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Sizilien
1999
www.sebaldreisen.de
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Frühling
auf Sizilien
Sizilien
bietet neben zahlreichen kulturellen Sehenswürdigkeiten auch die größte
Pflanzenvielfalt aller Inseln des Mittelmeers. Burgen, mittelalterliche
Bergdörfer, Tempel, all das zeugt von einer Insel, deren Schönheit schon
vor Jahrtausenden erkannt wurde. Drei Vulkane, von denen Ätna und Stromboli
noch aktiv sind, kann man bis zum Krater besteigen. Auf unserer 14 tägigen
Tour, die wir in Trabia (Palermo) starteten, erkundeten wir die Westküste,
Nordküste, zum Teil das Landesinnere und später auch die Ostküste. Für
die Südküste, die auch wegen ihrer schönen Strände lohnenswert wäre, reichte
leider die Zeit nicht aus. Allmählich neugierig geworden? Dann lese meinen
Bericht und betrachte die Bilder einer unvergesslichen Reise durch die
Insel am Ende von Italien.
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Monheim
- Catania - Trabia
Aufstehen,
es ist drei Uhr morgens. Philipp ist nicht wach zu kriegen. Bereits gegen
3:45 Uhr kommt mein Schwager Robert und chauffiert uns zum Flughafen nach
München. Um acht Uhr startet die Boing 737 nach Catania. Für unsere Reise
hatten wir Flug, Mietwagen und für die erste Woche das Hotel gebucht.
Für die zweite Woche suchen wir eine Bleibe vor Ort. Natürlich wäre eine
Rundreise für uns interessanter gewesen, schon alleine wegen der Zeitersparnis
der doppelten Fahrstrecken, aber für Philipp (damals 5 Jahre alt) ist
ein längerer Hotelaufenthalt wesentlich angenehmer. Nach dem Vorbeiflug
auf Kraterhöhe am Ätna, setzen wir gegen 11 Uhr in Catania zur Landung
auf. Wir müssen ca. 45 Minuten warten, bis uns der neue Lancia am Schalter
von "Holiday Autos" zugeteilt wird. Etwas genervt schaffen wir es doch,
nach einigen Versuchen unsere Koffer in den Kleinwagen zu verstauen und
können gegen 12.00 Uhr in Richtung Palermo aufbrechen. Auf halber Strecke
zweigen wir bei Enna zum kleinen Bergdorf Calascibetta ab, wo wir bei
herrlicher Aussicht und Sonnenschein unsere Mittagspause einlegen.
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Nach den restlichen 100 km kommen wir gegen Abend in unserem Hotel "Torre
Artale" in Trabia (30 km östlich von Palermo) an, das für die nächste
Woche unser bevorzugtes Ziel sein wird. Unter Erhaltung des besonderen
Flairs der Gebäude, wurde die alte Residenz zu einem Hotel umgebaut. Begeisterung
pur, überall riesige Terrakotta-Gefäße liebevoll geschmückt mit Pflanzen.
Wir finden kleine Gärten, romantische Innen-höfe und einen großen Park
mit tragenden Orangen- und Zitronenbäumen. Neben der Residenz steht ein
alter Aussichtsturm. Wir steigen hoch, um einen Überblick zu bekommen.
Das Schwimmbad liegt etwas außerhalb. Egal, es ist sowieso noch keine
Badesaison.
Die Pizzeria
nebenan ist leider geschlossen. Wir fahren runter zum Ort und suchen dort
ein Restaurant. Vergebens, es ist Vorsaison. Im nächsten Ort werden wir
fündig und freuen uns auf das bestellte Abendessen. Todmüde fallen wir
an diesem Abend in die Beten.
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Trabia
- Solunto - Monreale
Spät
geweckt werden wir von Philipp, der normalerweise gegen sechs Uhr aufzustehen
pflegt. Letztendlich steckt auch ihm die kurze, vorangegangene Nacht in
den Knochen. Frühstücken, wir begeben uns zum Speisesaal. Eine alte Olivenpresserei
wurde umgebaut und liebevoll restauriert. Runde Tische sind großzügig
verteilt in einem verzweigten Saal aus Sichtmauerwerk mit freigelegtem
Dachstuhl. Uns erwartet ein riesiges Frühstücksbuffet mit frischen Croissants,
Obst, Brötchen, einfach alles! Und das Ganze bei gedämpftem Licht, richtig
romantisch!
Gegen Mittag
brechen wir zur Erkundung der näheren Umgebung auf. Wir fahren entlang
der Küste Richtung Palermo und machen Halt in Solunto, einer Aus-grabungsstätte
bei Bagheria. Die Überreste der antiken Stadt sind nicht so sehenswert,
aber für den Anfang ganz nett. Dafür bietet die erhöhte Lage der Ausgrabung
einen schönen Blick auf den Golf von Termini Immerese. Dunkle Wolken ziehen
auf, es beginnt zu regnen. Wir stellen uns unter, mit uns auch ein Ehepaar
aus Dortmund. Er trägt als Schmuck drei Fotoapparate um den Hals. Bei
einem gemeinsamen Fotomotiv kommen wir ins Gespräch. Die Beiden kamen
schon eine Woche vor uns in Sizilien an und wissen einiges zu berichten.
Sie sind ebenfalls mit einem Mietwagen unterwegs, allerdings drei Wochen.
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Der
Hobbyfotograf knipste bereits in der ersten Woche 15 Filme durch und hatte
Bedenken, dass
seine insgesamt 50 Filme nicht ausreichen würden. Ich wurde ganz kleinlaut,
als ich ihm berichtete, dass die Speicherkapazität meiner digitalen Kamera
auf 300 Bilder beschränkt ist.
Da es noch
relativ früh am Nachmittag ist, fahren wir weiter nach Palermo. Vor dem
Zentrum biegen wir links nach Monreale ab. Das kleine Städtchen liegt
etwas außerhalb malerisch auf einem Hügel und bietet neben dem Dom auch
einen schönen Fernblick auf die Bucht von Palermo. Der Dom, erbaut um
1174, gilt als Hauptwerk und Höhepunkt normannisch-arabischer Baukunst
in Sizilien. Durch ein schönes Bronzetor betreten wir die ganz mit Mosaiken
ausgekleidete Kathedrale. Millionen
bunter Steine fügen die wichtigsten Ereignisse des Alten und Neuen Testaments
zu einem Bilderbogen des Glaubens zusammen. Wir bestaunen die einzelnen
farbenfrohen Steine, die im Gesamten ein wahres Meisterwerk ergeben. Nach
dem Verlassen der Kathedrale kehrt die Realität zurück und mit ihr die
grenzenlose Bewunderung für jene Architekten und Künstler. Wir finden
uns auf dem palmengeschmückten Domplatz wieder. Von hier geht's zum Kreuzgang,
der aber leider geschlossen ist. Wir entschließen uns für die Rückfahrt
zum Hotel um mit Philipp im Park zu spielen.
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Trabia
- Cefalu
Heute wollen
wir Cefalu kennen lernen. Der Ort, am Fuße eines Berges gelegen, ist ein
touristischer Anziehungspunkt erster Güte. Am Rande des Zentrums geparkt,
eine weise Entscheidung, wie sich im nachhinein herausstellen sollte,
laufen wir dem Verkehrschaos entgegen. Angekommen am mächtigen Fels Kefalos
(Kopf) entschließen wir uns, den Berg zu erkunden. Er lieferte das Baumaterial
für die antike Stadtmauer und das befestigte normannische Kastell. Auch
die Architekten früherer Zeiten liebten den Kalkstein, der geschliffen
wie kostbarer Marmor glänzt. Sie verwendeten ihn großzügig in der mächtigen
Kathedrale.
Hunderte
von steilen Stufen führen hoch zum Berg. Oben angekommen, eröffnet sich
ein berauschender Ausblick a uf
Stadt und Meer. Der Rundgang auf dem Fels, den wir auf einem gut unterhaltenen
Fußweg erklimmen, führt uns vorbei an mittelalterlichen Befestigungsanlagen.
Bunte Blumen und Farne säumen den Weg. Immer wieder locken Aussichtspunkte,
die Wanderung zu unterbrechen, um grandiose Ausblicke zu genießen. Nach
einem Picknick bei strahlendem Sonnenschein brechen wir die dreistündige
Wanderung ab und begeben uns auf direktem Weg zur Kathedrale.
Dieser erste normannische Kirchenbau Siziliens wurde ab 1131 errichtet.
Die byzantinischen Goldmosaike im Innern können wir wegen Restauration
nicht besichtigen. Schade! Als Entschädigung gibt's Eis. Wir schlendern
weiter durch die antike Stadt zur "Arabischen Wäscherei". Bis in die sechziger
Jahre benutzten die Frauen Cefalus diesen uralten Waschplatz. Erst als
die Segnung moderner Haushaltstechnik auch Siziliens Kleinstädte erreicht,
verlor der Ort seine reinigende und natürlich auch kommunikative Funktion.
Nicht weit vom Waschhaus entfernt liegt der kleine malerische Hafen. Bunte
Fischerboote im Sand liegend, bilden den Kontrast zu den alten Gemäuern
der Altstadt. Das türkisgrüne Meer schwappt den Booten entgegen, einfach
idyllisch! Philipp spielt Sand, wir faulenzen auf einer Bank, bevor wir
den Rückmarsch entlang des Strandes antreten.
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Trabia
- Selinunte - Segesta
Zum
Frühstück frische Croissants, Brötchen und Obst bei viel Sonnenschein
und strahlend blauem Himmel. Heute ist unser erstes Ziel Selinunte, ca.
150 Kilometer entfernt. Die Anreise erfolgt entlang der Autobahn über
Palermo und dann runter nach Castelventrano. Bereits in Palermo werden
unsere Nerven auf die Probe gestellt. Stau, anfangs noch ganz normal,
später dichter und dichter. Hupen nerven, Fahrzeuge drängen sich an allen
Seiten vorbei. Auf der dreispurigen Fahrbahn fahren mittlerweile schon
sechs Fahrzeuge nebeneinander. Gedanklich sehe ich schon meine für das
Fahrzeug hinterlegte Kaution dahin schmelzen. Ampeln, hier wohl ein Fremdwort!
Autos kommen aus mehrspurigen Seitenstraßen und drängen sich rücksichtslos
quer durch. Das Chaos ist perfekt! Zu allem Schreck, kommt gerade jetzt
dazu, dass Philipp dringend auf die Toilette muss. Margit trinkt noch
schnell eine Flasche Wasser leer, um sie für den Notfall bereit zu halten.
Als wir nach 45 Minuten endlich Palermo hinter uns brachten, können wir
regelrecht aufatmen. Der Rest der Strecke erlaubt wieder entspanntes Fahren
und den Blick für die Landschaft. 
Nach zweieinhalb
Stunden Fahrt erreichen wir die weiträumige Tempelanlage von Selinunte.
Unter den zahlreichen griechischen Ausgrabungsstätten gehört die Anlage
zu den Ausgedehntesten. Die Tempel vor 2500 Jahren errichtet, bilden vor
dem Hintergrund des Meeres eine zeitlos stimmungsvolle Szenerie. Nicht
weit entfernt vom Parkplatz kann man die Überreste der ersten drei Tempel
besichtigen, von denen einer besonders liebevoll aufgestellt und restauriert
wurde. Durchaus sehenswert ist auch die Akropolis, eine Tempelanlage auf
einer Anhöhe direkt am Meer.
Auf der Rückfahrt
zweigen wir bei Alano nach Segesta ab. Philipp hatte geschlafen und ist
dementsprechend
schlecht gelaunt, als wir ihn wecken. Im Souvenirladen neben dem Parkplatz
bekommen wir Tickets für die Busfahrt zum Theater. In der Zwischenzeit
gesellt sich ein bekanntes Fahrzeug neben unseres. Welch ein Zufall! Das
Ehepaar aus Dortmund. Nach Erlebnisaustausch und einigen Tipps laufen
wir rauf zum Tempel, der einsam auf einer Kuppe, inmitten von Äckern und
Weideland ruht. Das im 5. Jahrhundert entstandene Bauwerk ist erstaunlich
gut erhalten. Sein Gebälk wird von 36 dorischen Säulen getragen. Weiter
geht's mit dem Bus zum Theater, das am Ende einer kurvenreichen Panoramastraße
liegt. Neben ein paar Fahrgästen sind wir hier oben fast allein. Wir schauen
uns um, erst jetzt wird uns bewusst, in welcher wunderschönen Landschaft
wir uns befinden. Das Theater aus dem III. Jahrhundert v. Chr. ist zum
Teil in einen Hang hineingebaut und besitzt 20 in Stufen angeordnete Sitzreihen.
Zum Entspannen lassen wir uns auf den gut erhaltenen Rängen der stimmungsvollen
Anlage nieder und genießen den Blick in die Ferne, hinab bis zum Meer.
Anschließend, Rückmarsch entlang der antiken Stadtmauern mit diversen
Fotopausen. Am Wegrand wachsen wilde Palmen, meterhohe Gräser und überall
blühen einheimische Blumen. Im Hintergrund, das saftige Grün der Wiesen.
Es ist Frühling, wunderbar! Im weiteren Verlauf des Weges haben wir den
Tempel stets vor Augen.
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Trabia
- Petralia
Während des
Frühstücks entschließen wir uns, wegen des bewölkten Himmels einen Ausflug
ins Landesinnere zu unternehmen. Wir fahren Richtung Cefalu, wo wir rechts
nach Castelbuono in eine Seitenstraße abzweigen. Die Straße wird immer
enger, wir kommen nur langsam voran. Nebel, Regen, es geht bergauf und
bergab, vorbei an Olivenhainen, zwischen Korkeichenwäldern hindurch und
an steilen Abgründen vorbei. Ab und zu hört man Kuhglocken und sieht weidende
Schafe am Wegrand. Ein Zeichen für Zivilisation in dieser gottverlassenen
Gegend. Plötzlich lässt der Regen nach und wir sehen in weiter Ferne ein
Dorf, dicht zusammengedrängt auf einem Berg liegend.
Petralia,
endlich haben wir unser Ziel erreicht! Am Ortsrand geparkt, erkunden wir
die schmalen alten Gassen mit ihren buckligen Kopfsteinpflastern. Die
grauen Häuser, teilweise die Elektrizität außen verlegt, wirken wie verlassen.
Vermutlich liegt es nur am schlechten Wetter, dass sich hier fast niemand
blicken lässt. Egal, uns ist es ganz recht. Weiter geht's durch enge,
gewundene abgelegene Gassen, vorbei an malerischen kleinen Innenhöfen
bis zur Kirche, die vermutlich im normannischen Stil errichtet wurde.
Hier brechen wir unsere Tour ab und begeben uns auf den Rückweg. Für die
Rückfahrt wählen wir die schnellere Variante über die Autobahn Enna-Termini
Imerese. Der Abend endet natürlich wieder in einer Pizzeria. Diesmal jedoch
in Trabia, bei einem Österreicher, der vor 15 Jahren nach Sizilien geheiratet
hatte. Wir bestellen Pizzas, die von der Schwiegermutter hinter der Theke
zubereitet werden. Bei Vino Rosso lassen wir es uns schmecken. Zum Abschluss
noch einen Capuccino, anschließend geht's zurück zum Hotel.
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Trabia
- Erice - Cup S. Vito - Lo Zingaro
Heute
steht Erice, ein Städtchen an der Westküste bei Trapani auf dem Programm.
Nach dem Verkehrschaos von vorgestern wollen wir Palermo umfahren. Bei
Bagheria verlassen wir die Autostrada und fahren durchs Landesinnere Richtung
Piana degli Albanesi. Der Weg führt uns über landschaftlich reizvolle
aber kurvenreiche Strecken. Fotopausen verlängern die Anreise. Weiter
geht's über Altofonte, vorbei an Partinico und rauf auf die Autostrada
nach Trabia.
Erice,
ein hochinteressantes mittelalterliches Städtchen, liegt auf dem Gipfel
eines Berges (765 m), in einer landschaftlich einmaligen Gegend. Eine
Panoramastraße mit Meerblick führt hoch zum Parkplatz am Ortsra nd.
Erst mal
Mittagspause. Anschließend schlendern wir auf dem antiken Pflaster durch
gewundene alte Gassen und genießen die ansprechend restaurierte mittelalterliche
Architektur. Es ist einfach malerisch! Hinter jeder Ecke verbirgt sich
ein Fotomotiv. Es geht vorbei an einer alten Kirche mit zinnenbekröntem
Glockenturm.
Wir erreichen den Stadtpark - wegen Restauration ist er leider geschlossen,
schade! Nach dem Dom geht's zur Venusburg, auch geschlossen! Wolken ziehen
den Berg hoch und verdecken die Aussicht. Wir warten. Schon sehr bald
bricht die Sonne wieder hindurch. Es hat sich gelohnt! Vor uns eröffnet
sich ein atemberaubender Panoramablick auf die Küste von Trapani. An besonders
klaren Tagen berauscht ein Fernblick bis zum Ätna oder sogar hinüber nach
Afrika. Nur schwer können wir uns von diesem Panorama losreißen.
Unser nächstes
Ziel ist das Naturschutzgebiet Lo Zingaro, wir erreichen es über das Cup
S. Vito. Die Strecke am Cup wird nun richtig interessant. Mal geht's Serpentinen
rauf, mal runter, oft mit Blick aufs Meer und manchmal auch auf eine schöne
Bucht. Am Cup machen wir Halt. Nach einem kurzen Fußmarsch bietet sich
ein schöner Ausblick auf die Küste und das offene Meer. Das Wasser hat
in jahrelanger Arbeit gewaltige Kliffe in den Fels gefressen. Am späten
Nachmittag erreichen w ir
Lo Zingaro, einen unter Naturschutz stehenden und daher völlig unverbauten
Küstenabschnitt. Kleine Pfade, zweckmäßig im abschüs-sigen Gelände ausgesteckt,
führen ans Meer oder klettern die Berge hoch. Sie erlauben auf diese Weise
eine der intaktesten Landschaften des Mittelmeers zu durchqueren. Wilde
Palmen, blühender Ginster, sowie seltene einheimische Pflanzen machen
das Reservat zu einer richtigen Oase. Wir entspannen in einer einsamen
Bucht und genießen die wärmende Sonne. Die traumhafte Lage erweckt bei
uns allen Karibikflair. Zurück am Parkplatz stellen wir fest, dass die
in unserer Landkarte eingezeichnete Straße nicht vorhanden ist. Wir müssen
einen Umweg von 60 km in Kauf nehmen. Am späten Abend angekommen, kehren
wir gleich in einem Restaurante ein, wo wir bei ausgiebigem Essen und
Rotwein über den ereignisreichen Tag plaudern.
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Trabia
- Tindari - Gardini Naxos
Wir verbrachten
unsere letzte Nacht im "Torre Artale". Nach dem Frühstück begleichen wir
unsere Rechnung und schlichten die Koffer in den Kleinwagen. Unser nächstes
Ziel ist Gardini-Naxos, aber vorerst fahren wir entlang der Nordküste
Richtung Messina zum Capo Tindari. Die Benutzung der gut ausgebauten Autobahn
verlangt etwas Maut, kaum der Rede wert. Allmählich nerven uns die zahlreichen
Tunnels, die ständig den Blick auf Meer und Landschaft verbergen. Bei
Santo Stefano beschließen wir, die Autobahn zu verlassen, um an der Küsten straße
bei herrlichen Ausblicken entlang zu fahren.
Um die Mittagszeit erreichen wir Tindari. Hoch auf dem Berg, wo auch die
Wahlfahrtskirche zur "Schwarzen Madonna" trohnt, eröffnet sich ein atemberaubender
Ausblick auf die Lagunen. "Mare secco", das trockene Meer nennen Einheimische
das einzigartige Phänomen der türkisfarbenen Lagunen zwischen rosa-gelb
schimmernden Dünen. Wir haben strahlenden Sonnenschein, leider etwas diesig,
so dass uns der Fernblick auf die Älonischen Inseln verborgen bleibt.
Rüber geht's zur alten Griechensiedlung Tindaris, die ein Erdrutsch im
ersten Jahrhundert n. Chr. zum größten Teil in die Tiefe gerissen hatte.
Neben einer massiven Stadtmauer, einer Römervilla mit gut erhaltenen Mosaiken,
besichtigen wir auch das griechische Theater mit seiner spektakulären
Aussicht auf das Meer.
Weiter geht's
entlang der Passstraße, die sich hinunter nach Falcone schraubt. Ein letzter
Blick zurück, bevor wir uns auf den Weg durchs Landesinnere nach Fancavilla
machen. Mühsam quälen wir uns die Serpentinen hoch, um gleich darauf ebenso
steil bergab zu fahren. Nur selten durchqueren wir kleine Bergdörfer,
oft dicht zusammengedrängt an einem Berg hängend. Nach Novara schleifen
wir wieder mal Serpentinen hoch bis auf 1100 Meter. Bei einer Rast wird
es bitterkalt, ein eisiger Wind weht uns um die Ohren. Wir verkriechen
uns zurück ins Auto.
Fast
alleine sind wir auf der einsamen Strecke, weit und breit kein Mensch
zu sehen, statt dessen ein Schild: Durchfahrt verboten! Ratlosigkeit steckt
in unseren Augen! Zurück nach Messina, entlang der Autobahn wäre ein Umweg
von über vier Stunden. In der Zwischenzeit kommt ein Fahrzeug entgegen
- welch ein Zufall. Der Italiener hält an. Er spricht leider kein Englisch,
wir kein Italienisch. Die Verständigung fällt schwer. Jedenfalls ist die
Strecke frei. Wieder mal hoch den Pass, bis zur Baustelle. Eine Mure war
abgegangen. Die Straße, einspurig freigelegt, kann befahren werden. Erleichtert
fahren wir runter nach Francavilla und zum Touristenzentrum nach Gardini
Naxos. Nach etwas Erholung am Strand machen wir uns auf Hotelsuche. Die
Auswahl ist groß. In einem Hotel, direkt am Meer, entscheiden wir uns
nach diversen Preisverhandlungen für ein schönes Zimmer mit Meerblick.
Beim anschließenden Bummeln entlang der Hafenpromenade gilt unser vordringlichster
Gedanke einem leckeren Abendessen.
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Gardini
Naxos - Taormina
Die Sonne
scheint frühmorgens in unser Zimmer. Frühstücken, leider nicht so üppig
wie im letzten Hotel. Heute besuchen wir Taormina, einen Nachbarort von
Gardini-Naxos, der sich in herrlicher Lage an einen Hang schmiegt.
Kreuz und quer kurve ich durch den Ort. Parkplatzsuche, alles überfüllt,
erst etwas außerhalb oben beim Castel di Taormina finden wir am Straßenrand
einen Parkplatz. Im Nachhinein kein schlechter Ausgangspunkt, denn von
hier hat man einen wunderschönen Ausblick über die ganze Stadt bis rüber
zum Ätna. Eine schön angelegte Treppe führt uns vorbei an Kakteenhainen
und duftenden Blumen, runter zum Zentrum. Wir lassen uns treiben und kommen
schließlich zum Corso Umberto, die Flaniermeile Taorminas schlechthin.
Unzählige
Geschäfte und Butiken laden zum bummeln ein. Kunsthandwerk, Schmuck, Souvenirs,
es gibt einfach alles! Am Ende der Promenade erreichen wir die wohl bekannteste
Sehenswürdigkeit Siziliens, das Teatro Creco. Das griechisch-römische
Theater, beeindruckt zweifellos auch wegen seiner ausgesprochen eindrucksvollen
landschaftlichen Lage mit Ausblicken auf die Küste und den imposanten
Vulkan Ätna. Nicht
weit vom Theater finden wir den Stadtpark Villa Comunale, den öffentlichen
Park, dessen enormer Pflanzenreichtum uns schwer beeindruckt. Ursprünglich
war der Park im Besitz einer reichen Engländerin, die für ihre exotischen
Tiere reizvolle Pavillons erbauen ließ.
Nach Absolvierung der Pflichtpunkte lassen wir uns abseits des Touristenstroms
in kleinen Gassen treiben. Fassaden mit üppig überquellenden Blumenkästen,
winzige Terrassengärten die wie Schwalbennester am Hang kleben bezaubern
uns und spornen zu weiteren Aktivitäten an. Halt machen wir am Platz mit
dem charakteristischen Uhrturm, er ist der Mittelpunkt der Stadt. Hier
herrscht reges Treiben, es wird geplaudert, gelacht und geflirtet. Kinder
spielen Fußball, alte Männer träumen auf einer schattigen Bank von vergangenen
Zeiten. Ständig wechseln die Hauptdarsteller. Wir beobachten das Schauspiel
eine ganze Weile und begeben uns dann schließlich auf den Rückweg. Den
doch langen und erlebnisreichen Tag beenden wir bei Kerzenlicht, frischen
Pizzas und Rotwein nebenan in einem gemütlichen Restaurant.
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Gardini
Naxos - Ätna-Süd
Geweckt werden
wir durch die ersten Sonnenstrahlen. Blauer Himmel, wolkenlos. Frühstücken
und ab in Richtung Süden zum Ätna. Unser Ziel, die Seilbahnstation Ätna-Süd.
Über Zafferia führt eine gut ausgebaute Serpentinenstraße rauf zum Refugio
Sapienza, das auf ca. 1900 Meter Höhe liegt.
Der Ätna,
einer der aktivsten Vulkane der Erde, er spuckt durchschnittlich drei
Monate im Jahr Lava aus.
Gleich neben dem Parkplatz schlummert schon einer von 400 Nebenkratern.
Es weht ein eisiger Wind, die Luft ist einigermaßen klar und erlaubt einen
Fernblick bis zum Meer. Im Winter liegen hier oben bis zu 15 Meter Schnee.
Leicht vorstellbar, bei dieser eisigen Kälte anfangs April. Warm gekleidet
machen wir uns auf den Weg zur Umwanderung des ersten Kraterrandes. Natürlich
wollen wir auch zum Gipfel, der bis auf 3350 Meter Höhe reicht. Aus der
Seilbahnstation stürmt eine Touristengruppe aus Bayern. Margit erkundigt
sich, ob ein Gipfelbesuch lohnenswert sei. Einige, der Dillinger Reisegruppe
sind nicht begeistert. Oben w eht
ein eisiger Wind und vor allem ist es bis zum Hauptkrater ein ganz schönes
Stück zu laufen, hören wir klagen. Kurz entschlossen begnügen wir uns
mit der Umwanderung von einigen Nebenkratern. Nicht weit vom Parkplatz
geht's einen steilen Hügel zu einem großen Krater hinauf. Überall schwarzes
Lavageröll, sehr rutschig! Man kommt nur mühsam voran. Herunterkommende
Italiener motivieren Philipp und uns. Wir brauchen eine Ewigkeit bis wir
oben ankommen. Ein riesiger Trichter öffnet sich vor uns. Die kontrastreichen
Farben des Gerölls reichen von ockergelb bis dunkelrot vor dem Hintergrund
weißer Schneefelder. Ein tolles Erlebnis, unvergesslich! Wir umwandern
noch einige Nebenkrater, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Auf der
Passstrasse, die sich hinunter nach Zafferia schraubt, kommen uns unzählige
Fahrzeuge entgegen. Überall parkende Autos und Menschen, die Picknick
machen. Was ist los, haben wir etwas verpasst? Es ist Ostermontag, und
an diesem Tag fahren die meisten Italiener zum Picknick raus aufs Land.
Kurz vor
Gardini-Naxos zweigen wir Richtung Francavilla zur Alcantara Schlucht
ab. Schon von weitem war reges Treiben zu erkennen. Autos überall, weit
entfernt in einer Seitenstraße bekommen wir doch noch ein Plätzchen zum
Parken. Unten in der Schlucht hunderte von Menschen, die hier picknicken.
Ostermontag, was soll`s, wir brechen ab und verlegen den Besuch auf einen
anderen Tag. Auf dem Rückweg geht`s noch zur Insel Isola Bella, bevor
wir uns in den Stau bei Gardini-Naxos einreihen.
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Gardini
Naxos - Vulkano
Bereits um
8:30 Uhr brechen wir zur Fahrt nach Milazzo auf. Die teilweise stark befahrene
Autobahn zieht sich entlang der Ostküste durch unzählige Tunnels rauf
bis Messina und weiter an der Nordküste nach Milazzo. Nach einer Stunde
und 20 Minuten angekommen, fahren wir Richtung Hafen, wo wir in einem
stillgelegten Fabrikgelände parken. Leider fahren die Tragflächenboote
in der Vorsaison nur im stündlichen Rhythmus, so dass wir fast eine Stunde
warten müssen. Wir lösen unsere Tickets nach Lipari und machen es uns
in den Sesseln gemütlich. Endlich geht's los! Motorenlärm, Vibrationen,
sämtliche losen Teile beginnen zu klappern. Ein Höllenlärm! Schon sehr
bald war es vorbei mit der Gemütlichke it.
Nach 45 Min. erblicken wir die erste, der sieben liparischen Inseln, Vulcano.
Beim
Näher kommen erkennen wir Schwefelwolken am Kraterrand. Wir sind begeistert,
als dann auch noch das Boot in den Hafen schippert, ist die Entscheidung
getroffen. Vulcano ist unser Ziel - Lipari lassen wir sausen.
Die Insel
mit ihrem gleichnamigen Vulkan ist bekannt für ihr schwefelhaltiges Schlammbad
mit einer konstanten Temperatur von 34 Grad. Vergnügt aalen sich einige
Turis in dem warmen Fangotümpel, uns wiederum lässt die braune Brühe kalt,
wir ziehen weiter zu den Schwefelbergen. Plötzlich dreht sich der Wind.
Schwefeldämpfe treiben auf uns zu. Instinktiv halten wir den Atem an.
Leider zwecklos, denn der Wind bläst den unerträglichen Gestank direkt
auf uns zu. Schon sehr bald entschließ en
wir uns, wegen des üblen Geruches zur Besteigung des Vulkans. Als wir
den Ort hinter uns lassen, kommt uns ein Wanderer entgegen. Wir erkundigen
uns nach dem Weg. Etwas fertig von den Strapazen erklärt er uns, dass
wir den Kraterrand nach ca. einer Stunde erreichen können.
Der staubige, steile Weg erweist sich teilweise als sehr rutschig und
anstrengend zu gehen. Die Anstrengung und der Ausblick auf die Nachbarinseln
bewogen uns, immer öfter anzuhalten und zu genießen. Nach einer guten
Stunde erreichen wir den Kraterrand und werden durch den außergewöhnlichen
B lick
in den rauchenden Trichter belohnt. Es ist schon ein beklemmendes Gefühl,
am Rand des Kraters zu stehen und sich vorzustellen, welche Naturgewalten
hier verborgen sind, die nur auf den Tag des Ausbruchs warten. In einem
Reiseführer las ich, dass nach Ansicht der Geologen, Vulcano unberechenbar
und brandgefährlich sei. Wissenschaftler rechnen mit einem baldigen Ausbruch.
Leider ist es an diesem Tag etwas diesig, was die herrliche Aussicht auf
die umliegenden Inseln etwas trübt. Dennoch reicht die Begeisterung für
eine Umwanderung des Kraterrandes. Der Wanderweg lenkt uns auf ein gelb
leuchtendes Schwefelfeld zu. Wir sind gezwungen die übel riechenden Schwefelwolken
zu durchqueren. Philipp hält sich die Nase zu und rennt mit mir Hand in
Hand über den heißen, gelb leuchtenden Schwefel hinweg. Für die Umrundung
des Trichters brauchen wir über 45 Minuten.
Nach dem
Abstieg haben wir bis zur Abfahrt der Fähre noch etwas Zeit, die wir mit
Füße treten in dem zu allen Jahreszeiten heißen Meer verbringen. Unterirdische
Fumarolen verwandeln das Meer zu einem Whirlpool der Natur. Schon von
weitem sehen wir das Tragflügelboot heranfahren. Schnell packen wir unsere
Sachen zusammen und eilen zum Hafen, um die Rückfahrt anzutreten. Vor
lauter Hecktick hatten wir nicht bemerkt, dass fast Zeitgleich ein weiteres
Boot nach Lipari fährt in dass wir auch prompt einsteigen. Glücklicherweise
werden die Tickets kurz vor der Abfahrt vom Personal gecheckt, so dass
wir noch rechtzeitig das Tragflächenboot verlassen können um in das bereits
heranschippernde Milazzo-Boot einzusteigen.
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Gardini
Naxos - Alcantara - Ätna-Nord
Ob
es nun die Anstrengung des letzten Tages war oder doch die Nachwirkung
des abendlichen Weines - jedenfalls beschließen wir an diesem Morgen,
einen erholsamen Vormittag einzulegen, den wir in der Alcantara Schlucht
verbringen wollen. Die Schlucht -nicht weit von unserem Hotel entfernt-
kann über verschiedene Wege betreten werden. Da gibt es direkt am Parkplatz
eine Treppe und einen Aufzug für die Bequemen. Beides ist kostenpflichtig.
Wir gehen ca. 100 Meter flussaufwärts und benützen die kostenlose Treppe,
die auch zugleich direkt zum Eingang der Schlucht führt.
Unten angekommen, suchen wir uns ein sonniges und windgeschütztes Plätzchen
zum Picknicken. Philipp spielt Sand und ist somit glücklich und zufrieden.
Die Schlucht
entstand beim Ausbruch des Vulkans Monte Moio (2400 v. Chr.), des am weitest
entfernten Kegel des Ätna. Der Lavastrom füllte das gesamte Tal der Alcantara
bis zur Mündung des Flusses. Noch glühend und aufgrund von Erdsenkungen
spaltete sich die 70 Meter hohe Masse der Länge nach, gewunden über eine
Länge von 500 Meter.
Für ständige
Unterhaltung sorgen immer wieder ankommende Touristengruppen, die versuchen
mit ihren geliehenen Anglerhosen den Fluss hoch zu waten. Leider vergebens,
denn der Wasserstand ist zu hoch, um gegen die Strömung anzukommen. Vor
allem die Japaner entwickeln einen besonderen Ehrgeiz, so dass so mancher
seinen übereifrigen Tatendrang mit nassen Klamotten bezahlen muss. Das
Ganze kann ja im Sommer ein Riesenspaß sein, aber es ist Anfang April
und auf dem Ätna liegt noch Schnee -dementsprechend kalt ist auch das
Wasser. Wir können uns stundenlang amüsieren. Das Highlight an diesem
Vormittag ist ein Ehepaar. Er mit großer Videokamera auf der Schulter,
Sie mit feuerrotem Bläser, modischer Handtasche und olivgrüner Anglerhose.
Was man nicht alles tut, um nur ein paar Meter näher an die Schlucht heranzukommen!
Nachdem wir das bunte Treiben eine Weile schmunzelnd beobachteten, raffen
wir uns wieder zur Weiterfahrt auf.
Gegen Mittag
fahren wir flussaufwärts entlang der Alcantara. Von einer Brücke aus sehen
wir mehrere Wasserfälle, die uns zu einem Picknick am Flussufer einladen.
Das Wasser der Alcantara hat hier im Laufe der Zeit imposante Formationen
in den Basalt geschliffen. Genug entspannt geht es weiter Richtung Ätna-Nord,
was sich aber wegen des kalten Windes und des Schnees als nicht so lohnenswert
erweist. Wir beschließen den Nachmittag bei einem Eis und fahren zurück
zum Hotel.
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Gardini
Naxos - Syracusa
Geweckt werden
wir von Philipp, er wollte wieder mal um 6:00 Uhr aufstehen. Wir können
ihn noch zu einer Stunde Schlaf (Ruhe) überreden. Der morgendliche Blick
aus dem Fenster: Regen. Musste das noch sein am Ende unseres Urlaubs?
Frühmorgens brechen wir in Richtung Syracusa auf. Der Regen begleitet
uns ständig auf der Fahrt. Erst als wir die Großstadt am Meer erreichen,
hört es auf. Gut beschildert ist der Weg zum Teatro Creco, das in einem
riesigen archelogischen Ausgrabungsgebiet liegt. Zufällig bekommen wir
auch gleich neben dem Eingang einen Parkplatz. Los geht's, zuerst zum
Theater, das zu dem größten und schönsten der Antike gehört. Im 5. Jahrhundert
v. Chr. wurden die 60 Sitzreihen von Sklaven aus dem Fels herausgeschlagen.
Nach einer Umrundung genießen wir den Blick auf die Ränge. Einfach gewaltig!
Allmählich drängen immer mehr Besucher zum Theater, vor allem zahlreiche
Schülergruppen. Wir brechen ab und laufen zum "Ohr des Dionysios". Eine
gewaltige künstliche Höhle, 65 Meter lang und 23 Meter hoch. Hier werden
der Schall und die Echowirkung um das vierfache verstärkt. Auch dort toben
hunderte von Kindern hinein. Ein riesiger Lärm, ohrenbetäubend! Schnell
verlassen wir die schallende Höhle Richtung Latomia del Parodiso. Paradies-Latomien
heißen heute die Steinbrüche, in denen Syracus seinen Gefangenen die Hölle
bereitete. Vorbei am Amphitheater schlendern wir stadteinwärts zum "Heiligtum
der Weinenden Madonna". Ein modernes Betonmonster in Form eines Sternes
erbaut.
Ein
Fußmarsch zur Insel Ortygia wäre zu weit, es geht zurück zum Auto. Unterwegs
sind wir sehr er-staunt, als wir das Ehepaar aus Dort-mund zum dritten
mal treffen. Wie klein ist doch die Welt! Sie haben gerade einen Besuch
auf der Insel hinter sich und kön-nen uns einen kosten-losen Parkplatz
im Zentrum empfehlen. Nach Glückwünschen, geht's zum malerischen Stadtteil
Ortygia. Wir laufen über die Brücke Ponte Nuovo, entlang der Hafenpromenade
zur Arthusaquelle. Ein Teich, der von einer Süßwasserquelle gespeist wird,
umgeben von einer halbkreisförmigen Mauer mit einer Insel aus Papyrusstauden.
Angeblich das beliebteste Fotomotiv der Stadt. Auch wir verweilen ein
wenig an diesem idyllischen und beliebten Treffpunkt. Wieder mal geht's
kreuz und quer durch alte verwinkelte Gassen, bis wir den Dom erreichen.
Wegen Bauarbeiten kann der Dom nicht besichtigt werden. Wir brechen unsere
Sightseeingtour ab und spazieren bei beginnendem Regen zurück zum Auto.
Anschließend
fahren wir bei Dauerregen zum Hotel zurück. Eigentlich war noch ein Besuch
im Naturreservat "Casi del simento" geplant, der aber wegen des Regens
buchstäblich ins Wasser fällt.
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Gardini
Naxos - Catania - München
Schade, das
letzte Mal genießen wir den Meerblick, nochmals frühstücken und dann die
Koffer im Auto verstauen. Denn es ist der Tag unserer Abreise. Den Vormittag
verbringen wir mit Faulenzen und Spazieren gehen entlang der Hafenpromenade.
Gegen Mittag brechen wir zum Flughafen nach Catania auf. Noch schnell
Fahrzeugrückgabe und dann rein in die Abfertigungshalle. Unsere Maschine
sollte um 14:30 Uhr zum Flug nach München starten. Fluggäste neben uns
berichten, dass sie schon seit drei Stunden auf ihren Abflug warten. Wir
haben Glück und können die Abfertigungshalle mit einer halben Stunde Verspätung
verlassen. Wegen der Balkankrise ist der Luftraum über Jugoslawien gesperrt,
deswegen auch das Chaos. Allerdings sitzen wir noch über eine Stunde im
Flugzeug, bis die Startfreigabe erteilt wird. Zum Trost gibt's eine Runde
Getränke gratis. Endlich geht's los, bei einem angenehmen Flug erreichen
wir nach zwei Stunden München. Hier enden für uns unvergessliche Erlebnisse
einer eindrucksvollen Reise.
(C) Franz
Sebald
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