Rhodos - Ostern 2007


© Franz Sebald
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Nach etlichen Ferien auf Mallorca, haben wir uns dieses Jahr für einen Urlaub auf der griechischen Sonneninsel Rhodos entschieden. Ein schönes Hotel, das Mare Palace in Kalithea soll für Anfang April unsere neue Heimat werden. Da wir in den letzten Faschingsferien auf Mallorca des Öfteren bei unter 10°C frieren mussten, hatten wir uns für einen Flug an Ostern entschieden, um auf jeden Fall wärmeres Wetter zu haben. Doch es sollte anders kommen als wir dachten. Während in Deutschland den ganzen April ein Superwetter von 22-27°C herrschte, mussten wir uns im sonnigen Süden mit einem ständig kaltem Wind um die 17°C abfinden.

 

München - Rhodos - Kalithea
Sa. 31.03.07

Trotz aller Bemühungen einen Flug in den Morgenstunden zu organisieren, müssen wir mit einem Start um 17 Uhr vorlieb nehmen. Mit leichter Startverspätung los geflogen, setzen wir nach drei Stunden Flug um 21 Uhr (eine Stunde Zeitverschiebung) in Rhodos zur Landung an.
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Kalithea - Antony Quinn Bay - Tsambika Beach
So. 01.04.07

Heute Morgen gleich nach dem Frühstück, erwarten wir unseren im Voraus gebuchten Mietwagen. Die Formalitäten schnell erledigt, stürmen die Kinder gleich raus zum Parkplatz. Und dort steht er: Unser nagelneuer Polo, der uns in den nächsten zwei Wochen in die entlegensten Ecken von Rhodos bringen wird. Gleich fahren wir los zur Erkundung der näheren Umgebung. Zur schönsten Bucht der Insel ist es nicht weit. Die Antony Quinn Bay mit ihren Felsklippen und grünen Pinien ist ein wahres Juwel mediterraner Küstenschönheit. Auf unserer Umwanderung der Bucht, entdecken wir einen Pfad, der uns hoch zu den Klippen bringt. Ein grandioser Ausblick auf Meer und Küste eröffnet sich uns. Das leuchtende Farbenspiel reicht von türkis bis dunkelblau.
Entlang der Küstenstraße lenken wir ein paar Kilometer südwärts, bis wir Tsambika Beach erreichen. Der feinsandige Traumstrand lädt zum Bleiben ein. Die Kinder sind mit Sandburgen bauen beschäftigt, wir genießen die wärmende Sonne im Schatten des kalten Windes. Hoch über uns auf der Spitze des Berges ragt das Kloster hervor, in dessen Besitz der unverbaute Strand ist. Über eine steile Straße und einen Treppenweg mit 305 Stufen erreichen wir das Kloster Tsambika. Nicht die berühmte Marienikone, zu der Frauen mit Kinderwunsch pilgern, sondern die außergewöhnliche Aussicht auf die Ostküste lockt uns hoch zu diesem einzigartigen Ort. Ein starker Sturm weht uns um die Ohren. Eine Bank im Windschatten lädt zum Verweilen ein. Am Rundblick über Meer, Küste und Gebirge können wir uns kaum satt sehen.

Km: 50
Wetter: Sonne, stark windig 17°C

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Kalithea - Apollona - Embonas - Kritina - Kamiros - Salakos
Mo. 02.04.07

Gestern einen kleinen Vorgeschmack von der Ostküste bekommen, gehen wir heute gleich aufs Ganze. Quer durch die Insel über Apollona - Embonas steuern wir rüber zur Westküste. Die Fahrt durch die Bergwelt des Landesinneren gestaltet sich als Mischung aus Langeweile und reizlosen Aussichten. Doch als wir die Küste erreichen, treffen wir auf einen Aussichtspunkt der Extraklasse mit Blick auf die vorgelagerten Inseln Chalaki und Alimia. Wegen diverser Fotostopps erreichen wir unser Ziel Kritina erst nach gut zwei Stunden Fahrt. Schon von Weitem können wir die Festung erkennen. Das Kastell ist eine der best erhaltenen Johanniterburgen auf Rhodos und liegt traumhaft, direkt am steilen Abgrund vor dem Meer. Sie beeindruckt durch weite Sicht und dramatischer Lage auf steilem Felsen. Eine Blumenpracht, umgeben von den Festungsmauern leuchtet uns an. Tief unter uns liegt das dunkelblaue Meerwasser aus dem die sanften Hügel der vorgelagerten Inseln herausragen. Die Kinder klettern ein wenig durch die Ruine, bevor wir weiter nach Kamiros fahren. Entlang der Küstenstraße geht es flott voran. Leider ist die Ausgrabungsstätte heute geschlossen, so dass wir den Besuch auf einen anderen Tag verschieben. Über Serpentinen schrauben wir uns hoch nach Salakos. Weit wandert der Blick über die Landschaft und erhascht immer wieder ein Stück Meeresblau. Quer durch die Bergwelt über Apollona geht es zurück zum Hotel.

Km: 155
Wetter: Sonne, Wind 18°C
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Kalithea - sieben Quellen - Archangelos
Di. 03.04.07

In vielen Reiseführern als Wanderparadies angepriesen, können wir uns am Tal der sieben Quellen nur wenig erfreuen. Viele Wege führen den steilen Waldhang empor, doch keiner bringt uns weiter zum viel umschriebenen Wassertunnel, der durch den Berg führt. Immer wieder treffen wir auf suchende Wanderer die genauso ratlos umherirren wie wir. Nach über zwei Stunden vergeblicher Suche geben wir auf und fahren weiter nach Archangelos.
Im Zentrum geparkt, laufen wir kunterbunt durch die engen Gassen, die zum Teil so schmal sind, dass auch ein Kleinwagen kapitulieren muss. Auf einer Anhöhe thront das Kastell der Johanniterburg von 1467, dass sich jedoch nur noch als Ruine präsentiert. Ein schön angelegter Treppenweg führt uns hoch zur Festung. Oben eröffnet sich ein Blick auf den ins weite Tal eingebetteten Ort mit seiner hochdramatisch reizvollen Felsenkulisse. Die stille Idylle wird von lautem Glockengebimmel unterbrochen - Lukas kann es nicht lassen an der Glocke vor der Kapelle zu läuten.
Den Tag lassen wir am Strand von Stegna ausklingen. Heute Abend im Hotelspeisesaal meint Lukas (6), er müsse den eleganten Kellner spielen und trägt den voll beladenen Essensteller mit einer Hand über den Kopf. Puhhh… dass ist ja gerade noch gut gegangen.

Km: 74
Wetter: Sonne 18°C
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Kalithea - Lindos
Mi. 04.04.2007

Wieder bei Sonne erwacht, ausgiebig gefrühstückt, und voller Tatendrang, wollen wir Lindos, die wohl bekannteste Touristenatraktion auf Rhodos besuchen. Beim erreichen des Ortes wird an einem Aussichtspunkt geparkt, es eröffnet sich ein toller Ausblick. Wie ein weißes Band ziehen sich die Flachdachhäuser des schönsten rhodischen Dorfes den Hang hinunter. Über ihm ragt der schroffe, 110m hohe Felsen der lindischen Akropolis in den blauen Himmel. Kreuz und quer spazieren wir durch malerische Gassen. Weiße Häuser, hinter denen sich idyllische Innenhöfe verbergen, steinerne Bögen, die schmale Durchgänge überspannen und das schwarz-weiß gemusterte Chochlaki-Pflaster erwecken den Eindruck, als sei die Zeit stehen geblieben. Plötzlich stoßen wir auf die Hauptgasse mit dem Touristentrubel. Diese gleicht einem labyrinthischen Basar, mit zahllosen Läden und Lädchen. Eine steinerne Treppe führt uns hinauf zum Torturm der Johanniterfestung und ins Herz der Akropolis. Vor uns eröffnet sich die Stoa, eine 87m lange Säulenhalle, die früher die prachtvolle Schaufront des Heiligtums bildete. Über eine breite Freitreppe erklimmen wir das Tempelplateau. Ganz oben, einst durch weitere Säulenhallen verborgen, stand der mit acht Meter breite und 22m länge relativ kleine Athena Tempel des 4. Jh. v. Chr. - heute der einzige erhaltene Bau. Doch das beste ist die Aussicht: über die weiße Stadt, zur Agios Parlos Bay im Süden und zur Hafenbucht im Norden. Ein tolles Erlebnis, unvergesslich!

Km: 94
Wetter: Sonne 18°C
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Kalithea - Schmetterlingstal - Koskinou
Do. 05.04.2007

Der Blick auf die Wetterkarte verspricht für den heutigen Tag nichts gutes: Wolken, Sturm und Regen. Wir entschließen uns ins nahe gelegene Schmetterlingstal zu fahren. Auf einen schön angelegten Wanderweg mit kleinen Brücken und Bänken schlendern wir durch die grüne Idylle des Tals. Obwohl es Anfang April ist, fließt im Bach wenig Wasser. Einige dicke Rohre lassen darauf schließen, dass im Sommer das Wasser hoch gepumpt wird, damit die kleinen Wasserfälle ihre volle Pracht entfalten können. Im weiteren Verlauf des Tages besuchen wir den stimmungsvollen Ortskern von Koskinou. Fantasievolle Zier schmückt das Dorf. Beim Bummel durch die engen Gassen, sind wir recht überrascht über die vielen Details; große Hofportale, schmiedeeiserne Tore und bunte Farbgebungen schmücken die Häuser. Wegen des starken Windes und der hohen Wellen, lockt eine Küstenwanderung bei Kalithea. Die Kinder sind stark beeindruckt von Brandung und Gischt, die teilweise einige Meter hoch in die Luft gewirbelt wird. An einer Strandbar springt uns plötzlich ein kleiner Schäferhund, ca. vier Wochen alt, entgegen. Lukas ist ganz angetan von der Zutraulichkeit des Hundes. Am liebsten würde er ihn mit nach Hause nehmen.

Km: 90
Wetter: Bewölkt, starker Wind, nachmittags Sonne 17°C
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Kalithea - Kamiros - Monilithos
Fr. 06.04.2007

Der Himmel ist immer noch stark bewölkt. Die Frühstückszeit wird ein wenig ausgedehnt, unterdessen fassen wir den Entschluss auf die andere Seite der Insel zu fahren. Wir nehmen dieses Mal die etwas schnellere, aber längere Variante über Pastida zur Westküste. Vorbei am Flughafen geht's entlang der gut ausgebauten Küstenstraße südwärts nach Kamiros. Drei parkende Busse zeigen uns, dass dieses Mal die Ausgrabungsstätte geöffnet ist. Leider wurde die Anlage nur wegen den angemeldeten Besuchergruppen geöffnet und beim Verlassen der letzten Gruppe wieder geschlossen. Trotzdem dürfen wir noch für 20 Min. kostenlos eintreten und ein wenig durch die Ruinen klettern. Kamiros, das "Pompeji von Rhodos" hatte seine Blütezeit im 6. Jh. v. Chr. Die Stadt war terrassenförmig an einem Berghang gebaut, so dass ihre Bewohner einen fantastischen Blick auf das Meer genießen konnten.
Unser eigentliches Ziel, die Festung Monolithos, erreichen wir um die Mittagszeit. Von einem Aussichtspunkt am Straßenrand, blicken wir runter auf einen einzelnen Felsen, auf dessen kleinen Plateau die Johanniter im 15. Jh. eine Burg erbauten. Heute Morgen, ein super klarer Blick aus dem Hotelspeisesaal. Die Türkei war zum Greifen nah, jetzt müssen wir mit Dunst und Wolken vorlieb nehmen. Über eine Serpentinenstraße schleifen wir runter zum Fuß des Berges. Von hier führt uns ein schöner Treppenweg rauf zur Burg. Trotz des bewölkten Himmels ist die Aussicht auf die Küstenlandschaft überwältigend. Weit unter uns liegt das Kap Fourni, es ist der nächste Punkt den wir anfahren werden. Die Küste am Kap besitzt einen der schönsten Strände. Wegen der einsamen Lage ist er auch im Sommer wenig besucht. Für die Rückfahrt wählen wir den südlichen Teil der Insel. Die Strecke Apolakkia, Gennadi zeigt grünes Panorama und ist Landschaftlich sehr reizvoll.

Km: 168
Wetter: Bewölkt 17°C
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Kalithea - Filerimos - Rhodos
Sa. 07.04.2007

Nicht weit entfernt von der Küste und Rodos-Stadt, erhebt sich ein 267 Meter hoher Berg. Bereits beim Hochschrauben der Serpentinen wird die Aussicht immer spektakulärer. Wir erreichen den Parkplatz von Filerimos. Entlang einer Zypressenallee laufen wir zu einer Aussichtsplattform, auf der ein gewaltiges Betonkreuz errichtet wurde. Über eine Wendeltreppe geht's rauf bis zum Querbalken des Kreuzes. Dieser dient als Aussichtsbalkon und bietet einen Blick weit über die Insel bis zur Türkei.
Der eigentliche Grund für den Besuch des Berges ist aber die Klosteranlage von Filerimos. Nachdem das Tor offen steht und die Kasse nicht besetzt ist, besichtigen wir die Anlage kostenlos. Auf den Resten eines antiken Tempels (200 v.Chr.) entstand in mehreren Baufasen die mittelalterliche Ritterkirche mit ihrem mächtigem Turm. Auch der stimmungsvolle Kreuzgang mit seinen Zypressen und blühenden Pflanzen bietet einen malerischen Anblick. Bei unserer Mittagspause auf Festungsresten, können wir das lebhafte Treiben von mehreren Agamen beobachten. Die 30 cm großen Echsen sehen einem Drachen sehr ähnlich.

Den Nachmittag wollen wir im archelogischen Park auf dem Mont Smith verbringen, doch zuvor noch ein Stopp am Stadtstrand von Rhodos. Die Kinder sind mit Steine werfen beschäftigt, wir genießen das Spektakel einer Gruppe Kitesurfer. Die 408 v. Chr. Gegründete Stadt Rodos war im Altertum eine der größten Handelsmetropolen am Mittelmeer. Prächtige Bauten zierten die Stadt, doch zu sehen sind heute nur noch die Reste der Akropolis. Sie liegt etwas außerhalb in großer Einsamkeit. Prächtig steht sie hoch über der Stadt auf dem Mount Smith. Die erhaltenen dreieinhalb Säulen, beeindrucken durch ihre gewaltige Größe. Sie wurden von italienischen Archäologen wieder aufgerichtet. Der weite Blick über Stadt und Ausgrabungsstätte zeigt uns noch zwei weitere Bauten. Ein kleines, halbrundes Theater mit Platz für 800 Personen und ein lang gestrecktes Stadion, das von den Kindern einmal umrundet wird. Ein Blick der Superlative bietet sich auf der anderen Seite des Berges, der steil zum Meer hin abfällt. Riesige Agaven, ein Farbenspiel von bunten Blumen vor dem milchig grünen bis dunkelblauen Farbverlauf des Meers. Wir spazieren ein wenig an dieser Bergkante entlang, wo auch immer wieder Bänke zum genießen dieses tollen Ausblickes einladen.

Km: 50
Wetter: Sonne, windig 17°C
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Kalithea - Rhodos Stadt
So. 08.04.2007

Schon über eine Woche auf der Insel wird es langsam Zeit das wir die Altstadt von Rhodos besichtigen. Bei unserem gestrigen Besuch konnten wir bereits einen gut gelegenen Parkplatz ausfindig machen. Am Month Smith geparkt, marschieren wir Richtung Zentrum, bis wir nach 10 Min. die Stadtmauer erreichen. Wir stehen vor dem Amboise-Tor, gewaltig ragt es vor uns auf. Wir schreiten hinein, ein Tunnel folgt, er führt quer durch die massive Mauer. Sie umgibt die ganze Altstadt. Schon jetzt sind die Kinder stark beeindruckt, doch es soll noch besser werden. Als wir auf die Ritterstraße treffen und vor dem Großmeisterpalast stehen, halte ich den Atem an. Zwei mächtige Türme flankieren das Hauptportal des Palastes, ich verspüre so etwas wie Staunen, Erfurcht und Bewunderung für diesen gewaltigen Palast. Bei unserem Streifzug treffen wir immer wieder auf tolle Bauten, wie der imposante Uhrturm, der gleich neben den großen Kuppelbau der Süleyman - Moschee steht. Wir peilen die Odas Sokratous an, eine Basarstraße in der normalerweise das Leben pulsiert, doch heute am Ostersonntag ist sie wie ausgestorben. Viele Gassen bezaubern durch den Flair uralter Zeit und spornen zu weiteren Aktivitäten an. Die ganze Altstadt ist wie ein riesiges Freilichtmuseum, oft erinnern nur noch Ruinen an die einstige Pracht früherer Bauten.

Km: 26
Wetter: Sonne, starker Wind 17°C
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Kalithea - Asklipio - Antony Quinn Bay
Mo. 09.04.2007

Wieder einmal schleichen wir die Küstenstraße Rhodos - Lindos entlang. Leicht angenervt, zumal die Strecke meist auf 50 km/h beschränkt ist und auch landschaftlich nicht besonders viel zu bieten hat, erreichen wir Lindos. Wenige Kilometer danach biegen wir ab zum kleinen Bergdorf Asklipio. Schon von Weitem können wir die imposante Burgruine, die über den weiß gekalkten Häusern ragt, erkennen. Vor der Kirche wird geparkt. Die Kinder schwärmen aus um den Weg rauf zur Festung zu finden. Ein Schotterweg führt uns hoch zu den Mauerresten der Johanniterburg. Die imposante Befestigungsanlagen des Johanniterordens vermitteln eher den Eindruck einer militärischen Macht als den einer rein karitativer Organisation, als die er ursprünglich ins Leben gerufen worden war- und auch heute wieder ist. Von hier oben eröffnet sich ein großartiger Ausblick über das Dorf bis zum Meer oder über das hügelige Hinterland bis zum höchsten Berg der Insel, den Ataviros mit seinen 1215 Meter Höhe. Die Kirche im Ort ist wegen ihrer kostbaren Fresken besonders sehenswert. Vom Duft des Weihrauches umhüllt, genießen wir die Ruhe und besondere Atmosphäre die dieser Platz ausstrahlt. Die malerischen Gassen des Dorfes laden zu einem Bummel ein. Alles ist für das Osterfest weiß gekalkt und herausgeputzt. Den Nachmittag verbringen wir nochmals an der Antony Quinn Bay, wo Philipp erstmals ins kalte Nass eintaucht. Nur kurz genießt er den Badespass und steig zitternd aus dem Wasser heraus.

Km: 25
Wetter: Sonne, windig 23°C
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Kalithea - Rhodos Hafen
Di. 10.04.2007

Bereits um 8:15 Uhr stehen wir am Hafen von Rhodos. Geplant ist heute eine Bootsfahrt nach Simi. Da es wie immer stark windig ist, sind uns fünf Stunden Wellenreiten (Hin- und Rückfahrt) für drei Stunden Aufenthalt auf Simi zu viel. Vorgestern die Altstadt von Rhodos genauestens erforscht, machen wir uns heute an Neustadt und Hafen ran. Ein Kreuzfahrtschiff im Hafen erweckt unser Interesse. Hunderte von Touristen kriechen wie Ameisen aus dem Schiffsrumpf und schlängeln sich zum Thalassini-Tor, wo sie dann in der Altstadt verschwinden. Wir sind überwältigt von der Größe des Schiffes, dennoch laufen wir um den Bug und entdecken drei weitere Luxusliner. Na, bei diesem Andrang werden wohl heute die Lädchen in der Basarstraße geöffnet haben ;-)) Vorbei an den drei Wind-mühlen, dessen Foto in wohl keiner Sammlung fehlen wird, geht es raus zum Festungsturm Algios Nikolas. Von hier genießen wir einen herrlichen Blick auf den Hafen mit der Altstadt im Hintergrund. Auch die Neustadt mit ihren venezianischen Architekturformen ist in Sichtweite und zieht uns förmlich an. Die meisten Gebäude hier stammen aus der italienischen Besatzungszeit (1912-47). Ihre Architektur präsentiert sich jedoch sehr unterschiedlich. Einen Hauch vom Orient vermittelt die Murad-Reis-Moschee mit ihrem schön verzierten Minarett. Zum Abschluss des Tages bummeln wir nochmals durch die Odos Sokratous mit ihren unzähligen Lädchen. Das rege Treiben vermittelt den Eindruck als seien wir inmitten eines orientalischen Basars.

Km: 35
Wetter: Sonne, starker Wind 21°C
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Kalithea - Lindos
Mi. 11.04.2007

Heute steht nochmals Lindos auf dem Programm. Diesen traumhaften Ort muss man einfach zweimal genießen. Einen Parkplatz hoch über der Stadt ausgewählt, erkunden wir dieses Mal den Ort von der Südseite aus. Wir stöbern ein wenig durch die Souvenirläden und steuern dann wegen der Kinder die Hafenbucht an. Der Nachmittag endet, fast schon traditionell, mit Sandburgen und Staudamm bauen.

Km: 92
Wetter: Sonne 23°C
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Kalithea - Charaki
Do. 12.04.2007

Über die Strecke nach Lindos erreichen wir die Abzweigung Charaki. Zum schön gelegenen Küstendorf ist es nicht mehr weit. Die Kulisse bildet der imposante, schon seit der Antike besiedelte und befestigte Farakos - Hügel. Auf dessen Gipfelplateau ragt die Burg empor. Ein steiler Pfad führt uns hoch zur Festung. Von der Höhe aus ist die malerisch gelegene Malona Bay, mit ihrem breiten Sandstrand, gut überschaubar. Der Blick von der anderen Seite des Plateaus zeigt uns eine faszinierende Felsenküste und zugleich den weiteren Verlauf unseres geplanten Wanderweges. Die Burg wieder verlassen, schreiten wir über weite Olivenhaine, immer den roten Punkt folgend, bis wir die Steilküste erreichen. Der Pfad, ja man glaubt es kaum, ist gut markiert und führt uns sicher durch die bizarre Felsenlandschaft immer an der Küste entlang. Ein Felsentor, Dali würde wahrscheinlich vor Neid erblassen, zeigt sich vor uns. Gewaltig ragt es aus dem Meer heraus. Der Weg schlängelt sich durch die schroffen Felsen und erweist sich als immer schwieriger zu Gehen, vor allem Lukas kämpft mit jedem Stein. Da diese Tour keine Rundwanderung ist, entscheiden wir uns umzudrehen um den Rest der Strecke am nächsten Tag von der anderen Seite anzugehen.

Km: 110
Wetter: Vormittag bewölkt, Nachmittag Sonne 23°C
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Kalithea - Stegna
Fr. 13.04.2007

Von der gestrigen Tour waren wir alle recht begeistert. Was liegt also näher, als heute den zweiten Teil der Wanderung anzugehen. Wieder auf der Landstraße nach Lindos zweigen wir bei Archeangelos ab und fahren weiter nach Stegna. Um die Wanderung für die Kinder etwas abzukürzen, starten wir nicht wie beschrieben in Archeangelos sondern in Stegna und hoffen dass wir irgendwann den markierten Pfad kreuzen werden. Wir haben Glück, schon nach einer halben Stunde stoßen wir auf eine rote Markierung, der wir stets zu folgen versuchen. Leider ist sie nicht so ausgeprägt wie im gestrigen Teil der Route, doch mit Buch und Karte erreichen wir dann doch ein markantes Ziel. Ein antiker Steinbruch, wahrscheinlich wurden hier die Steine für das gegenüberliegende Lindos gebrochen. Durch ein schmales Karree, weist uns ein roter Punkt in eine bizarre Felslandschaft. Schon bald überbietet sich die Landschaft. Wir stehen hoch über dem Meer und blicken auf eine grandiose Küsten-landschaft mit rotbraunen Sandstein in allen Variationen. Wir folgen noch ein wenig dem Küstenpfad, um unsere Mittagspause unter einem schattigen Baum zu verbringen.
Wohl gestärkt treten wir den zweistündigen Rückweg an. Um die Kinder zufrieden zu stellen, verbringen wir den Nachmittag am Strand von Stegna. Und da Spielen sie nun, der feine Sand wird hin und her geschaufelt, mal zu einem Damm oder zu einem Berg. Die Zeit zum spielen war immer zu kurz, so dass wir uns auch dieses Mal, nach über drei Stunden Aufenthalt, ein Gejammer anhören müssen, als wir zum Hotel zurückfahren wollen.

Km: 100
Wetter: Sonne 25°C
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Kalithea - München
Sa. 14.04.2007

Und das Beste kommt zu zuletzt. Heute Morgen bereits das Auto zurückgegeben, bleibt uns nichts anderes übrig als die nähere Umgebung genauer zu erkunden. Was lag also näher als die Hotelanlage einmal komplett abzulaufen. Und siehe da, als wir hinter die vermutete letzte Häuserreihe treten, sehen wir am Hang noch etliche Neubauten und dazu, man glaubt es kaum, einen Swimmingpool der Extraklasse mit unverbautem Meerblick. Die Lage ist traumhaft , hoch auf den Klippen immer das tiefblaue Meer im Auge. Wäre in den letzten zwei Wochen Badewetter gewesen, hätten wir uns maßlos geärgert, so können wir getrost darüber hinwegblicken. Ein kleiner Spaziergang entlang der Küste führt uns rüber zu einem Höhepunkt der Insel - die Therme Kalithea. Sie wurde um 1920 von den Italienern im romantischen Orientstiel errichtet. Im strahlenden Weiß leuchten uns die Prachtbauten an, alles schön rund und sanft geformt, malerisch eingebettet im exotischen Garten, der reichlich mit Palmen aufwartet. Erst seit Kurzem ist eine umfassende Renovierung im Gange, die aber zum größten Teil abgeschlossen ist. Entlang eines Säulenganges geht es durch subtropisches Grün hinab zur Badebucht, wo wir unsere Mittagspause verbringen. Ein letztes Mal genieße ich die Farbkontraste des Wassers am Hotelstrand. Dabei bleibt Gelegenheit, noch einmal tief durchzuatmen, die letzten Tage Revue passieren zu lassen und alle Eindrücke zu speichern - die Landschaft aus Stein, den Duft der Maccia und natürlich das kristallklare Wasser…

Km: 00
Wetter: Sonne, windig 23°C

© Franz Sebald

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