Helmut Breidi HP: www.breidi.de
Nachdem wir bereits Ostern mit Sardinien eine wunderschöne italienische Insel bereist hatten beschlossen wir, den Sommer auf der größten Mittelmeerinsel überhaupt zu verbringen: SIZILIEN. Es ist eine weite Reise, da wir aber - wie in den letzten beiden Sommern - wieder direkt Mittwoch Mittags nach Schulschluß losfahren wollten, standen uns doch dreieinhalb Wochen zur Verfügung, eine Zeit, in der man diese Tour durchaus bequem schaffen kann.
1. Tag: Bergisch Gladbach - Merklingen
Mittwochs Mittags - um der besten Ehefrau von allen einen Gefallen zu tun und sie ungestört die letzten Dinge einpacken zu lassen, war ich noch ein paar Stunden in die Firma gefahren - ging es endlich gegen 14:30 los, gemeinsam mit Hans, Antonia, Reneé und Adrian, einer ebenfalls Womo-begeisterten Familie aus der Nachbarschaft. In den letzten Tagen vor der Reise hatten wir noch CB-Funkgeräte eingebaut, um auch während der Fahrt kostenlos miteinander kommunizieren zu können.
Wir wollten nach vielen Touren der Gotthard-Route einmal eine andere Strecke ausprobieren, und zwar über den St. Bernardino. Also ging die Reise über die A4/A45/A5/A7 (Olpe/Frankfurt/Stuttgart) zunächst bis kurz vor Ulm. Gegen 21:00 ließ bei uns die Lust zum weiterfahren merklich nach, also sind wir in Merklingen einfach von der Autobahn runter. Bis zum Ort war es nur 1 km, am Parkplatz der Sporthalle haben wir idyllisch eine sehr ruhige Nacht verbracht. Am nächsten Morgen ging es früh weiter, über Lindau / Bregenz zum St. Bernardino.
2. Tag: Merklinen - Bonassola
Weiter ging es über Como/Ciasso, Mailand und Genua. Im nördlichen Cinque Terre , einen Ort oberhalb von Monterosso, soll es einen schönen Stellplatz geben. Wir wagen uns die sehr steile und enge Abfahrt nach Bonassola hinab (in drei Spitzkehren mußten wir sogar rangieren, um herum zu kommen) und wurden reichlich belohnt: ein malerischer Ort, wie er italienischer nicht sein kann,ein schöner, kleiner Strand, kein Durchgangsverkehr und ein legaler Stellplatz für Womos (kostenlos). Herz, was willst du mehr, um einen Ruhetag auf der Fahrt in den tiefen Süden einzulegen ?
Hier noch eine Begebenheit, die
uns sehr zu denken gab: Als wir ankamen, waren alle Parkplätze am Rand belegt
(übrigens die einzigen, wo man mit dem Womo stehen
darf. Stellt man sich auf die PKW-Plätze, schickt einen die Polizei fort !). Sofort kam ein italienischer Wohnmobilist
auf uns zu, der uns dies - mit Händen und Füßen - zu verstehen gab. Ein
weiterer kam auf uns zu um meinte, daß er nach der
Fußballübertragung des Länderspiels Italien-Niederlande abreisen würde, so daß einer von uns sich legal hinstellen konnte. Schnell
wurden noch drei andere (italienische) Wohnmobilisten
aus den Fahrzeugen geklopft und es wurde beratschlagt, wie nahe man
zusammenrücken könne, damit auch wir noch hinpassen. lediglich ein (deutscher
!!!) Wohnmobilist wollte sich an dieser Aktion nicht
beteiligen. Nach einigem hin und her stellte sich heraus, daß
eben dieser am nächsten Morgen abreisen wolle, so daß
wir diesen Platz dann "erben" konnten.
Wir fanden es sehr bemerkenswert, daß alle Italiener
für uns "Ausländer", die noch nicht mal ihre Landesprache
beherrschen, sofort von sich aus alle ihre Womos
zusammenrücken wollen um für uns Platz zu machen, während der einzige deutsche
auf dem Platz sich herumdreht und einfach in der Ort geht ... Man muß sich eben manchmal seiner Nationalität schämen!
Auf jeden Fall erlebten wir hier einen wunderschönen, geruhsamen Badetag, in einem Ort, den wir als wunderschön in Erinnerung behalten werden.
Am Abend kündigten sich dann per
Handy Familie Heidrich sowie Uwe und Ulrike an, die
wir schon seit vielen Urlauben kennen und schätzen gelernt hatten.
Irgendwie schafften wir es, noch Platz für die beiden Womos
zu machen und erlebten einen schönen Ersten gemeinsamen Abend.
4. Tag: Bonassola
- Pompeji - Vesuv
Heidrichs wollten am nächsten Tag - nach so vielen gefahrenen Kilometern - verständlicherweise noch einen Badetag einlegen, während es uns anderen schon wieder zur Weiterfahrt kribbelte. Es zog uns nach Pompeji, der berühmten Römerstadt, die im Jahre 79 n.Chr. durch den Vulkanausbruch des Vesuvs durch eine mehr als 4,5 Meter hohe Ascheschicht regelrecht konserviert wurde.
Also hieß es am nächsten Morgen
zunächst wieder Abschied von Ingrid, Georg, Sabrina, Mathias und Carsten zu
nehmen und die ca. 670 km bis Pompeji
unter die Räder zu nehmen. Wir quartierten uns - von der Autobahnausfahrt
ausgeschildert - im Campingplatz "Zeus" direkt vor den Toren der
antiken Stadt ein. Der Preis für unser Womo mit fünf
Personen war mit ca. DM 53,- recht moderat, Strom,Ver- und Entsorgung inclusive.
Am nächsten Morgen nach einer ruhigen Nacht ging es um 8:30 ins alte Pompeji. Die Atmosphäre ist eigentlich
unbeschreiblich und auch in Bildern nur schwer festzuhalten. Es handelt sich um
eine Stadt von ehemals 20.000 Einwohnern, von fast allen Häusern stehen zumindest
noch Fassaden und Mauern. Etliche Gebäude sind noch fast komplett erhalten, an
den Hauswänden der Hauptstraße sind noch Schriften zu sehen, welche
Theaterstücke am Abend im Amphitheater auf dem Programm stehen. Noch
beeindruckender sind die Gipsabdrücke der Menschen, die vom Gas- und
Ascheausbruch des Vesuv überrascht wurden und in der
Stellung, in der sie gestorben sind, zu erkennen sind.
Jeder, der an Pompeji vorbeikommt und dort nicht anhält, ist selber Schuld! Eine bessere Gelegenheit, sich über die römische Lebensweise einen Eindruck zu verschaffen, gibt es einfach nicht!
Nachdem unsere Kinder nun gesehen
hatten, was ein Vulkan so alles anrichten kann, wollten sie natürlich auch
einen besichtigen ! Nichts leichter als das, wir
gingen wieder auf die Autobahn A3 drei Ausfahrten Richtung Norden, von dort ist
"Vesuvio" direkt ausgeschildert. Nach einer
steilen, sehr kurvenreichen Auffahrt, die dem Motor und der Kupplung alles
abverlangt, kommt man auf einen Parkplatz 200 Höhenmeter unter dem Krater an.
Hier bezahlt man zum ersten Mal: 6000 Lire fürs Parken. Dann geht es zu Fuß
weiter, man benötigt ca. 1/2 Stunde bis zum Kraterrand. Bevor man die
Gelegenheit für einen ersten Blick hat, muß man zum
zweiten Mal bezahlen: 9000 Lire/Erw., 6500 für Kinder.
Noch einige Meter weiter, dann wird der Ausblick grandios.
Auch die Aussicht auf den gesamten Golf von Neapel ist hier, 1200 Meter über dem Meeresspiegel, sehr schön.
Nachdem wir zum dritten Mal bezahlt hatten (eine "Spende" für die ausgeliehenen Wanderstöcke, die man am Parkplatz in die Hand gedrückt bekommt) fuhren wir zu einem weiteren Aussichtspunkt am Vesuv. Hier, am Parkplatz einer kleinen "Bar", konnten wir - nachdem wir der Freundlichkeit halber etwas getrunken hatten und mit dem Inhaber ein paar Worte gewechselt hatten - die Nacht verbringen und den Ausblick über den Golf von Neapel genießen. Auch Familie Heidrich, die ja noch einen Badetag in Bonassola eingelegt hatten, stießen am Abend - Handy und CB-Funk sei dank - zu uns.
6. Tag Vesuv - Lido di Palmi
Am nächsten Morgen hieß es - wie
immer in den letzten Tagen - früh aufstehen, da wieder etliche Kilometer vor
uns lagen. Wir wollten so weit wie möglich nach Süden kommen, um dann am darauffolgenden Morgen nach Sizilien aufzubrechen. Dadurch,
daß die Autobahn recht kurvenreich mit vielen
Steigungsstrecken und Baustellen versehen ist, kann man mit einem Wohnmobil
höchstens 70 km / Stunde kalkulieren.
So kam es, daß wir, obwohl um 9:00 gestartet, erst
gegen 17:00 bei Rosarno
die Autobahn verließen - und gerade mal 450 km gefahren waren. Der gesamte
Strand zwischen Nicotera
und Gioia
sah nicht sehr einladend aus, also versuchten Uwe und ich unser Glück -
zunächst mit den Rollern - Richtung Süden. In Marina di Palmi
wurden wir dann fündig
Hier, am Rande der Bucht, war genug Parkraum für unsere vier Womos. Auch das Wasser war kristallklar und warm, so daß alle sich schnell von der Fahrerei der letzten Tage erholen konnten.
7. Tag: Palmi - Überfahrt - Sant'Alessio
Nach einer ruhigen Nacht - unterbrochen von dem Lärmen der Müllabfuhr, die hier wegen der Hitze nachts arbeitet - fuhren wir am nächsten Morgen die letzten paar Kilometer nach Villa um mit der Fähre nach Messina überzusetzen.
Auf der Autobahn A18 von Messina Richtung Catania gibt es bei Messina Sud eine Ver- und Entsorgungsstation, die wir zunächst alle nutzten. Bei Sant'Alessio entdeckten wir dann einen sehr schönen Badestrand, den wir in Anbetracht der Temperaturen direkt nutzen wollten.
Gegen 17:00 wollten wir nach Taormina zur Besichtigung des Teatro Grecco aufbrechen. Nach einigen 100 m kam von Uwe ein
Hilfeschrei: nach Überquerung eines Bahnübergangs habe es ein fürchterliches
Krachen im Antrieb gegeben, es ging keinen Meter mehr weiter. Wie sich, nachdem
Uwe den Chefmechaniker einer nahegelegenen Werkstatt
herbeigeholt hatte, herausstellte, war die untere Motor-Getriebehalterung
komplett abgerissen. Er wurde mit einem Fiat Punto
(!) in den Nachbarort geschleppt, wo es eine Werkstatt mit einem Tor gab, welches
groß genug für Uwes Womo war. gegen 22:00 war alles
repariert - für nur DM 300,-. Der einzige Wermutstropfen war eine Beule im
Alkoven, die durch den Außenspiegel eines entgegenkommenden Busses während des
Abschleppens entstanden war.
Wir beschlossen, trotz Verbotsschilder am Strand von Sant'Alessio stehenzubleiben
und verbrachten eine ruhige Nacht.
8. Tag: Sant'Alessio
- Taormina - Ätna
Am nächsten Morgen stellte sich heraus, daß Uwe noch einmal in die Werkstatt mußte. Also gingen wir noch für einige Stunden an den Strand, bis uns Uwe aus Taormina anrief. Sein Womo war in der Werkstatt (Reparatur der Antriebswelle), er war mit Ulrike per Roller in die Stadt gefahren und konnte uns einen guten Parkplatz empfehlen. Also machten wir uns alle auf, nicht nur die Altstadt, sondern auch das Theatro Grecco zu besichtigen
Die Altstadt empfanden wir als sehr hübsch, vom antiken Theater waren alle etwas enttäuscht vom Stilbruch, eine solche historische Stätte mit moderner Bühnentechnik, vielen Scheinwerfern, Lautsprecheranlage und neuen Stuhlreihen zu versehen - die ganze Stimmung ist dadurch dahin. Vielleicht sind wir aber auch nur durch Pompeji so verwöhnt?
Am Spätnachmittag - Uwe's Wagen war fertig, er konnte nur noch keine weiteren Strecken fahren, weil ein Spezialkleber noch aushärten mußte - machten wir uns auf die Suche nach einem Strandparkplatz. Wir fuhren die ganze Strecke von Taormina bis Acireale ab, ohne auch nur annähernd etwas akzeptables zu finden. Nach kurzer Diskussion einigten wir uns darauf, bis zu unserem nächsten Ziel weiterzufahren: ÄTNA.
Nachdem wir uns durch den dicken Feierabendverkehr und die engen Gassen von Acireale gequält hatten und über Nicolosi den Ätna von Süden anfuhren, entdeckten wir ein wenig abseits der Straße eine ebene Fläche in der Lava: der ideale Stellplatz kurz vor dem Dunkel werden. Schnell war die professionelle Wagenburg aufgebaut und einem schönen Abend in geselliger Runde stand nichts im Wege.
Um 8:00 wurden wir durch die
Ankunft von Uwe geweckt. Nach dem ausgiebigen Frühstück nahmen wir die letzten
15 km bis zur Talstation der Seilbahn auf den Ätna unter die Räder, es ging
vornehmlich im ersten, höchstens zweiten Gang voran. Die Straße ist sehr steil
und kurvenreich aber hervorragend ausgebaut. Bei dem großen Ausbruch 1982 war
sie nebst einigen Häusern komplett verschüttet worden und mußte
neu gemacht werden.
Die Fahrt mit der Seilbahn kostet ca. DM 35,- / Person. Es besteht auch noch
die Möglichkeit, von der Bergstation aus mit geländegängigen Bussen weitere 300
Höhenmeter zurückzulegen, der Preis hierfür erscheint uns mit DM 32,- jedoch
unangemessen. Wir legen lieber die Strecke bis zum unteren Kraterrand zu Fuß
zurück.
Es ist eine phantastische "Mondlandschaft" aus schwarzer Lava, staubig, heiß - ein Erlebnis sondergleichen. Der Ätna hat zwei Krater, die ständig aktiv sind. Da der Rauch aus beiden nicht allzu stark kam, entschlossen wir uns, bis zum Fuß des kleineren zu wandern. Hier befindet sich eine alte, verlassene Hütte.
Nach ca. 1 1/2 Stunden, zum teil recht mühsam bergauf gehend, sind wir angelangt. Weiter zu gehen widerspricht jeder Vernunft, denn jederzeit kann die Aktivität des Vulkans sich verstärken und die giftigen Gase könnten zu uns heruntergedrückt werde.
Bald machen wir uns an den Abstieg, auch hier bewundern wir die unwirkliche, karge Landschaft mit der spärlichen Vegetation. Deutlich kann man sehen, welchen Weg die Lava genommen hat.
Nach fast 5 Stunden am Vulkan ging es wieder zurück. Schon während des Abstieges war zu sehen, daß die Aktivität des Ätna merklich zunahm. Unser Abend- und Nachtlager schlugen wir ca. 2 km unterhalb der Talstation des Liftes an einem schönen Parkplatz mit unseren Wohnmobilen auf.
10. Tag: Ätna - Lido di Noto
Am nächsten Morgen entwickelter der Ätna einen solchen Rauch, daß wir unsere gestrige Tour mit Sicherheit nicht hätten machen konnten. Wir bezweifelten, ob sie Seilbahn überhaupt fahren konnte.
Wir machten uns dann auf den Weg Richtung Süden.Der Strand zwischen Catania und Siracusa bietet nicht viel. Es befindet sich einiges an Petrochemie am Meer, dementsprechend riecht die ganze Gegend sehr unangenehm. Ca. 30 km südlich von Siracusa, in Lido di Noto, finden wir einen richtigen Womo-Stellplatz. Für DM 15.- / Nacht stehen wir recht nah am Strand, Ver- und Entsorgungsmöglichkeit inclusive. In Anbetracht der Hitze, fast 40°, beschließen wir, hier zwei Badetage einzulegen.
Es sind zwei geruhsame Tage, in
Anbetracht der Größe des Platzes können wir - wie die Italiener - unbesorgt
unsere Wagenburg aufbauen. Am zweiten Tag stieg das Thermometer sogar bis auf
46°, über die Mittagszeit war es unmöglich, am Strand zu liegen. Auch in dieser
Beziehung passten wir uns den hiesigen Verhältnissen an: früh aufstehen, 2 Stunden
Strand, über Mittag im Schatten der Markisen dösen, am Spätnachmittag wieder an
den Strand.
Am Abend unternahmen wir Erwachsenen mit den Rollern eine Tour nach Noto. Es
ist eine faszinierende, im Barockstil erbaute Stadt. Jetzt am Abend war alles
noch mal so schön, da alle Gebäude prächtig beleuchtet waren.
Wir genossen es, mal ohne Kinder durch die Straßen zu schlendern, die Gebäude zu bewundern und sich in einem Straßencafé das bunte, abendliche Treiben anzusehen. Dank an Uwe und Ulrike, die die Kinderschar hüteten!
12. Tag: L. di Noto
- Siracusa - Pozalla
Der nächste Tag galt wieder der Besichtigung. Es war Sonntag, ideal um sich in eine größere Stadt zu wagen - ohne Berufs- und Einkaufsverkehr! nach gut einer Stunde waren wir in Siracusa, zunächst zum Archäologischen Park. Hier gibt es ein griechisches Theater, ein römisches Amphitheater, eine große Opferanlage so wie die Steinbrüche mit dem "Ohr des Dionysos"zu besichtigen. Der Eintritt ist mit ca. DM 8,- / Erw. (Kinder bis 18 J. frei) sehr moderat.
Das "Ohr des Dyonisos" diente - laut einer Legende - dazu, daß der Tyrann jedes Wort verstehen konnte, welches die
Arbeiter und Sklaven der Steinbrüche über ihn gesprochen hatten. Der
Verwendungszweck der Opferstätte liegt dann auch nahe ...
Anschließend fuhren wir mit den Womos in die
Altstadt, die auf einer Halbinsel im Meer liegt. An deren Rande gibt es einen
ausreichend großen Parkplatz, den man auch benutzen sollte. Mit den großen
Fahrzeugen ist man im Gewirr der engen Gassen rettungslos verloren
!
Uns hat dieser Bummel so gut
gefallen, daß wir erst gegen 16:00 an unseren
Fahrzeugen waren.
Das nächste Ziel war die Schlucht "Cava
Grande" oberhalb von Avola.
Ein kleiner Fluß hat sich bis zu 250 Meter tief in
das Gebirge eingegraben und etliche kleine Seen und Lagunen entstehen lassen.
Der Abstieg dauert ca. 30 Minuten, wahrend man für den Aufstieg - der wegen der
Hitze frühestens am Spätnachmittag erfolgen kann - ungefähr eine Stunde
benötigt. Wir kamen leider zu spät an - ein Abstieg an diesem Tag war nicht
mehr möglich.
Uwe und Ulrike, die bereits am Vortag mit dem Roller hierher gefahren waren,
und wir hatten keine Lust, noch einen Tag hier zu verbringen. Also trennten wir
uns auf. Während Heidrichs und Richters am Rande der
Schlucht übernachteten, um am nächsten Tag den Abstieg zu machen, fuhren wir an
die Südküste nach Pozzallo.
Hier gab es einen Stellplatz, direkt am Strand gelegen. Man steht schattig zwischen Pinienbäumen, es gibt Wasser, Entsorgung ist auch kein Problem, Strom steht zur Verfügung und nebenan befindet sich eine preiswerte und gute Pizzeria, die wir am Abend direkt ausprobierten.
Der nächste Tag war ausgefüllt mit
Baden, Entspannen, Einkaufen und einer Rollertour bis hin nach Portopalo am
alleräußersten Südostzipfel Siziliens. Wir haben auf den ganzen 50 Kilometern
Küstenlinie, die wir abgefahren sind, keine schönere Stellplatzmöglichkeit
gefunden.
Am Abend kamen Heidrichs und Richters wieder zu uns.
Während die Kinder am nächsten Vormittag badeten, fuhren Angelika und ich mit
dem Roller nach Modica
und Ragusa.
Beides sind, bedingt durch ihre Hanglage und die noch
gut erhaltene barocke Bausubstanz, sehr sehenswerte Orte.
14. Tag: Pozalla - Agrigento
Am Spätnachmittag, nach einem ausgiebigen Bad im Meer, verließen wir den schönen Stellplatz von Pozallo, nachdem wir unseren Obolus von ca. DM 20.- für die zwei Tage entrichtet hatten, in Richtung Aggrigento. Das "Tal der Tempel" war unser Ziel. Nach ca. 3 Stunden erreichten wir, kurz vor Einbruch der Dämmerung, den Parkplatz. Nach dem Abendessen und dem traditionellen "4-Uhr-Bier" machten wir uns auf, die im dunkeln wunderschön angestrahlten Tempelruinen zu besichtigen.
Am nächsten Morgen machten wir uns nochmals auf, die Ruinen im Schein der Morgensonne zu besichtigen.
15. Tag: Agrigento
- Enna - Taormina
Gegen 11:30 waren alle bereit, den Weg nach Enna ins Landesinnere aufzunehmen. Ca. 2 Stunden später waren wir dort, die Strecke über die SS 640 / A 19 ist einwandfrei zu fahren. Enna liegt wunderschön auf einem Berg 931 m über dem Meer. Die Straße geht sehr steil und innerhalb der Stadt sehr eng bis zum Kastell hinauf, wo sich ein Parkplatz befindet, von dem aus man innerhalb von 2-3 Stunden die Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen kann.
Am Nachmittag hieß es, erneut von Heidrichs und Richters Abschied zu nehmen. Sie wollten noch an die Nordküste Siziliens, während Uwe, Ulrike und wir über Taormina und Sant'Alessio so langsam wieder Richtung Norden fahren wollten.
Am Abend, kurz vor der Dämmerung,
kamen wir an den "altbekannten" Stellplatz von Taormina an. Der Preis ist mit DM 20,-
/ Nacht zwar recht hoch, die Lage ist jedoch ausgezeichnet und zudem ist es die
einzige Möglichkeit, das "Nachtleben" zu bewundern.
Als es dunkel war, starteten wir unseren kleinen Rollertransfer für alle bis an
das Tor zur Altstadt.
Aber Vorsicht! Taormina - ein ausgesprochener
Touristenort - kann auch recht teuer sein, wir bezahlten in einem Straßencafé
für 2 Bier und 3 Cola insgesamt DM 37,50 !
Nach dem ausgiebigen Bummel setzten wir den späten Abend - nachdem die Kinder
im Bett lagen - noch auf unseren Campingstühlen sitzend mit einem kühlen Bier
150 Meter über dem Meer sitzend mit prächtiger Aussicht an unseren Wohnmobilen.
16. Tag: Taormina - Alcantaraschlucht - Sant'Alessio-Palmi
Am nächsten Morgen stand ein weiteres "Sizilien-Highlight" auf unserem Programm: die "Gola d'Alcantara". Der Fluß hat sich eine ca. 50 Meter tiefe Schlucht durch das Vulkangestein gegraben, man kann durch das Sommer wie Winter nur 14°kalte Wasser watend dieses Naturschauspiel erkunden. Fleißige (und/oder sparsame) Leute gehen zu Fuß die Treppen in die Schlucht hinunter und halten das kalte Wasser aus, empfindliche Menschen können für ca. DM 5,- einen Lift benutzen und für ca. DM 10,- ein Paar Fischerstiefel ausleihen - wir gehören zur ersten Sorte.
Anschließend ging es zum Aufwärmen
an den schönen Strand von Sant'Alessio,
den wir ja von der Hinfahrt her noch kannten - hier hatte Uwe den Schaden an
seinem Fahrzeug erlitten!
Am Spätnachmittag machten wir uns auf den Weg nach Messina, um wieder aufs Festland überzusetzen. In Scilla,
einige Kilometer nördlich von dem Anlegepunkt in Callabrien,
sollte es gemäß dem aus dem Internet gezogenen Stellplatzführer einen schönen
Strandparkplatz geben. Munter machten wir uns an den Abstieg, innerhalb des
Ortes wurde es aber immer enger. Tapfer zwängten wir uns immer weiter durch,
schließlich sollte es ja hier einen Stellplatz geben, also muß
ein Womo ja durchpassen !
Irgendwann war am wirklich sehr kleinen Hafen Schluß,
ein Stellplatz war kaum zu entdecken, also: zurück !
Hier fing das Problem jedoch erst richtig an: auf der Hinfahrt, wo wir so
gerade noch durchpaßten, ging es am Strand entlang -
eine Einbahnstraße ! Zurück ging es durch den Ort -
unmöglich zu schaffen! Also einfach gegen die Einbahnstraße weiter, trotz
Gegenverkehr kämpften wir uns Meter um Meter weiter. Irgendwann kam ein
Polizist auf dem Motorrad an. Wir erklärten die Lage, daß
unsere Fahrzeuge zu groß für den regulären Weg seien - kurzerhand machte er sein
Blaulicht an, legte den gesamten Strandverkehr für uns lahm und eskortierte uns
hinaus ! Noch ein freundliches Winken, schon war die
Situation wieder klar. Bei allen Verkehrsvorschriften, die wir in Scilla verletzt hatten, wären wir in Deutschland unseren
Führerschein bestimmt los, hier kommt die Polizei und stoppt den ganzen
Verkehr, ohne mit der Wimper zu zucken - wir waren sehr positiv überrascht!
Um weiteren Abenteuern zu
entgehen, fuhren wir weiter nach Lido di Palmi, welches wir von der Hinfahrt noch
kannten. Aber es war noch nicht aller Tage Abend: seit einigen Tagen flackerte
bei meinem Fahrzeug hin und wieder die Bremskontrolle am Armaturenbrett auf.
Während des Abstieges nach Palmi gab es beim Bremsen
einen Ruck, anschließend wurde jeder weitere Bremsversuch mit starken
Schleifgeräuschen quittiert. Es war schon dunkel, die Strecke kannten wir,
also: einfach mittels Motorbremse und Handbremse hinunter zum Lido di Palmi,
wo wir ohne weitere Probleme am Parkplatz ankamen. Um unseren Hunger zu stillen,
suchten wir direkt gegenüber des Parkplatzes eine
Pizzeria auf. Wir kamen mit dem Wirt ins Gespräch und fragten nach einer
Fiat-Werkstatt. Im Nu waren zwei weitere Herren zur Stelle, es wurde kurz
italienisch beraten, wir wurde gefragt, ob es unbedingt eine Fiat-Werkstatt
sein müsse, anschließend wurde telefoniert - man machte uns klar, daß am nächsten Morgen um 8:00 jemand käme, der uns zu
einer Werkstatt führen würde, wo der Schaden behoben würde. Ich konnte noch
sehen, wie ein paar Geldscheine den Besitzer wechselten - aber, was soll's ?
Nach dem sehr guten Essen, zwei Liter Wein und einer Runde Limoncelli
verabschiedeten wir uns herzlich und gingen ins Bett.
Pünktlich am nächsten Morgen war unser Führer am Wohnmobil. In typisch
italienischem Fahrstil - ich mit defekten Bremsen hinterher - ging es ca. 8 km
nach Palmi
hinein, bis vor die Tore einer kleinen Werkstatt. Wieder wurde etwas palavert,
ich beschrieb den Defekt (mit Händen, Füßen und Gesten), der Meister nahm sich
der Sache an. Glücklicherweise hatte sich nur ein Bremsbelag komplett
verabschiedet, die Bremsscheiben waren dadurch, daß
ich nur noch die auf die hinteren Trommeln wirkende Handbremse benutzt hatte,
unbeschädigt. 2 Stunden später war alles erledigt, die Erneuerung der
Bremsbeläge hat - Material und Lohn zusammengenommen - lediglich ca. DM 110,- gekostet !! Erneut waren wir begeistert von der
italienischen Hilfsbereitschaft und der Fähigkeit zu improvisieren.
17. Tag: Palmi - Falerna
Nachdem nun das Fahrzeug wieder in Ordnung war, fuhren wir etliche Kilometer weiter in nördliche Richtung, bis wir linkerhand einen schönen, viele Kilometer langen Sandstrand sahen. Warum nicht einfach ein paar Stunden und die Nacht hier verbringen? Eine kurze Diskussion über CB-Funk, herunter von der Autobahn und schnell einen Parkplatz gesucht. In Falerna Marina wurden wir fündig, hier konnten wir direkt am Karibik-Sandstrand weit genug von der Straße entfernt stehen. Eine kleine Bar mit Süßwasserduschen machte die Badegelegenheit für uns perfekt. Zur Krönung fanden wir im Ort einen Fischladen. Schnell war der Grill ausgepackt und ein köstliches Abendessen war zubereitet.
18. Tag: Falerna - Paestum
Am nächsten Morgen weckte uns ein
total ungewohntes Geräusch: wolkenbruchartiger Regen prasselte auf unser Dach.
Schnell waren wir abreisefertig. Wir fuhren erneut auf die A3 Richtung Norden.
Nach gut 200 km, bei Lagonegro,
verließen wir sie wieder. Auf der Karte deutete sich eine Halbinsel mit einer
schönen Küstenstraße an, die uns zu fahren reizte. Die Fahrt dauerte einige
Stunden, wir erlebten jedoch eine sehr schöne Küstenlandschaft und eine See,
die aufgewühlt war wie der Atlantik an der Bretagne! Überall an den Stränden
war die rote Flagge (Badeverbot) gehißt - bei diesen
Wellen wäre es auch reiner Selbstmord gewesen, sich in die Fluten zu stürzen.
Gegen 19:00 kamen wir am Ziel des Tages an: Paestum. Schnell fanden wir - an
den Ausgrabungsstätten - einen Stellplatz für Wohnmobile. Durch emsiges
Verhandeln schaffte Angelika es, den Preis für die Übernachtung und das Parken
am nächsten Tag auf Lit. 10.000 zu drücken, zumal wir auch noch die Ankunft von
Heidrichs und Richters ankündigen konnten, die
ebenfalls auf dem Weg hierher waren. Schnell kamen wir mit dem
"Parkwächter" ins Gespräch, er holte eine Flasche selbstgemachten
Weins aus seinen Wohnwagen und bald saßen wir in gemütlicher Runde zusammen. Am
späteren Abend gingen wir noch in eine nahegelegene
Pizzeria zum Essen.
Am nächsten Morgen stand die Besichtigung des
historische Paestum
auf dem Programm. Es war von 600 v.Ch. bis ca. 500 n.Ch.zunächst
von den Griechen, dann von den Römern erbaut und bewohnt. Hier findet man
- neben Sizilien - die besterhaltenen griechischen Tempelanlagen
Hier befand sich eine große Stadt mit Tempelanlagen, Forum, Amphitheater, Thermen und vieles mehr, in der Größe - wenn auch nicht im Zustand - durchaus mit Pompeji vergleichbar.
19. Tag: Paestum - Amalfi-Küste - Vesuv
Gegen Mittag enterten wir wieder die Fahrzeuge, auf dem Weg Richtung Norden wollten wir die legendäre Amalfi-Küste zwischen Salerno und Sorrent abfahren. Alle unsere Erwartungen wurden übertroffen: eng, kurvenreich, windet sich das Sträßchen durch eine grandiose Landschaft , immer wieder durch kleine, wie an den Fels geklebte Orte unterbrochen. Es ist eine schwierige Kurverei, immer wenn ein Bus entgegenkommt, ist es ein Rangieren, bis man aneinander vorbei ist. Aber um nichts in der Welt möchte ich diese Stunden missen !
In Sorrent wollten wir eigentlich halten und uns für die Preise der Überfahrt nach Capri erkundigen. Leider haben wir keinerlei Stellplatzmöglichkeiten gefunden, so daß wir weiter Richtung Neapel mußten. Wir erinnerten uns an den schönen Parkplatz am Vesuv, den wir auch ansteuerten und gegen 19:00 am Abend erreichten.
20. Tag: Vesuv - Casale di Pari
Nach einer ruhigen Nacht trennten
wir uns zunächst wieder. Heidrichs wollten zunächst
noch auf den Vesuv, den wir ja schon auf der Hintour
besichtigt hatten, während es Richters ans Meer zog.
Uwe, Ulrike und uns zog es Richtung Norden, wir wollten noch ein paar Tage in
der Toscana zubringen. Also ab auf die A1, vorbei an
Rom und nach ca. 400 km herunter von der Autobahn. Unser Ziel waren die
(Schwefel-)Quellen von Saturnia bei Manciano.
Kurz nach dem Verlassen der Autobahn kamen wir an Orvieto vorbei, einer wunderschön anzusehenden Stadt auf
einem Berg gelegen. Nach kurzem Funkverkehr und Überfliegen unserer Reiseführer
beschlossen wir kurzerhand, unsere Fahrt hier zu unterbrechen. Diese
Entscheidung war goldrichtig. Wir können den Ort nur wärmstens empfehlen, er
ist sehr sehenswert und der Dom ist einer der schönsten der Toscana
- zumindest von außen. Im Innenraum scheint irgendwann das Geld ausgegangen zu
sein, den nur der Altarraum mit den beiden
Seitenschiffen ist prächtig hergerrichtet, wohingegen
das Hauptschiff kahl und leer scheint.
Nach 3 Stunden ging es weiter über die hervorragenden toscanischen Landstraßen. In Saturnia erwartete uns jedoch leider eine Enttäuschung: die Becken sahen wunderschön aus, allerdings hatte ich in ganz Italien noch nie so viele Womo - Verbotsschilder auf einem Fleck gesehen wie hier. Man wäre gezwungen, das Fahrzeug 3 km weiter im Ort abzustellen (DM 20,- / Tag) und mit dem Bustransfer (nochmals zu bezahlen) zu den Thermen zu gelangen. Das war nicht das gewesen, was wir erwartet hatten. Nach kurzer Diskussion beschlossen wir, zu den anderen Thermen in der Toscana zu fahren, nämlich nach Casale di Pari. Es war zwar schon 18:30 und die Reise würde sicher noch 2 Stunden dauern, aber dort gab es zumindest die Möglichkeit, direkt an der Schwefelquelle zu stehen. Zwischendurch verständigten wir Heidrichs, die bereits auf dem Weg zu uns waren, per Handy über unsere Änderung. Unterwegs trafen wir uns wieder und erreichten vor Anbruch der Dunkelheit unser Ziel. Nach dem verspäteten 4-Uhr-Bier und dem Abendessen verblieb noch genug Zeit für ein Bad in den heißen Schwefelwasser- wannen. Die Wohnmobile konnten wir nur wenige Meter entfernt auf dem Schotterparkplatz einer noch nicht fertigen Kuranlage abstellen. Hier verbrachten wir eine sehr ruhige Nacht. Auch am nächsten Morgen zog es vor allem die Kinder in die sehr warme, stinkende Brühe. Wir Eltern nahmen die Gelegenheit wahr, um mit den Rollern in den nächstgelegenen Ort zu fahren: nach Pari. Dorthin bin ich am Morgen auf der Suche nach frischen Panini gelangt und war überrascht, ein so schmuckes Bergdorf hier zu finden. Auch alle anderen waren begeistert über die harmonische Gestaltung dieser Ortschaft.
21. Tag: Casale
di Pari - Sienna
Am Spätnachmittag fuhren wir weiter zum Stellplatz nach Monterrigione. Von hier aus, nur 10 Km entfernt von Sienna, wollten wir am Abend mit einem Wohnmobil und zwei Rollern die Altstadt besichtigen. Doch kaum in Sienna angekommen, gab es ein gewohntes Bild: Uwes Roller wollte nicht mehr, der Kupplungszug war gerissen. Also bin ich mit Uwe auf meinem Roller zurück nach Monterregione, um die anderen beiden Wohnmobile noch zu holen. Nun mußten wir eben auf dem relativ lauten Stellplatz von Sienna statt im ruhigen Monterregione übernachten! Vom "Nachtleben" in Sienna waren wir allerdings etwas enttäuscht: selbst in der direkten Umgebung von "Campo" wurden nach 22:00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt und es wurde schlagartig leer - keine Möglichkeit mehr, in Ruhe eine Kleinigkeit zu Essen oder noch etwas zu trinken.
22. Tag: Sienna
- Pisa - Monterosso
Am nächsten Morgen war große
Verabschiedung von Uwe und Ulrike. Sie wollten die letzten Urlaubstage im
Tessin und am Bodensee verbringen. Heidrichs zog es
nach Vinci, wir wollten noch
einen Abstecher nach Pisa
machen, bevor wir uns dann im Cinque Terre
wiedertreffen wollten.
Bis Pisa waren es nur 1 1/2
Stunden Fahrt, wir waren dort allerdings etwas über die Preisgestaltung
verärgert: Der Eintritt in den Dom kostet ca. DM 3,- Möchte man auch die
Taufkirche besichtigen, geht das nur in Verbindung mit einem Museumsticket für
DM 15,- (Gesamtpreis) ! Also ließen wir es ganz bleiben, zumal nicht alle
züchtig mit langen Hosen und bedeckten Schultern gekleidet waren. Der
Gesamteindruck des Platzes ist recht schön, der schiefe Turm sieht wirklich
aus, als ob er bald umfällt - ansonsten hat man innerhalb 30 Minuten alles
gesehen.
Weiter ging es ca. 120 km ins Cinque Terre. Wir versuchten zunächst, wie auf der Hinfahrt in Bonassola einen Stellplatz zu ergattern. Leider waren alle Plätze - zum Teil auch durch PKW - Belegt. Also zurück nach Levanto, dort den Roller heruntergeladen und ab nach Monterosso, um dort die Lage zu peilen. Ich reservierte dort Platz für zwei Wohnmobile, zurück nach Levanto und Heidrichs informieren, daß sie direkt nach Monterosso durchfahren konnten. Gegen 19:00 trafen wir dort zusammen, früh genug für die Kinder, um nochmals ins Meer zu springen. Auch der nächste Vormittag galt zunächst dem Baden. Am Nachmittag bestiegen wir die Eisenbahn und fuhrem zum südlichsten Ort des Cinque Terre, nach Riomaggiore. Die Fahrt kostete für 5 Personen hin und zurück DM 17,60 - sehr preiswert, zumal es sich wegen der Tunnels mehr um eine U-Bahn handelt !
Wir beschlossen, von Riomaggiore aus den Teil des "Liebespfades" bis nach Monarola zu wandern. Die Strecke dauert nur ca. 30 Minuten und gehört zu den landschaftlichen Highlights.
Von Monarola aus ging es per Bahn zurück nach Monterosso. Wir packten zusammen, um die Nacht in Levanto zu verbringen, wobei wir im Gedächnis hatten, daß der dortige Stellplatz kostenlos sei. Dies stellte sich als Irrtum heraus, leider erhebt man für diesen recht lauten und etwas abseits gelegenen Platz nun eine Gebühr von DM 20,- ! Angelika schaffte es allerdings, diesen Preis auf DM 10,- herunter zu verhandeln.
23. Tag: Monterosso - Luzern
Am nächsten Morgen - nach einer nicht so guten Nacht - machten wir uns, nachdem wir die Ver- und Entsorgungseinrichtung des Platzes genutzt hatten, auf den weiteren Heimweg. Wie üblich ging die Fahrt über Genua - Mailand - Como/Chiasso Richtung St. Gotthard. Da wir gut in der Zeit lagen, machte Georg den Vorschlag, nicht den Tunnel sondern den Pass zu fahren. Gesagt-Getan, schon bald kurvten wir die Serpentinen im ersten und zweiten Gang hoch.
Oben an der Paßkehre machten wir Mittagspause, anschließend ging es an der Nordseite wieder herunter und zurück auf die Autobahn. Kurz vor Luzern verabschiedeten wir uns von Heidrichs, die es nach Hause zog, während wir noch einen Abend und eine Nacht am Vierwaldstädter See erlauben wollten.
Gegen 18:00 waren wir in Luzern, ohne jedoch in der Stadt selber einen
Stellplatz zu finden. Nachdem wir ca. 4 km Richtung Küssnacht gefahren waren, entdeckten wir direkt am Seeufer
einen sehr schönen Busparkplatz, wo wir unser Womo
abstellen konnten. Zunächst spazierten wir am Seeufer entlang und genossen die
letzten Sonnenstrahlen auf einer Bank, bevor es zum Abendessen ging. Die Kinder
wünschten - nach langer Zeit - wieder einen ausgiebeigen
Fernsehabend, so konnten Angelika und ich mit dem Roller nach Luzern fahren, um
die abendliche Stadt zu besichtigen.
Nach der Besichtigung setzten wir uns noch bis in die Nacht an den See und genossen die Ruhe und die Stimmung am Wasser. Wir haben wieder einen wunderschönen Ort für einen Zwischenstop in oder von dem Süden fahrend oder kommend entdeckt !
24. Tag: Luzern - Bergisch Gladbach
Am nächsten Morgen - nach einer vortrefflich ruhigen Nacht - machten wir uns auf den Rest des Weges. Zunächst bis Basel, dann über die Elsaß-Route. In Biebelnheim in der Pfalz legten wir einen Zwischenstopp ein, um uns wieder direkt bei einem uns bekannten Winzer mit Wein einzudecken. Gegen 20:00 Uhr war dann unser diesjähriger Sommerurlaub endgültig zu Ende.
Mit Sizilien haben wir eine Insel für uns entdeckt, die bei weitem nicht die landschaftlichen Reize wie z.B. Sardinien hat. Vieles wirkt ärmlicher, auch mehr Müll als anderswo in Italien haben wir gesehen. ABER: wir haben ein äußerst liebenswertes Stück Italien kennengelernt. Wir haben viele sehr freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt, haben Gastfreundschaft genossen und uns immer sicher und wilkommen gefühlt. Wir werden gewiß wiederkommen, um die andere Hälfte Siziliens auch noch zu erkunden!
Ich habe bewußt nicht die genauen Stellplätze beschrieben - aber wer genaueres wissen möchte, ist herzlich eingeladen, mir eine Email zu schicken !
Viele Grüße