker haben wir uns heute ausgesucht. Leider ist die
Tour kein Rundweg, so dass wir zunächst zur Cala Deia absteigen und später
noch ein größeres Stück Richtung Soller gehen um dann irgendwann umzudrehen.
Durch einen uralten Olivenhain geht es stetig leicht bergab, bis wir an
einen Aussichtspunkt gelangen. Die tief eingeschnittene Bucht liegt weit
unter uns, eingebettet von den steilen Berghängen der Westküste. Je tiefer
wir absteigen, desto lauter vernehmen wir das Rauschen eines wilden Gebirgsbaches
der direkt neben mehreren Bootsschuppen ins Meer mündet. Keine zehn Hütten
umfasst der kleine Hafen mit seinen wirr herumliegenden Fischerbooten
und ist gerade deshalb
so ansprechend.Nach
kurzem Aufenthalt geht's den selben Weg zurück, bis wir wieder unseren
Parkplatz kreuzen, um von hier aus in die andere Richtung nach Soller
weiter zu gehen.
Die ersten
500 Meter folgen wir der Küstenstraße, um dann bei einem Schild Richtung
Soller den Wanderweg zu folgen. Über einen schmalen Pfad geht es konstant
leicht bergauf. Mehr als eine Stunde laufen wir entlang der licht bewaldeten
Hänge ohne dass sich großartig etwas ändert. Ob es am kalten Wetter lag,
oder an der mäßigen Aussicht, jedenfalls kam auf dieser Strecke keine
richtige Stimmung auf. Wir entschließen uns die Wanderung abzubrechen,
um später noch den arabischen Gärten S. Alfabia bei Soller einen Besuch
abzustatten.
Die Küstenstraße
zählt zu den landschaftlichen Höhepunkten Mallorcas. Allerdings werden
wir hier auf der kurvenreichen Fahrbahn des Öfteren mit der schneckentempo-
Fahrweise mancher Leihwagenfahrer konfrontiert.
Kaum haben wir das drei kilometerlange Tunnel durchquert, dass uns auf
die andere Seite des Bergmassives bringt, leuchtet uns die Sonne an und
schenkt uns noch einen schönen Nachmittag inmitten der reichen Pflanzenwelt
von S. Alfabia.
Km: 174 Wetter:
Früh bewölkt - nachmittags im Osten sonnig bei 11°C
.
|
|
Mi. 01.03.2006
Alcudia - Port Pollenca - Cap Formentor 
Die Strecke
von Pollenca bis zur Spitze der Halbinsel Formentor ist eine der schönsten
Strecken der Insel. Immer wieder lohnt ein Stopp an einem der vielen Aussichtspunkte.
Auch zum Wandern bietet uns dieser einzigartige Küstenabschnitt ein paar
tolle Touren an. Anders als gewohnt geht es heute nicht den Berg hinauf,
sondern hinab zu den schönsten Buchten des Cap`s.
Durch ein enges Tal steigen wir ab zur Cala Engossaubas. Zunächst behindert
hohes Dißgras das Vorkommen. Je tiefer wir ins Tal gelangen, desto dichter
wird der Wald. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Ein Dickicht
von alten, durch Wind verformten Aleppokiefern, von umgestürzten Bäumen,
Brombeersträucher und verfilztem
Dißgras bestätigt den Eindruck. Wir kreuzen mächtige Fels-brocken, bevor
es die letzten 10 Minuten ziemlich bergab geht. Jetzt erkennen wir zwischen
den Baumgipfeln die romantische Felsenbucht mit ihrem kristallklaren,
türkisgrünen Wasser. Nach unserer Mittagspause in stiller, einsamer Natur
geht es den selben Weg zurück.
Weiter
lenken wir die restlichen fünf Kilometer zum Cap, um direkt vor dem Leuchtturm
den letzten Parkplatz zu belegen. Obwohl wir schon öfter den Ausblick
auf die grandiose Küstenlinie genossen haben, ist der Anblick immer wieder
überwältigend.
Ein Fußweg
zum Mal del Patronet ist uns neu. Er führt über zahlreiche Stufen, durch
unwegsames, steiles Gelände hinab zur Bucht. Außer einer steilen Felsspalte
ist nur wenig zu sehen. Dementsprechend anstrengend ist der 30 minütige
Aufstieg. 
Schon bei
der Hinfahrt zum Leuchtturm fiel uns eine malerische Bucht auf.
Die Straße führt in schwindelerregender Höhe quer durch eine steile Felswand.
Die türkis bis dunkelblau leuchtende Cala Figuera liegt tief unter uns.
Zufällig finden wir den Parkplatz, von wo aus man zum Strand hinabsteigen
kann. Der teils rutschige und anstrengende Abstieg hat sich gelohnt, vor
uns ruht eingebettet von steilen Felswänden die fjordartige Bucht. Philipp
beschäftigt sich mit Steine werfen, während wir Ruhe und Stille genießen,
bevor wir den mühsamen Aufstieg angehen.
Km: 67 Wetter:
Früh sonnig - nachmittags bewölkt bei 13°C
|
|
Do. 02.03.2006
Alcudia - Can Picafort - Colania de Sant Pere - Sta. Margalida - Inca
- Lloseta - Alaro - Orient - Alaro - Consell - Inca - Alcudia
Bei
Sonnenschein erwacht, bahnt sich mein erster Weg auf die Terrasse. Strahlend
blauer Himmel und eine super klare Aussicht auf die entfernten Berge der
Halbinsel von Alcudia. Frühzeitig verlassen wir den Hotelspeisesaal um
den schönen Tag aktiv zu nutzten. Zwei Höhepunkte haben wir uns für dieses
Wetter aufgespart - zuerst soll es an die Nordostküste nach Ermita de
Betlem gehen und gegen Mittag wollen wir Richtung Westen nach Orient um
zum Castell de Alaro aufzusteigen. 
Doch zuerst
lenken wir nach Colania de Sant Pere wo uns eine schöne Bucht zu einem
Zwischenstopp verleitet. Nur kurz halten wir uns auf um zeitig am nicht
allzu weit entfernten Ausgangspunkt für unsere Wanderung zu sein.
Vorbei an Mandelbaumplantagen führt unser Pfad leicht bergauf, bis er
sich in einer enger werdenden Schlucht hinaufwindet. Der Blick zurück
auf Plantagenland und Meer wird immer großartiger, je höher wir
aufsteigen. Oben erreichen wir ein Plateau, das den Blick auf das Kloster
Ermita de Betlem und die Küstenlinie bis zum weit entfernten Alcudia freigibt.
Umgeben sind wir von Aleppokiefern und Palmen die zu einer Mit-tagspause
bei grandioser Aussicht auf das tiefblaue Meer einladen.
Da wir das Kloster schon zweimal besichtigt haben, treten wir nach der
Rast unseren Rückweg auf dem selben Wege an. 
Für unsere
zweite Tour, steuern wir quer durch die Insel über Sta. Margalida nach
Inca. Das Verkehrschaos bestätigt uns, dass wir die Stadt um die Mittagszeit
erreichen. Nach einigen widerwilligen Runden durch die engen Gassen kann
Margit den Wegweiser nach Lloseta doch noch erblicken. Leider ist die
Straße wegen Wochenmarkt komplett gesperrt. Beim Versuch eine Parallelstraße
zu finden, verfranzen wir uns in den Einbahnstraßen immer mehr, bis wir
uns entschließen Inca großräumig zu umfahren. 
Die Strecke von Lloseta nach Alaro ist dermaßen eng, dass nur Platz für
eine Fahrzeugbreite besteht. Hinter jeder Kurve muss mit Gegenverkehr
gerechnet werden. Nach öfteren Zurückstoßen, sind wir trotz der landschaftlichen
Schönheit, ganz froh als wir Alaro erreichen um unseren Weg auf breiterer
Straße nach Orient fortzusetzen.
Quer durch
einen alten Olivenhain erreichen wir den Waldrand.
Von hier schlängelt sich der Pfad mächtig bergauf. Die vorrangegangenen
Regenfälle verwandeln den Waldboden zu einer regelrechten Rutschbahn.
Der anstrengende Aufstieg auf der Schattenseite des Berges wird oben durch
wärmende Sonnenstrahlen belohnt. Beim Erreichen einer großen Lichtung
teilt sich der Weg. Treppenstufen und alte Bepflasterung lassen darauf
schließen, dass es sich um den Burgpfad handelt. Schon von Weitem können
wir Mauerreste erblicken. Anhand der wenigen Trümmer der Festung können
wir die mächtige Größe nur erahnen. Sie herrscht in 822m Höhe auf dem
Rücken des Puig d' Alaró und galt lange Zeit als uneinnehmbar. Heute ist
sie für viele Mallorquiner noch ein Freiheitssymbol. Die Aussicht ist
einzigartig, der Blick reicht fast über die ganze Insel von Palma bis
Alcudia. Er wird nur begrenzt von den schneebedeckten Bergspitzen des
Tramuntana Gebirges.
Der Rückweg
über Alaro - Consell - Autobahn Inca verläuft überraschend gut, so dass
wir nach 45 min Fahrt unser Hotel erreichen. 
Km: 168 Wetter:
Sonne bei 15 °C
|
|
|
|
Fr.
03.03.2006 Alcudia - Pollenca - Sa Calobra - Cala Tuent - Torrent de Pareis
- Cala Sant Vicence - Cala Molins - Alcudia
Über die
atemberaubende und schwindelerregende Serpentinenstraße Sa Calobra, die
sich durch eine unüberschaubare, wild zerklüftete Bergwelt schlängelt,
schrauben wir uns 800 Meter tiefer zur Cala Tuent. Die Nachbarbucht, nicht
weit entfernt vom Touristenspektakel Torrent de Preis, ist nur wenig besucht
und bietet uns einen guten Ausgangspunkt für unsere Küstenwanderung. Vom
Parkplatz direkt an der Bucht überqueren
wir den Sandstrand um auf die andere Seite durch eine Wald steil aufzusteigen.
Oben folgen wir einem Schild das uns auf einen schmalen Pfad lenkt bis
wir die steile Küste erreichen. Quer durch den Hang und immer an der Küste
entlang verläuft der Weg auf luftiger Höhe. Stets ist der Blick frei auf
das zerklüftete Küstenpanorama. Leider ist es bewölkt, stark windig und
regnet leicht, so dass wir die Tour auf halber Strecke abbrechen und den
Rückweg antreten. Wir entschließen uns zum Touristenhöhepunkt Torrent
de Pareis rüber zu fahren. 
Ganz überrascht
werden wir von etlichen Bussen die den Parkplatz füllen, was eigentlich
für diese Jahreszeit ganz ungewöhnlich ist. Dementsprechende Massen schlängeln
sich hinunter zur Bucht. Absoluter Höhepunkt ist die Paradiesschlucht,
der Torrent de Pareis, das Mündungsbecken eine Wildwasserlaufes. Da es
die letzten Tage viel geregnet hat, ist der Wasserstand des Flusses besonders
hoch. Nicht leicht kommt man am Wasser vorbei und somit tiefer in die
Schlucht hinein. Die meisten Turis bleiben zurück und nur wenigen ist
der Reiz dieser besonderen Atmosphäre gegönnt. 
Der Rückweg
erlaubt noch einen Zwischenstopp nahe Pollenca an der Cala Sant Vicence
und der Nachbarsbucht Cala Molins.
Km: 184 Wetter:
Bewölkt bei 16°C
|
|
Sa. 04.03.2006
Alcudia - Palma - München - Nürnberg - Monheim
Das ausgiebige
Frühstück haben wir heute so richtig genossen, denn es ist das erste Mal
das wir am Nachmittag zurückfliegen.
Den Leihwagen bereits gestern Abend abgegeben, sind unsere Möglichkeiten
den Vormittag zu gestalten stark eingeschränkt. Neben eines kleinen Spaziergangs
zum Hafen, verbringen wir die restliche Zeit bei Sonnenschein auf dem
Balkon unseres Appartements. Pünktlich werden wir mittags vom Bus zum
Transfer abgeholt.
Mit einer
Stunde Verspätung startet unsere Boing 737. Unterwegs erfahren wir dass
in München starker Schneefall herrscht und nur eine Landebahn frei ist.
Über eine halbe Stunde kreisen wir in der Warteschleife bis der Pilot
meldet, dass eine Maschine über die Landebahn hinausgeschlittert ist und
der Flughafen vorübergehend gesperrt wurde. Auf dem Ausweichflughafen
in Nürnberg setzen wir gegen 19 Uhr auf.
Für die bereitgestellten Busse wegen des Transfers zurück nach München
haben wir keinen Bedarf, nachdem wir erfahren haben, dass über 50 km Stau
auf der Autobahn vor uns liegen.
Nach einigen Telefonaten - anlässlich der Abholung vom Bahnhof - entschließen
wir uns mit dem Zug nach Treuchtlingen zu fahren und unser Auto in München
am nächsten Tag abzuholen.
Beim Frühstück
erfahren wir über den Rundfunk, dass in München absolutes Schneechaos
herrscht. Der Verkehr für Züge, Straßenbahn und Busse wurde eingestellt.
Das schlechte Wetter hält weiter an. Unser Fahrzeug holen wir bei einem
kurzen Zwischenhoch am Mittwoch, bevor das nächste Schneechaos über Südbayern
hereinbricht das laut Wetterradar schon im Anmarsch ist. Wie auch letztes
Jahr, fast schon erwartet, haben wir wieder Startprobleme mit dem Auto.
Doch nach etlichen Versuchen springt der Motor an. Die viele Feuchtigkeit
der letzten Tage lässt sämtliche Fahrzeugscheiben beschlagen. Darum bin
ich gezwungen bei frostigen Temperaturen mit eingeschalteter Klimaanlage
zu fahren, damit der Luft die Feuchtigkeit und mir die Wärme entzogen
wird.
Etwas durchgefroren erreiche ich Neuburg, wo der vorhergesagte starke
Schneefall eintritt. In diesem Moment denke ich zurück an die kalten Tage
auf Mallorca, die im nachhinein gesehen doch ein wenig Frühling waren.
|
|
|
|
|
|
|
Web Design
und Copyright 2006 by Franz Sebald
|
|
|
|
|
|
|