Rom - Amalfi-Küste - Golf von Neapel 2001


Theo und Barbara Engbrink            HP: http://people.freenet.de/engbrink

 

Rom
Dienstag 10.04.2001

Nachdem wir uns an der Campingplatz-Rezeption mit dem Touri-Tagesticket eingedeckt haben geht's mit einem verlotterten Graffiti-Zug frühmorgens auf in Richtung Vatikanstadt. Auf dem Petersplatz sind bereits alle Vorbereitungen (Bestuhlung, Monitorwände, Absperrungen etc.) fürs bevorstehende Osterspektakel getroffen.
Zunächst sehen wir uns den Petersdom an, stehen vor der seit einem Anschlag durch eine Glaswand geschützten Pieta-Skulptur Michelangelos, die unausgeleuchtet ne Menge von ihrer Faszination verliert. Anschließend stellen wir uns in die Warteschlange zur Kuppelbesichtigung (EW 7.000 Lire).

Ohne den Fahrstuhl zu nehmen kommen wir nach so vielen Stufen mächtig ins Schnaufen und genießen, irgendwann oben angekommen, die Sonne und den wundervollen Ausblick auf Rom. Übrigens sieht man von hier oben auch die im Park installierten Sendemasten von Radio Vatikan, die wegen gesundheits-gefährdender Sendeleistung ins Gerede gekommen sind. Anschließend machen wir uns auf den Weg zum Musei Vaticani (EW 18.000 Lire). Wir laufen endlos lange, bevor wir schließlich in der Sixtinischen Kapelle ankommen. Hier stehen oder sitzen alle, Kopf im Nacken und bewundern die farbenfrohen Deckenmalereien Michelangelos. Aufkommendes Gemurmel der Touris, das zuweilen zu lautstarkem Gesprächen anschwillt, wird zuweilen von lautem "Pssschht" der Museumswärter gebändigt. Völlig fix und foxy und außerdem hungrig schleppen wir uns zum Ausgang, gönnen uns aber noch eine kurze Verschnaufpause im Mac Vatikan und testen vatikanische Pizza. Für heute reicht es uns... auf zum Campingplatz die letzten Sonnenstrahlen genießen.

Rom
Mittwoch 11.04.2001

 Erneut machen wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf zur City. Da wir uns vorgenommen haben keinen Besichtigungsmarathon zu starten, lassen wir es gemächlich angehen.
Zunächst steht die Spanische Treppe auf unserem Besichtigungsprogramm. Vor lauter Menschen gehen Treppenstufen und Blumenpracht fast unter. Zu Fuß geht es weiter zum Trevi-Brunnen, wo auch wir eine obligatorische Münze in den Brunnen werfen.
Nach Umrundung des Kolosseum schlendern wir noch durchs Forum Romanum.
Zurück am Trum'le ist mit Sonne tanken erst nichts, denn ein weiteres Womo hat sich zwischenzeitlich auf unser "Hanglagengrundstück" zwischen uns und unseren Nachbarn gequetscht!
... Tisch- und Stühlerücken ist angesagt!

Rom - Pompei - Sorrento
Donnerstag 12.04.2001

Knappe 250 km sind es von Rom bis Pompei... dort angekommen sehen wir uns kurz die dortigen Campingplätze Zeus, Pompei und Spartacus (EW 9.000 Lire, Kind 6.000 Lire, Womo 10.000 Lire, Strom 3.000 Lire HS) an. Uns ist es aber in Pompei zu hektisch, die Campingplätze liegen direkt an der Straße bzw. Eisenbahn und sind recht voll. Wir entschließen uns daher noch bis nach Sorrento zu fahren, wo wir auf dem Santa Fortunata Campogaio (Magic-Italy Kette) landen. Etwa knapp einen Kilometer vorher liegt der International Camping Nube d'Argento, von dem aus es zu Fuß näher zur Innenstadt ist.

Wir haben Glück und bekommen in Fortunata ein besonders schönes Fleckchen auf einer der terrassenförmig angelegten Stellplätze (38.000 Lire, ermäßigt 34.000 Lire) zugewiesen. Von hier aus haben wir einen herrlichen Ausblick auf den Golf von Neapel/Sorrento, die Stadt und den Vesuv und bei klarem Wetter bis nach Neapel ... gleich hinter der Rezeption links den Weg hinunter und wieder steil hinauf zu dem terrassenförmig angelegtem Gelände.
Von Olivenbäumen umstanden, direkt vor uns eine alte knorrige Eiche, sehen wir vom Womo aus den zwischen Capri und Sorrento hin- und herschippernden Ausflugsbooten zu.

Sorrento - Pompei
Freitag 13.04.2001

Mit dem orangefarbenen Regionalbus, der alle 20 Minuten vorm Campingplatz Richtung Sorrento abfährt, geht's Richtung Innenstadt-Bahnhof (1.800 Lire je Nase). Im Bahnhofskiosk kaufen wir unser Retourticket nach Pompei (4.600 Lire pro Person).
Ruckend und mit zunehmendem Tempo kreischend und schaukelnd setzt sich der Zug zur gut halbstündigen Bahnfahrt in Bewegung. Innerorts geht's teilweise nur wenige Meter an Balkonen und Terrassen der mehrstöckigen Häuser vorbei... mit freiem Blick ins Wohnzimmer. Außerorts ziehen sich endlos lange, in schwarze Plastikbahnen eingehüllte Zitronenhaine direkt links und rechts neben den Bahngleisen entlang. Danach folgen lange Tunnnelabschnitte, die nur kurze Blicke in manch Hinterhoftristesse offenbaren. Wir sind froh unser Trum'le stehengelassen und uns die Kurverei und Parkplatzsuche erspart zu haben.

Während Barbara zunächst im Bookshop an der Porta Marina in Pompei in Bildbänden schmökert, besorge ich schon mal die Eintrittskarten (16.000 Lire pro Person). Besonders angetan sind wir von Büchern, die ausgehend von aktuellen Fotos der antiken Stätte, eine zeichnerische Rekonstruktion damaliger Gebäude... mittels überdeckender Klarsichtfolie bieten.
Mit dem uns an der Kasse in die Hände gedrücktem Plan Pompeis starten wir, unentschuldbar unbelesen, etwas hilflos unsere Entdeckertour. Keine 200 m hinterm Eingang nutzten wir am Forum die Gelegenheit uns klammheimlich einer deutschsprachig geführten Gruppe mit italienischer Führerin anzuschließen. So erhalten wir, zielstrebig geführt und mit wichtigen Hintergrundinformationen versehen, einen prima Überblick über alles Sehenswerte wie Wollmarkt, Thermalbäder, Garküchen, Bäckerei, Villa mit erotischer Wandmalerei... immer wieder eingebunden in nette Anekdoten zum Leben den Pompeianer/innen... Auf eigene Faust schlagen wir uns dann noch zum Amphitheater durch und beenden unseren Besuch bei einer Tasse Cappucino im Straßencafe.

Sorrento
Samstag 14.04.2001

Bereits spät abends hat es angefangen zu stürmen und heftig zu regnen, was uns gegen 23.00 Uhr veranlasst unser Womo einige Meter zurückzusetzen. Es rüttelt bedenklich an der alten knorrigen Eiche und wir haben andauernd den Eukalyptusbaum aus Marokko vor Augen! Heute Morgen dann dasselbe Bild... Lesetag... für Theo Harry Potter "Band IV" - für Barbara Petra Hammesfahr "Die Sünderin".

Sorrento - Positano - Ravello - Sorrento (Amalfiküste)
Sontag 15.04.2001

Angesichts des strahlenden Sonnenscheins und der heute nur bis 12.00 Uhr verkehrenden öffentlichen Verkehrsmittel, entscheiden wir uns die Amalfiküste runterzufahren. Die Besichtigung des Vesuv heben wir uns für später auf.
Zunächst geht's straßentechnisch noch locker über Massa Lubrense um die Südspitze herum mit Blick auf Capri ... dann in Positano wird's bei entgegenkommenden Bussen teilweise recht eng.

Kurz hinter Praiano entdeckt Barbara vom Womo aus ein kleines Sträßchen, das von der Küstenstraße zur superschmalen Bucht von Marina di Praia hinunterführt. Es ist Mittagszeit... angelockt von in der Sonne leuchtenden Fischerbooten und den gedeckten Tischen eines kleinen Restaurants kurven wir hinunter. Unten angekommen finden wir auf einem gebührenpflichtigen (3000 Lire/Std.) PKW-Parkplatz im vorderen, nicht höhenbegrenztem Teil, einen Stellplatz.

Wir laufen die Hafenmole unterm Felsüberhang entlang bis zur Spitze der Bucht, checken kurz das dortige Restaurant und entscheiden uns dann aber für Bar Mare - Petit Restaurant, in dem wir zu Mittag essen.

Da die Sonne mittags nur kurz in die kleine Bucht hineinblinzelt, rücken die Gäste ihren zwischenzeitlich verschatteten Tisch ein paar Meter weiter, um die Sonne noch ein Viertelstündchen länger genießen zu können. Dennoch sitzen wir schließlich im Schatten und frieren, worauf wir uns unters Vorzelt des Restaurant verziehen.
Wein und Fisch sind gut aber nicht reichlich, und dann auch noch mit Amalfi-Aufschlag. Als Digestif spendiert der Besitzer uns drei Liköre zur Auswahl... Zitronenlikör, Aprikosenlikör und ne Art Wurzel-Kräuterlikör. Wir probieren den Limoncello, einen süßsauren 32%igen Zitronenlikör und nehmen auch gleich eine Flasche davon mit. Wie sich später zuhause herausstellt, hätten wir mehr mitnehmen sollen, denn auch unseren Freunden schmeckt der Limoncello ausgezeichnet!

Wieder auf der Küstentraße halten wir kurz mitten auf dem Viadukt, das die eindrucksvolle, enge Schlucht von Furore überspannt.
Von hier hat man einen tollen Ausblick auf die zwischen den steil aufragenden Felswänden malerische liegende Bucht mit den tonnenförmigen Fischerhäusern. Das Meer, in das der kleine Sturzbach mündet, dringt hier etwa 100m in die Bucht hinein. Findet man einen Parkplatz kann man sogar hinunterlaufen.

 Unterwegs sichten wir am Straßenrand einen fotogenen Obst- und Gemüsestand, an dem wir uns mit äußerst schmackhaften Tomaten eindecken. Hinter Amalfi biegen wir links ab nach Ravello. Nach einigen Kilometern verengt sich die Straße plötzlich, einen Mittelstreifen gibt's nicht mehr. Auch bei vorausschauender Fahrweise geraten wir in Situationen, in denen ich zurücksetzen muß, oder es milimeterweise rechts am Felsen bzw. links an entgegenkommenden Bussen, Kleintransportern oder Womos vorbeigeht!
Parkplatztechnisch ist Ravello proppenvoll, so daß wir uns ca. 300 Meter vorm Tunnel einfach an den Straßenrand stellen. Zu Fuß ist man schnell im Ort, wo es sich bei einer Tasse Cappucino vortrefflich in der Sonne vorm Dom auf dem Domplatz sitzen läßt.

 Um das aus vielen Reiseführern bekannte Foto der beiden Kirchturmkuppeln knipsen zu können, zahlt man den Eintritt zur Villa Rufolo (EW 6.000 Lire)... nur vom terrassenförmig angelegten Garten der Villa hat man den phantastischen Ausblick aufs Meer, vorbei an Kuppeln und Kiefer.
Mittlerweile ist es 19.00 Uhr gewesen und wir machen uns auf den Rückweg. Als wir uns die 5 km nach Amalfi hinuntergequält haben, werden wir von der policia stradale wieder zurückgeschickt... Osterstau und Fahrverbot für Trum'les an der Amalfiküste!
Wir sollen über Ravello-Pompei wieder zurück nach Sorrento fahren. Zunächst geht's auch recht flott, aber ca. 20 km vor Sorrento geraten wir auch hier in den Rückreiseverkehr mit stop- and go Verkehr. Knapp drei Stunden, die umsonst gefahrenen 10km hin- und zurück nach Amalfi mitgerechnet, brauchen wir für die insgesamt nur 45+10 km lange Strecke!
Besonders nervig ist das absolut rücksichtslose Fahrverhalten vieler Italiener, die entweder vorbeidrängeln oder einen einfach nicht einscheren lassen.
Auf die Idee jemanden aus einer Seitenstraße den Vortritt zu lassen, auch wenn der nur in Gegenrichtung fahren möchte, kommt hier keiner! :-(

Sorrento - Castiglione d. Lago
Montag 16.04.2001

Im Morgengrauen verkünden leise aufs Hochdach trommelnde Geräusche nichts Gutes für den heutigen Tag. Der Vesuv ist wolkenverhangen, es gießt in Strömen und wir beschließen den Vesuvbesuch ad acta zu legen. Nach kurzem Telefonat mit Freunden in München steht fest... wir werden noch einen mehrtägigen Besuch in München einlegen, statt hier vergeblich auf besseres Wetter zu warten.
Bei Orvieto verlassen wir die Autobahn, um auf der S71 über Ficulle, Citta della Pieve nach Castiglione del Lago zu fahren, wo wir übernachten. Die auf dieser Route im italienischem Stellplatzverzeichnis angegebenen Plätze werden eifrig von italienischen Wohnmobilen genutzt.

Castiglione d. Lago - München - Gronau
Dienstag - Freitag 17.04. - 20.04.2001

Gegen 20.00 Uhr kommen wir nach ca. 770 km wolkenverhangener Regenfahrt in München an. Entgegen unserer Befürchtung finden wir sogar noch einen Parkplatz keine 100m von der Wohnung unserer Freunde, den wir am darauffolgendem Morgen gegen einen direkt vor der Haustür gelegenen eintauschen.
Mittwochs blinzelt sogar die Sonne zwischendurch hervor, was uns bei Litermaß, Sauerkraut und Würstl auf dem Viktualienmarkt sitzend hocherfreut.
Donnerstag vormittag schaue ich noch kurz beim Mercedes-Benz Freizeitpartner in München-Neuperlach vorbei. Nachdem ich mich 20 Minuten alleine mit dem dortigen Cook-Austellungsstück beschäftigt habe, taucht noch immer keiner dieser sonnenverbrannten, mit Plastikbesteck bewaffneten Experten für die schönste Zeit des Jahres auf... is wohl in Urlaub... ;-(

Theo und Barbara Engbrink

http://www.people.freenet.de/engbrink/index.htm?/engbrink/Ostern2001.htm