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Rhodos - Ostern 2007
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Franz Sebald
www.sebaldreisen.de
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Nach
etlichen Ferien auf Mallorca, haben wir uns dieses Jahr für einen Urlaub
auf der griechischen Sonneninsel Rhodos entschieden. Ein schönes Hotel,
das Mare Palace in Kalithea soll für Anfang April unsere neue Heimat werden.
Da wir in den letzten Faschingsferien auf Mallorca des Öfteren bei unter
10°C frieren mussten, hatten wir uns für einen Flug an Ostern entschieden,
um auf jeden Fall wärmeres Wetter zu haben. Doch es sollte anders kommen
als wir dachten. Während in Deutschland den ganzen April ein Superwetter
von 22-27°C herrschte, mussten wir uns im sonnigen Süden mit einem ständig
kaltem Wind um die 17°C abfinden.
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München
- Rhodos - Kalithea
Sa. 31.03.07
Trotz
aller Bemühungen einen Flug in den Morgenstunden zu organisieren, müssen
wir mit einem Start um 17 Uhr vorlieb nehmen. Mit leichter Startverspätung
los geflogen, setzen wir nach drei Stunden Flug um 21 Uhr (eine Stunde
Zeitverschiebung) in Rhodos zur Landung an.
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Kalithea
- Antony Quinn Bay - Tsambika Beach
So. 01.04.07
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 Heute
Morgen gleich nach dem Frühstück, erwarten wir unseren im Voraus gebuchten
Mietwagen. Die Formalitäten schnell erledigt, stürmen die Kinder gleich
raus zum Parkplatz. Und dort steht er: Unser nagelneuer Polo, der uns
in den nächsten zwei Wochen in die entlegensten Ecken von Rhodos bringen
wird. Gleich fahren wir los zur Erkundung der näheren Umgebung. Zur schönsten
Bucht der Insel ist es nicht weit. Die Antony Quinn Bay mit ihren Felsklippen
und grünen Pinien ist ein wahres Juwel mediterraner Küstenschönheit. Auf
unserer Umwanderung der Bucht, entdecken wir einen Pfad, der uns hoch
zu den Klippen bringt. Ein grandioser Ausblick auf Meer und Küste eröffnet
sich uns. Das leuchtende Farbenspiel reicht von türkis bis dunkelblau.
Entlang
der Küstenstraße lenken wir ein paar Kilometer südwärts, bis wir Tsambika
Beach erreichen. Der feinsandige Traumstrand lädt zum Bleiben ein. Die
Kinder sind mit Sandburgen bauen beschäftigt, wir genießen die wärmende
Sonne im Schatten des kalten Windes. Hoch über uns auf der Spitze des
Berges ragt das Kloster hervor, in dessen Besitz der unverbaute Strand
ist. Über eine steile Straße und einen Treppenweg mit 305 Stufen erreichen
wir das Kloster Tsambika. Nicht die berühmte Marienikone, zu der Frauen
mit Kinderwunsch pilgern, sondern die außergewöhnliche Aussicht auf die
Ostküste lockt uns hoch zu diesem einzigartigen Ort. Ein starker Sturm
weht uns um die Ohren. Eine Bank im Windschatten lädt zum Verweilen ein.
Am Rundblick über Meer, Küste und Gebirge können wir uns kaum satt sehen.
Km:
50
Wetter: Sonne, stark windig 17°C
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Kalithea
- Apollona - Embonas - Kritina - Kamiros - Salakos
Mo. 02.04.07
Gestern
einen kleinen Vorgeschmack von der Ostküste bekommen, gehen wir heute
gleich aufs Ganze. Quer durch die Insel über Apollona - Embonas steuern
wir rüber zur Westküste. Die Fahrt durch die Bergwelt de s
Landesinneren gestaltet sich als Mischung aus Langeweile und reizlosen
Aussichten. Doch als wir die Küste erreichen, treffen wir auf einen Aussichtspunkt
der Extraklasse mit Blick auf die vorgelagerten Inseln Chalaki und Alimia.
Wegen diverser Fotostopps erreichen wir unser Ziel Kritina erst nach gut
zwei Stunden Fahrt. Schon von Weitem können wir die Festung erkennen.
Das Kastell ist eine der best erhaltenen Johanniterburgen auf Rhodos und
liegt traumhaft, direkt am steilen Abgrund vor dem Meer. Sie beeindruckt
durch weite Sicht und dramatischer Lage auf steilem Felsen. Eine Blumenpracht,
umgeben von den Festungsmauern leuchtet uns an. Tief unter uns liegt das
dunkelblaue Meerwasser aus dem die sanften Hügel der vorgelagerten Inseln
herausragen. Die Kinder klettern ein wenig durch die Ruine, bevor wir
weiter nach Kamiros fahren. Entlang der Küstenstraße geht es flott voran.
Leider ist die Ausgrabungsstätte heute geschlossen, so dass wir den Besuch
auf einen anderen Tag verschieben. Über Serpentinen schrauben wir uns
hoch nach Salakos. Weit wandert der Blick über die Landschaft und erhascht
immer wieder ein Stück Meeresblau. Quer durch die Bergwelt über Apollona
geht es zurück zum Hotel.
Km:
155
Wetter: Sonne, Wind 18°C
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Kalithea
- sieben Quellen - Archangelos
Di. 03.04.07
In
vielen Reiseführern als Wanderparadies angepriesen, können wir uns am
Tal der sieben Quellen nur wenig erfreuen. Viele Wege führen den steilen
Waldhang empor, doch keiner bringt uns weiter zum viel umschriebenen Wassertunnel,
der durch den Berg führt. Immer wieder treffen wir auf suchende Wanderer
die genauso ratlos umherirren wie wir. Nach über zwei Stunden vergeblicher
Suche geben wir auf
und fahren weiter nach Archangelos.
Im Zentrum geparkt, laufen wir kunterbunt durch die engen Gassen, die
zum Teil so schmal sind, dass auch ein Kleinwagen kapitulieren muss. Auf
einer Anhöhe thront das Kastell der Johanniterburg von 1467, dass sich
jedoch nur noch als Ruine präsentiert. Ein schön angelegter Treppenweg
führt uns hoch zur Festung. Oben eröffnet sich ein Blick auf den ins weite
Tal eingebetteten Ort mit seiner hochdramatisch reizvollen Felsenkulisse.
Die stille Idylle wird von lautem Glockengebimmel unterbrochen - Lukas
kann es nicht lassen an der Glocke vor der Kapelle zu läuten.
Den Tag lassen wir am Strand von Stegna ausklingen. Heute Abend im Hotelspeisesaal
meint Lukas (6), er müsse den eleganten Kellner spielen und trägt den
voll beladenen Essensteller mit einer Hand über den Kopf. Puhhh… dass
ist ja gerade noch gut gegangen.
Km:
74
Wetter: Sonne 18°C
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Kalithea
- Lindos
Mi. 04.04.2007
Wieder
bei Sonne erwacht, ausgiebig gefrühstückt, und voller Tatendrang, wollen
wir Lindos, die wohl bekannteste Touristenatraktion auf Rhodos besuchen.
Beim erreichen des Ortes wird an einem Aussichtspunkt geparkt, es eröffnet
sich ein toller Ausblick. Wie ein weißes Band ziehen sich die Flachdachhäuser
des schönsten rhodischen Dorfes den Hang hinunter. Über ihm ragt der schroffe,
110m hohe Felsen der lindischen Akropolis in den blauen Himmel. Kreuz
und quer spazieren wir durch malerische Gassen. Weiße Häuser, hinter denen
sich idyllische Innenhöfe verbergen, steinerne Bögen, die schmale Durchgänge
überspannen und das schwarz-weiß gemusterte Chochlaki-Pflaster erwecken
den Eindruck, als sei die Zeit stehen geblieben.
Plötzlich stoßen wir auf die Hauptgasse mit dem Touristentrubel. Diese
gleicht einem labyrinthischen Basar, mit zahllosen Läden und Lädchen.
Eine steinerne Treppe führt uns hinauf zum Torturm der Johanniterfestung
und ins Herz der Akropolis. Vor uns eröffnet sich die Stoa, eine 87m lange
Säulenhalle, die früher die prachtvolle Schaufront des Heiligtums bildete.
Über eine breite Freitreppe erklimmen wir das Tempelplateau. Ganz oben,
einst durch weitere Säulenhallen verborgen, stand der mit acht Meter breite
und 22m länge relativ kleine Athena Tempel des 4. Jh. v. Chr. - heute
der einzige erhaltene Bau. Doch das beste ist die Aussicht: über die weiße
Stadt, zur Agios Parlos Bay im Süden und zur Hafenbucht im Norden. Ein
tolles Erlebnis, unvergesslich!
Km:
94
Wetter: Sonne 18°C
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Kalithea
- Schmetterlingstal - Koskinou
Do. 05.04.2007
 Der
Blick auf die Wetterkarte verspricht für den heutigen Tag nichts gutes:
Wolken, Sturm und Regen. Wir entschließen uns ins nahe gelegene Schmetterlingstal
zu fahren. Auf einen schön angelegten Wanderweg mit kleinen Brücken und
Bänken schlendern wir durch die grüne Idylle des Tals. Obwohl es Anfang
April ist, fließt im Bach wenig Wasser. Einige dicke Rohre lassen darauf
schließen, dass im Sommer das Wasser hoch gepumpt wird, damit die kleinen
Wasserfälle ihre volle Pracht entfalten können. Im weiteren Verlauf des
Tages besuchen wir den stimmungsvollen Ortskern von Koskinou. Fantasievolle
Zier schmückt das Dorf. Beim Bummel durch die enge n
Gassen, sind wir recht überrascht über die vielen Details; große Hofportale,
schmiedeeiserne Tore und bunte Farbgebungen schmücken die Häuser. Wegen
des starken Windes und der hohen Wellen, lockt ein e
Küstenwanderung bei Kalithea. Die Kinder sind stark beeindruckt von Brandung
und Gischt, die teilweise einige Meter hoch in die Luft gewirbelt wird.
An einer Strandbar springt uns plötzlich ein kleiner Schäferhund, ca.
vier Wochen alt, entgegen. Lukas ist ganz angetan von der Zutraulichkeit
des Hundes. Am liebsten würde er ihn mit nach Hause nehmen.
Km:
90
Wetter: Bewölkt, starker Wind, nachmittags Sonne 17°C
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Kalithea
- Kamiros - Monilithos
Fr. 06.04.2007
Der
Himmel ist immer noch stark bewölkt. Die Frühstückszeit wird ein wenig
ausgedehnt, unterdessen fassen wir den Entschluss auf die andere Seite
der Insel zu fahren. Wir nehmen dieses Mal die etwas schnellere, aber
längere Variante über Pastida zur Westküste. Vorbei am Flughafen geht's
entlang der gut ausgebauten Küstenstraße südwärts nach Kamiros. Drei parkende
Busse zeigen uns, dass dieses Mal die Ausgrabungsstätte geöffnet ist.
Leider wurde die Anlage nur wegen den angemeldeten Besuchergruppen geöffnet
und beim Verlassen der letzten Gruppe wieder geschlossen. Trotzdem dürfen
wir noch für 20 Min. kostenlos eintreten und ein wenig durch die Ruinen
klettern. Kamiros, das "Pompeji von Rhodos" hatte seine Blütezeit im 6.
Jh. v. Chr. Die Stadt war terrassenförmig an einem Berghang gebaut, so
dass ihre Bewohner einen fantastischen Blick auf das Meer genießen konnten.
Unser
eigentliches Ziel, die Festung Monolithos, erreichen wir um die Mittagszeit.
Von einem Aussichtspunkt am Straßenrand, blicken wir runter auf einen
einzelnen Felsen, auf dessen kleinen Plateau die Johanniter im 15. Jh.
eine Burg erbauten. Heute Morgen, ein super klarer Blick aus dem Hotelspeisesaal.
Die Türkei war zum Greifen nah, jetzt müssen wir mit Dunst und Wolken
vorlieb nehmen. Über eine Serpentinenstraße schleifen wir runter zum Fuß
des Berges. Von hier führt uns ein schöner Treppenweg rauf zur Burg. Trotz
des bewölkten Himmels ist die Aussicht auf die Küstenlandschaft überwältigend.
Weit unter uns liegt das Kap Fourni, es ist der nächste Punkt den wir
anfahren werden. Die Küste am Kap besitzt einen der schönsten Strände.
Wegen der einsamen Lage ist er auch im Sommer wenig besucht. Für die Rückfahrt
wählen wir den südlichen Teil der Insel. Die Strecke Apolakkia, Gennadi
zeigt grünes Panorama und ist Landschaftlich sehr reizvoll.
Km:
168
Wetter: Bewölkt 17°C
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Kalithea
- Filerimos - Rhodos
Sa. 07.04.2007
Nicht
weit entfernt von der Küste und Rodos-Stadt, erhebt sich ein 267 Meter
hoher Berg. Bereits beim Hochschrauben der Serpentinen wird die Aussicht
immer spektakulärer. Wir erreichen den Parkplatz von Filerimos. Entlang
einer Zypressenallee laufen wir zu einer Aussichtsplattform, auf der ein
gewaltiges Betonkreuz errichtet wurde. Über eine Wendeltreppe geht's rauf
bis zum Querbalken des Kreuzes. Dieser dient als Aussichtsbalkon und bietet
einen Blick weit über die Insel bis zur Türkei. 
Der eigentliche Grund für den Besuch des Berges ist aber die Klosteranlage
von Filerimos. Nachdem das Tor offen steht und die Kasse nicht besetzt
ist, besichtigen wir die Anlage kostenlos. Auf den Resten eines antiken
Tempels (200 v.Chr.) entstand in mehreren Baufasen die mittelalterliche
Ritterkirche mit ihrem mächtigem Turm. Auch der stimmungsvolle Kreuzgang
mit seinen Zypressen und blühenden Pflanzen bietet einen malerischen Anblick.
Bei unserer M ittagspause
auf Festungsresten, können wir das lebhafte Treiben von mehreren Agamen
beobachten. Die 30 cm großen Echsen sehen einem Drachen sehr ähnlich.
Den
Nachmittag wollen wir im archelogischen Park auf dem Mont Smith verbringen,
doch zuvor noch ein Stopp am Stadtstrand von Rhodos. Die Kinder sind mit
Steine werfen beschäftigt, wir genießen das Spektakel einer Gruppe Kitesurfer.
Die 408 v. Chr. Gegründete Stadt Rodos war im Altertum eine der größten
Handelsmetropolen am Mittelmeer. Prächtige Bauten zierten die Stadt, doch
zu sehen
sind heute nur noch die Reste der Akropolis. Sie liegt etwas außerhalb
in großer Einsamkeit. Prächtig steht sie hoch über der Stadt auf dem Mount
Smith. Die erhaltenen dreieinhalb Säulen, beeindrucken durch ihre gewaltige
Größe. Sie wurden von italienischen Archäologen wieder aufgerichtet. Der
weite
Blick über Stadt und Ausgrabungsstätte zeigt uns noch zwei weitere Bauten.
Ein kleines, halbrundes Theater mit Platz für 800 Personen und ein lang
gestrecktes Stadion, das von den Kindern einmal umrundet wird. Ein Blick
der Superlative bietet sich auf der anderen Seite des Berges, der steil
zum Meer hin abfällt. Riesige Agaven, ein Farbenspiel von bunten Blumen
vor dem milchig grünen bis dunkelblauen Farbverlauf des Meers. Wir spazieren
ein wenig an dieser Bergkante entlang, wo auch immer wieder Bänke zum
genießen dieses tollen Ausblickes einladen.
Km:
50
Wetter: Sonne, windig 17°C
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Kalithea
- Rhodos Stadt
So. 08.04.2007
 Schon
über eine Woche auf der Insel wird es langsam Zeit das wir die Altstadt
von Rhodos besichtigen. Bei unserem gestrigen Besuch konnten wir bereits
einen gut gelegenen Parkplatz ausfindig machen. Am Month Smith geparkt,
marschieren wir Richtung Zentrum, bis wir nach 10 Min. die Stadtmauer
erreichen. Wir stehen vor dem Amboise-Tor, gewaltig ragt es vor uns auf.
Wir schreiten hinein, ein Tunnel folgt, er führt quer durch die massive
Mauer. Sie umgibt die ganze Altstadt. Schon jetzt sind die Kinder stark
beeindruckt, doch es soll noch besser werden. Als wir auf die Ritterstraße
treffen und vor dem Großmeisterpalast stehen, halte ich den Atem an. Zwei
mächtige Türme flankieren das Hauptportal des Palastes, ich verspüre so
etwas wie Staunen, Erfurcht und Bewunderung für diesen gewaltigen Palast.
Bei unserem Streifzug treffen wir immer wieder auf tolle Bauten, wie der
imposante Uhrturm, der gleich neben den großen Kuppelbau der Süleyman
- Moschee steht. Wir peilen die Odas Sokratous an, eine Basarstraße in
der normalerweise das Leben pulsiert, doch
heute am Ostersonntag ist sie wie ausgestorben. Viele Gassen bezaubern
durch den Flair uralter Zeit und spornen zu weiteren
Aktivitäten an. Die ganze Altstadt ist wie ein riesiges Freilichtmuseum,
oft erinnern nur noch Ruinen an die einstige Pracht früherer Bauten.
Km:
26
Wetter: Sonne, starker Wind 17°C
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Kalithea
- Asklipio - Antony Quinn Bay
Mo. 09.04.2007
 Wieder
einmal schleichen wir die Küstenstraße Rhodos - Lindos entlang. Leicht
angenervt, zumal die Strecke meist auf 50 km/h beschränkt ist und auch
landschaftlich nicht besonders viel zu bieten hat, erreichen wir Lindos.
Wenige Kilometer danach biegen wir ab zum kleinen Bergdorf Asklipio. Schon
von Weitem können wir die imposante Burgruine, die über den weiß gekalkten
Häusern ragt, erkennen. Vor der Kirche wird geparkt. Die Kinder schwärmen
aus um den Weg rauf zur Festung zu finden. Ein Schotterweg führt uns hoch
zu den Mauerresten der Johanniterburg. Die imposante Befestigungsanlagen
des Johanniterordens vermitteln eher den Eindruck einer militärischen
Macht als den einer rein karitativer Organisation, als die er ursprünglich
ins Leben gerufen worden war- und auch heute wieder ist. Von hier oben
eröffnet sich ein großartiger Ausblick über das Dorf bis zum Meer oder
über das hügelige Hinterland bis zum höchsten Berg der Insel, den Ataviros
mit seinen 1215 Meter Höhe. Die Kirche im Ort ist wegen ihrer kostbaren
Fresken besonders sehenswert. Vom Duft des Weihrauches umhüllt, genießen
wir die Ruhe und besondere Atmosphäre die dieser Platz ausstrahlt. Die
malerischen Gassen des Dorfes laden zu einem Bummel ein. Alles ist für
das Osterfest weiß gekalkt und herausgeputzt. Den Nachmittag verbringen
wir nochmals an der Antony Quinn Bay, wo Philipp erstmals ins kalte Nass
eintaucht. Nur kurz genießt er den Badespass und steig zitternd aus dem
Wasser heraus.
Km:
25
Wetter: Sonne, windig 23°C
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Kalithea
- Rhodos Hafen
Di. 10.04.2007
 Bereits
um 8:15 Uhr stehen wir am Hafen von Rhodos. Geplant ist heute eine Bootsfahrt
nach Simi. Da es wie immer stark windig ist, sind uns fünf Stunden Wellenreiten
(Hin- und Rückfahrt) für drei Stunden Aufenthalt auf Simi zu viel. Vorgestern
die Altstadt von Rhodos genauestens erforscht, machen wir uns heute an
Neustadt und Hafen ran. Ein Kreuzfahrtschiff im Hafen erweckt unser Interesse.
Hunderte von Touristen kriechen wie Ameisen aus dem Schiffsrumpf und schlängeln
sich zum Thalassini-Tor, wo sie dann in der Altstadt verschwinden. Wir
sind überwältigt von der Größe des Schiffes, dennoch laufen wir um den
Bug und entdecken drei weitere Luxusliner. Na, bei diesem Andrang werden
wohl heute die Lädchen in der
Basarstraße geöffnet haben ;-)) Vorbei an den drei Wind-mühlen, dessen
Foto in wohl keiner Sammlung fehlen wird, geht es raus zum Festungsturm
Algios Nikolas. Von hier genießen wir einen herrlichen Blick auf den Hafen
mit der Altstadt im Hintergrund. Auch die Neustadt mit ihren venezianischen
Architekturformen ist in Sichtweite und zieht uns förmlich an. Die meisten
Gebäude hier stammen aus der italienischen Besatzungszeit (1912-47). Ihre
Architektur präsentiert sich jedoch sehr unterschiedlich. Einen Hauch
vom Orient vermittelt die Murad-Reis-Moschee mit ihrem schön verzierten
Minarett. Zum Abschluss des Tages bummeln wir nochmals durch die Odos
Sokratous mit ihren unzähligen Lädchen. Das rege Treiben vermittelt den
Eindruck als seien wir inmitten eines orientalischen Basars.
Km:
35
Wetter: Sonne, starker Wind 21°C
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Kalithea
- Lindos
Mi. 11.04.2007
 Heute
steht nochmals Lindos auf dem Programm. Diesen traumhaften Ort muss man
einfach zweimal genießen. Einen Parkplatz hoch über der Stadt ausgewählt,
erkunden wir dieses Mal den Ort von der Südseite aus. Wir stöbern ein
wenig durch die Souvenirläden und steuern dann wegen der Kinder die Hafenbucht
an. Der Nachmittag endet, fast schon traditionell, mit Sandburgen und
Staudamm bauen.
Km: 92
Wetter: Sonne 23°C
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Kalithea
- Charaki
Do. 12.04.2007
 Über
die Strecke nach Lindos erreichen wir die Abzweigung Charaki. Zum schön
gelegenen Küstendorf ist es nicht mehr weit. Die Kulisse bildet der imposante,
schon seit der Antike besiedelte und befestigte Farakos - Hügel. Auf dessen
Gipfelplateau ragt die Burg empor. Ein steiler Pfad führt uns hoch zur
Festung. Von der Höhe aus ist die malerisch gelegene Malona Bay, mit ihrem
breiten Sandstrand, gut überschaubar. Der Blick von der anderen Seite
des Plateaus zeigt uns eine faszinierende Felsenküste und zugleich den
weiteren Verlauf unseres geplanten Wanderweges. Die Burg
wieder verlassen, schreiten wir über weite Olivenhaine, immer den roten
Punkt folgend, bis wir die Steilküste erreichen. Der Pfad, ja man glaubt
es kaum, ist gut markiert und führt uns sicher durch die bizarre Felsenlandschaft
immer an der Küste entlang. Ein Felsentor, Dali würde wahrscheinlich vor
Neid erblassen, zeigt sich vor uns. Gewaltig ragt es aus dem Meer heraus.
Der Weg schlängelt sich durch die schroffen Felsen und erweist sich als
immer schwieriger zu Gehen, vor allem Lukas kämpft mit jedem Stein. Da
diese Tour keine Rundwanderung ist, entscheiden wir uns umzudrehen um
den Rest der Strecke am nächsten Tag von der anderen Seite anzugehen.
Km: 110
Wetter: Vormittag bewölkt, Nachmittag Sonne 23°C
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Kalithea
- Stegna
Fr. 13.04.2007
Von
der gestrigen Tour waren wir alle recht begeistert. Was liegt also näher,
als heute den zweiten Teil der Wanderung anzugehen. Wieder auf der Landstraße
nach Lindos zweigen wir bei Archeangelos ab und fahren weiter nach Stegna.
Um die Wanderung für die Kinder etwas abzukürzen, starten wir nicht wie
beschrieben in Archeangelos sondern in Stegna und hoffen dass wir irgendwann
den markierten Pfad kreuzen
werden. Wir haben Glück, schon nach einer halben Stunde stoßen wir auf
eine rote Markierung, der wir stets zu folgen versuchen. Leider ist sie
nicht so ausgeprägt wie im gestrigen Teil der Route, doch mit Buch und
Karte erreichen wir dann doch ein markantes Ziel. Ein antiker Steinbruch,
wahrscheinlich wurden hier die Steine für das gegenüberliegende Lindos
gebrochen. Durch ein schmales Karree, weist uns ein roter Punkt in eine
bizarre Felslandschaft. Schon bald überbietet sich die Landschaft. Wir
stehen hoch über dem Meer und blicken auf eine grandiose Küsten-landschaft
mit rotbraunen Sandstein in allen Variationen. Wir folgen noch ein wenig
dem Küstenpfad, um unsere Mittagspause unter einem schattigen Baum zu
verbringen.
Wohl gestärkt treten wir den zweistündigen Rückweg an. Um die Kinder zufrieden
zu stellen, verbringen wir den Nachmittag am Strand von Stegna. Und da
Spielen sie nun, der feine Sand wird hin und her geschaufelt, mal zu einem
Damm oder zu einem Berg. Die Zeit zum spielen war immer zu kurz, so dass
wir uns auch dieses Mal, nach über drei Stunden Aufenthalt, ein Gejammer
anhören müssen, als wir zum Hotel zurückfahren wollen.
Km: 100
Wetter: Sonne 25°C
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Kalithea
- München
Sa. 14.04.2007
Und
das Beste kommt zu zuletzt. Heute Morgen bereits das Auto zurückgegeben,
bleibt uns nichts anderes übrig als die nähere Umgebung genauer zu erkunden.
Was lag also näher als die Hotelanlage einmal komplett abzulaufen. Und
siehe da, als wir hinter die vermutete letzte Häuserreihe treten, sehen
wir am Hang noch etliche Neubauten und dazu, man glaubt es
kaum, einen Swimmingpool der Extraklasse mit unverbautem Meerblick. Die
Lage ist traumhaft , hoch auf den Klippen immer das tiefblaue Meer im
Auge. Wäre in den letzten zwei Wochen Badewetter gewesen, hätten wir uns
maßlos geärgert, so können wir getrost darüber hinwegblicken. Ein kleiner
Spaziergang entlang der Küste führt uns rüber zu einem Höhepunkt der Insel
- die Therme Kalithea. Sie wu rde
um 1920 von den Italienern im romantischen Orientstiel errichtet. Im strahlenden
Weiß leuchten uns die Prachtbauten an, alles schön rund und sanft geformt,
malerisch eingebettet im exotischen Garten, der reichlich mit Palmen aufwartet.
Erst seit Kurzem ist eine umfassende Renovierung im Gange, die aber zum
größten Teil abgeschlossen ist. Entlang eines Säulenganges geht es durch
subtropisches Grün hinab zur Badebucht, wo wir unsere Mittagspause verbringen.
Ein letztes Mal genieße ich die Farbkontraste des Wassers am Hotelstrand.
Dabei bleibt Gelegenheit, noch einmal tief durchzuatmen, die letzten Tage
Revue passieren zu lassen und alle Eindrücke zu speichern - die Landschaft
aus Stein, den Duft der Maccia und natürlich das kristallklare Wasser…
Km: 00
Wetter: Sonne, windig 23°C
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©
Franz Sebald
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