© Franz Sebald
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Dieses Jahr sind wir erstmals ohne unsere Kids unterwegs. Erstmals
auch in Bayern eine Woche Faschingsferien die wir uns gleich für einen
Kurzurlaub auf Mallorca zunutze machen. Unser Hotel liegt im Norden (Port de Alcudia) es ist ein guter Ausgangspunkt für unsere Touren.
Im voraus wurde ein Opel Corsa gebucht, der uns in die
entlegensten Flecken der Insel bringt.
Am Vorabend gut angekommen, warteten wir
Vergebens auf die Übergabe unseres reservierten Mietwagens. Die Agentur hatte Samstags geschlossen.
Nachbars Dusche schmeißt uns aus den Federn. Das ausgiebige
Frühstück – lässt keine Wünsche offen. Gegen 9 Uhr empfangen wir einen gut
gekleideten Herrn der unseren Wagen anliefert. Wir staunen nicht schlecht, als
der Corsa auf einem Tieflader mit weiteren sechs Fahrzeugen vor der Hoteltür
steht.
Nach schneller Übergabe, geht’s auch gleich
auf die Landstraße nach Port de Pollenca. Sie wird
schnell abgespult - kaum das Meer in Sicht, kommen erste Urlaubsgefühle auf.
Nach Port de Pollenca folgen wir den Wegweiser zum
Cap Formentor.
Bereits beim Hochfahren der Serpentinen zum Mirador Es Colomer
weht uns der würzige Duft der Matchia entgegen. Vom Parkplatz führt ein schön
angelegter Weg, entlang der steil ins
Meer abfallenden Klippen, zur Aussichtsplattform Mirador
Es Colomer. Die großzügige Plattform befindet sich in 232 Meter Höhe.
Spektakulär fallen die Felsen senkrecht zum blauen Meer ab.
Hier auch der Blick
auf die vorgelagerte Insel Illa Colomer.
Bestimmt das meistfotografierte Motiv hier.
Eine gut ausgebaute Straße führt zum
Leuchtturm am Cap de Formentor. Unterwegs zum Leuchtturm durchfahren wir
Kiefernwälder, in denen Zwergpalmen wachsen. Am Leuchtturm der 1862 erbaut wurde, ergattern wir noch den letzten Parkplatz. Der Himmel ist
wolkenverhangen - wir begnügen uns mit der Aussicht die der Dunst zulässt. Der Blick zurück auf die Serpentinen
der Strasse ist allerdings sensationell.
Nachmittags erreichen wir Pollenca.
Geparkt wird am Ortsrand. Vorbei an einer römischen Doppelbogenbrücke
schlendern wir durch enge Gassen zum Kalvarienberg. Auffällig sind die
verschlossenen Fensterläden, nur die bunten
Farben mildern die Strenge. Oben steht eine Kapelle an der ein Spanier
meisterhaft spanische Volklore auf seiner Gitarre zupft - tolle Atmosphäre! Es
findet sich ein schöner Ausblick über die Stadt bis hin zum Meer. Die
Bettenburgen im entfernten Port de Pollenca
erscheinen uns wie eine Fata Morgana.
Wir folgen einer Treppe. Mit 365 von Zypressen
gesäumten Stufen führt sie runter zur Stadt. Kultur wird in Pollenca großgeschrieben,
es gibt viele Kunstgalerien von denen wir eine besuchen. Einen besonderen
Flair vermittelt das Kellergewölbe in dem Bilder und Skulpturen ausgestellt
werden.
Entlang der gut ausgebauten Straße C 710 lenken wir südwärts.
Hunderte von Autos finden sich auf dem Parkplatz vor dem Kloster Lluc – wir überlegen ob wir weiterfahren, doch im
Kloster selbst ist fast nichts los. Die meisten Menschen machen Picknick in der
Umgebung. Das Kloster ist für uns nicht unbedingt ein Blickfang, aber zum
Urlaubsbeginn geht`s schon.
Eine Treppe führt hoch zu einem Aussichtspunkt
mit Blick aufs Kloster und ins Landesinnere.
Ein Höhepunkt ist die abenteuerliche
Serpentinenstraße Sa Calobra. Wie eine Schlange
(Calobra = Natter) windet sie sich über viele
Schleifen hinunter zur 800 Meter tiefer liegenden Bucht Calobra.
Oben beginnt die Strasse mit
dem berühmten nus de la corbata,
dem Krawattenknoten. Das ist eine Schleife von fast 360°. Mangels Platz konnte
eine Felsstufe nur so überwunden werden. Auf der gut ausgebauten Strecke sind
wir fast alleine unterwegs - es macht Spaß die Serpentinen hinunterzujagen.
Unten können wir noch bequem einen kostenlosen Parkplatz auf der linken Seite
ergattern, rechts gibt`s einen gegen Gebühr.
Ein enger durch den Fels geschlagener Fußgängertunnel, in dem das
Licht ausgefallen war, führt zur Schlucht Torrent
de Pareis. Plötzlich bekommt Margit im dunklen
Tunnel Panik, glücklicher weise kommt gerade jetzt jemand mit Licht entgegen.
Die Schlucht, deren Felswände im satten Rotbraun leuchten, ist mit dem Meer
durch eine 12 Meter breite Felsspalte verbunden. Durch die Schlucht schlängelt
sich ein seichter Fluss an dessen Ufer vereinzelt große Grasbüschel wachsen.
Eine malerische Kiefer am Rande des Flusses rundet das stimmungsvolle Bild ab.
Oft genervt über das eigentümliche Öffnen der
Fahrzeugtüren – zum Öffnen der Zentralverriegelung musste der Schlüssel zwei mal nach rechts gedreht werden – entdecken wir kurz vor
unserer Rückfahrt den elektronischen Türöffner am Fahrzeugschlüssel.
Die Rückfahrt erfolgt über Selva
– Campanot und ist landschaftlich sehr schön. Beim
hinunterschleifen der Serpentinen haben wir den Blick auf Inca
stets vor Augen.
Abends noch ein paar unfreiwillige Rundfahrten
durch den Ort, wir schaffen es dann doch nach über 30 Min. chaotischer Fahrt
unser Hotel zu finden. Obwohl wir fast die letzten sind die zum Abendessen
erscheinen, wird am Buffet noch frisch aufgetischt.
Nächstgrößeres Ziel, welches wir ansteuern
führt uns über die gut ausgebaute Landstraße nach Arta.
Übrigens sind die meisten Straßen außerorts in sehr gutem Zustand und auch vorbildlich
ausgeschildert - Innerorts sind sie oft
schlaglöcherig. Unterwegs noch ein Zwischenstopp am Vogelschutzgebiet Albufera – leider können wir neben Enten nur ein
paar Stelzenläufer sehen.
Den Wagen am Ortsrand von Arta geparkt,
eine nicht so ganz weise Entscheidung wie sich später nach einstündiger Suche
herausstellen sollte, marschieren wir kreuz und quer durch enge Gassen Richtung
Festung. Die moderne Entwicklung ist an Arta vorübergegangen, gerade das macht das Städtchen
interessant. Ein Pilgerweg führt zur Burganlage. 180 Treppenstufen sind zu
bewältigen, die jedoch von schattenspendenden Zypressen gesäumt sind. Oben ein
toller Rundumblick auf verwinkelte Gassen und
liebliche Landschaft.
Um zur einsam gelegenen Ermita
de Betlem zu gelangen, müssen wir mitten durch Arta. Entlang vieler
Einbahnstraßen und Sackgassen erreichen wir die teils gerade mal gute zwei
Meter breite Straße nach Ermita de Betlem. Die landschaftlich reizvolle Strecke führt uns über
viele Serpentinen durch Olivenhaine und lichte Wälder rauf zu der Einsiedelei. Oft wachsen am Wegrand
Zwergpalmen, deren Blätter weit in die Fahrbahn hängen und gelb leuchtender
Ginster tupft die Landschaft. Nur den Mittelstreifen hat die schmale Straße
nicht verdient. Die Gründung der
Einsiedelei geht auf eine Landschenkung im Jahre 1805 zurück, die ersten fünf
Eremiten mussten am Anfang noch im Stall wohnen und hier auch ihren
Gottesdienst abhalten. So war der Name der Einsiedelei schnell gefunden, da die
Situation an die biblische Geschichte erinnerte. Vom Kloster
führen verschiedene Wanderwege ab, von denen wir einem folgen. An wild
wachsenden Palmen, Gräsern und einheimischen Blumen führt er vorbei und
aufgeschlichtete Bruchsteinmauern kreuzen den Weg. Der Pfad steigt an auf eine
Anhöhe. Hier wird der Blick frei auf eine wundervolle Landschaft bis runter zum
Meer.
Nicht weit von Arta ruht eine der
größten mittelalterlichen Festungsanlagen Mallorcas inmitten fruchtbaren Akkerlandes. Im Schatten der Burg liegt Capdepera
eine Stadt mit spanischen Charakter. Ein steiler
Anstieg führt über Zahlreiche Treppenstufen zur Festung – die schöne Aussicht
lohnt den Aufwand.
Nicht weit ist es zum Hafen von Cala Ratjada. Die
Touristenhochburg liegt fest in deutscher Hand. Ein riesiges Angebot von Hotels
und Bars drängen sich dicht an dicht. Im Hafenbecken wimmelt es von
Fischerbooten und entlang der Uferpromenade liegen Berge von bunten
Fischernetzen.
Nach gigantischem Abendessen werden noch Grüße
an die Daheimgebliebenen geschrieben, bevor wir todmüde in die Betten fallen.
Erstmaliger Sonnenschein schmeißt uns aus den
Federn. Wie uns am Vorabend ein Wanderer berichtete herrschte in den letzten
Wochen richtig mieses Wetter auf Mallorca. Vor fünf Tagen lagen noch über 30 cm
Schnee auf den Bergen.
Frühmorgens bei frostigen Temperaturen führt
unsere Fahrt nach Inca zum Puig
de Inca einen 300 Meter hohen Tafelberg. Oben
befindet sich das Kloster Ermita de Santa Magdalena.
Die Luft ist klar und bietet einen Fernblick bis rüber zum Tramuntanagebirge,
deren Ausläufer von einem Nebelschleier durchzogen sind – ein wunderschöner
Ausblick.
Unterwegs entdecken wir auf unserer Karte
etwas Sehenswertes. Wir biegen ab in eine Seitenstraße die zum Castel d`Alaro führt. Die von Bruchsteinmauern abgegrenzte Strecke führt uns durch
Obstplantagen hindurch. Die Fahrbahn wird enger, geht in einen Schotterweg über
und schließlich brutal bergauf. Angesichts der immer schlechter werdenden
Straße entschließt sich Franz an einer halbwegs geeigneten Stelle umzudrehen.
Fast wieder unten sind wir recht verwundert als uns „Bofrost“ entgegen kommt.
Eine stimmungsvolle Fahrt führt uns weiter in
das Bergdorf Orient. Trotz der zahlreichen Hinweisschilder hält sich der
Radsport an diesem Vormittag in Grenzen. Bei einem Spaziergang durch den Ort
entdecken wir viele idyllische Plätze.
Einen gewissen Flair vermitteln die arabischen Gärten Jardins
d`Alfabia mit ihren Wasserspielen und
gigantischen Palmen. Die Gärten wurden im 12 Jh.
angelegt und dokumentieren maurische Kunstfertigkeit auch mit Pflanzen. Der
Eintritt von 4,5 Euro ist in Anbetracht der Größe zu teuer.
Durch einen drei Kilometer langen Tunnel geht`s runter nach Soller.
Der Ort liegt in einem paradiesischem Großgarten -
Orangen und Zitronenbäume glänzen in der Sonne.
Leider kein Geheimtipp mehr ist der malerische Ort Fornalutx. Mit glücklicher Fügung finden wir auch
gleich am Ortsrand einen kostenlosen Parkplatz. Das fast vollständig aus
Naturstein errichtete Bilderbuchdorf Fernalutx wurde
schon zweimal als Spaniens schönstes Dorf ausgezeichnet. Auch Fremde zieht es
magisch an, so ist es kein Wunder dass mehr als ein drittel der Bewohner
Deutsche und Briten sind. Immer wieder sehen wir Schilder „zu Verkaufen“ an den
Hauswänden. Es ist auch verständlich, wenn man bedenkt wie viele Stufen wir
bereits zu den Häusern zurückgelegt haben.
Die Anfahrt zur Küste lässt es schon erahnen,
dieser Teil wird ein besonderer Reise-Abschnitt. Schöne Ausblicke, Olivenhaine
mit alten knorrigen Olivenbäumen, tiefblaues Wasser und dazwischen schroffe
steile Felswände.
Port de Soller mit seinem großen Naturhafen liegt in herrlicher Lage. Die
Hafeneinfahrt wird durch zwei Leuchttürme begrenzt, von denen wir einen
besuchen. Eine enge Panoramastraße führt hoch zum Cap Gros – der Blick auf die
Bucht von Soller ist uns stets vor Augen. Oben vom
Leuchtturm haben wir einen traumhaften Blick auf den Naturhafen bis weit ins
Gebirge hinein.
Gerne hätten wir Deia
gesehen, doch der Besuch scheitert am Finden eines Parkplatzes.
Den ganzen Tag war uns Sonnenschein beschert,
doch kurz nachdem wir die Küste verlassen ziehen dicke dunkle Wolken auf. Eine
düstere Stimmung umgibt Valldemossa.
Eigentlich ein touristischer Anziehungspunkt erster Güte, bei uns kommt allerdings keine so richtige
Stimmung auf. Nur kurz durchstreifen wir den Ort. Auffallend sind hunderte von
bunt bepflanzten Blumentöpfen die Hausfassaden und Straßen säumen. Das wohl
sehenswerte Kloster müssen wir mangels Zeit sausen lassen.
Nach gewohntem Frühstück, brechen wir zeitig
auf. Dieses mal wollen wir an die Ostküste, aber
zuerst noch zum Kloster Sant Salvador.
Wir erreichen es über Santa Margalida, Petra quer durch die Ebene Es Pla. Die Wahlfahrtskirche Sant
Salvador thront auf einem Tafelberg in 500 Meter Höhe über dem Meer. Die
Auffahrt zum großzügigen Parkplatz am Kloster erreichen wir über eine kurvige
Passstraße. Neben dem Hauptgebäude erhebt sich ein 30 Meter hoher Turm, auf dem
sich eine 7 Meter hohe Christusstatue befindet. Von der Plattform haben
wir einen Ausblick über hügelige grüne
Landschaft bis hin zum Meer.
Gegenüber des Berges
führt ein Fußweg zu einem gigantischen Steinkreuz, das im Laufe der Geschichte
schon zweimal erneuert wurde. Wir genießen den Fernblick über die Llanura – Ebene bis rüber zum Tramuntanagebirge
ganz alleine hier oben.
Wie ein kleiner Fjord schlängelt sich der
Meeresarm ins Land. Am Ende eine traumhafte Bucht für uns allein. Weißer
Strand, sattes türkisblaues Wasser, dunkelrote Felsen und das kräftige Grün der
Kiefern lassen Urlaubsflair pur aufkommen. Ein Trampelpfad führt uns rüber zur
nächsten Bucht. Hier steile Klippen und ein großes Felsenloch.
Ein paar Autominuten entfernt liegt Es Pontas eine Felsenbrücke im Meer gelegen.
Die Küstenregion wird verlassen, es geht ins
Landesinnere nach Llucmajor zurück. Hinter dem Ort Randa führt eine Strasse hinauf auf den 542 Meter hohen Tafelberg.
Landschaftlich ist der Weg hinauf sehr schön. Randa
ist neben dem Kloster Lluc das größte Wallfahrtsziel
der Insel.
Oben ist es bitterkalt, ein eisiger Wind weht
uns um die Ohren. Vom vielversprechenden Rundumblick
bekommen wir wenig mit, denn starker Dunst trübt die Aussicht. Für einen
ausgiebigen Besuch bleibt wenig Zeit, wir wollen dieses Mal zum Abendessen
rechtzeitig erscheinen.
Heute morgen bei Sonnenschein erwacht,
ausgiebig gefrühstückt und dann voller Tatendrang losgefahren zum Cap Formentor. Am
Aussichtspunkt Mirador Es Colomer, den wir bereits zum zweiten mal
besuchen, sind wir die Ersten an diesem Morgen. Direkt gegenüber vom Parkplatz führt eine schmale Strasse den Berg
hinauf. Sie ist sehr kurvig, schlecht asphaltiert und voller großer Schlaglöcher. Sie lenkt uns direkt zum Wachturm Talala d`Albercutx . Übrigens ist die Strecke eine gute
Gelegenheit die Bodenfreiheit des Fahrzeugs zu testen, wobei man mit einem
Kleinwagen fast an seine Grenzen kommt. Nachdem wir die einzigen sind, die sich
den Weg hochschrauben, bleibt genügend Zeit zum Anhalten um die wundervollen
Ausblicke zu genießen.
Der Wachturm stammt
aus dem 16. Jahrhundert und war Teil einer ganzen Kette von Türmen die ein
inselumspannendes Wachsystem bildeten. Von hier hielten Wächter nach Piraten
Ausschau und gaben mit Feuerschein in der Nacht oder Rauchsignalen und Horn am
Tag den Alarm weiter. Die ständigen Piratenüberfälle führten auch dazu, dass
sich die Einwohner von der Küste ins Landsinnere zurückzogen. Oft blieb am Meer
nur noch ein Hafenort gleichen Namens, die es heute
noch gibt.
Oben am Turm weht ein orkanartiger Wind der
dunkle Wolken herantreibt. Plötzlich stehen wir mitten in den Wolken die rasch
an uns vorbeiziehen. Leider ist es uns nicht vergönnt den Panoramablick zu
genießen. Nur weit unterhalb können wir ein Leucht- oder Funkfeuer, das den ankommenden Flugzeugen den Weg
nach Palma de Mallorca weist, ausmachen. Die meisten Landeanflüge auf Palma
führen über diese Gipfel hinweg und verschaffen den Besuchern einen ersten
Überblick über diese grandiose Landschaft.
Wir brechen den
Besuch ab und beschließen ihn auf einen anderen Zeitpunkt bei besserem Wetter
zu verlegen.
Alcudia, bereits
oft durchfahren aber nie besucht, wollen wir uns nicht entgehen lassen. Leider
steckt hinter der vielversprechenden, komplett erhaltenen Stadtmauer ein nicht
besonders sehenswerter Ort. Will man sich die Zeit mit Bummeln und Schoppen
vertreiben, dann ist es hier OK.
Ein Blick auf die
Karte verrät Windmühlen im Landesinneren zwischen Sa Pobla
und Büger (Richtung Inca).
Wir fahren zurück in die zentrale Ebene, wo sich auch das Wetter wieder in
Sonnenschein wandelt und besuchen ein paar Windmühlen verschiedenen
Erhaltungszustandes.
Mehrere tausend
Getreidemühlen und Mühlen zum Wasserheben verteilten sich im 19. Jahrhundert
über die Insel. Die meisten sind heute verschwunden oder verfallen. Die ersten
Wassermühlen nutzte man aber nicht zur Bewässerung, sondern zum Trockenlegen von
Sümpfen.
Über Pollenca geht`s wieder zurück an
die Küste zur Cala de Sant Vicenc, einer kleinen Bucht mit Blick aufs Cap Formentor. Einen gewissen
Zauber bewahrt die malerische Bucht, deren Zugang leider von Hotelburgen zugebaut ist. In den
umliegenden Restaurants und Bars wird fast überall renoviert und repariert
bevor die Touristenmassen zu Saisonbeginn einströmen.
Mittlerweile sind die Wolken abgezogen, der Blick zum Cap ist frei
und das bei bester Fernsicht. Eine gute Gelegenheit für einen erneuten Besuch
des Wachturms Talala d`Albercutx.
Wieder kriechen wir die Löcherstraße hoch. Dieses mal
sind wir nicht alleine auf der schmalen Fahrbahn (soweit man es als Fahrbahn
bezeichnen kann). Des Öfteren kommen uns Fahrzeugen entgegen und es wird
manchmal schon verdammt eng. Der erneute
Besuch hat sich gelohnt, der 360° Superpanoramablick ist einfach gewaltig!
Bei einem Blick
über die Steilwand hinter dem Turm hinab, erkennen wir den Aussichtspunkt Es Colomer mit den winzigen Touristen, die sich gerade dort
befinden.
Die Sonne steht schon ziemlich tief und auf
den Bergen zeichnen sich lange Schatten. Margit meint es währe eine gute
Gelegenheit für einen Sonnenuntergang an der Spitze des Cap`s.
Fast pünktlich kurz vor Sonnenuntergang
erreichen wir den Leuchtturm am Cap Formentor. Mittlerweile füllt sich der
kleine Parkplatz am Turm, vermutlich hatten andere auch die Idee. Langsam
nähert sich die Sonne den Horizont, verzaubert noch ein letztes mal die Bergrücken in ein leuchtendes Rot, bevor sie
entgültig hinter den Bergen verschwindet. Ein tolles Erlebnis - unvergesslich!
Vermutlich schaffen wir es an diesem Abend
wieder nicht pünktlich zum Abendessen.
Heute ist unser letzter Urlaubstag auf der
Insel, denn morgen geht bereits um 8 Uhr unser Flugzeug nach München. Am
Vorabend beschlossen wir den Hafen von Valldemossa
anzufahren. Über Inca, Palmanyola
erreichen wir den Ort. Die Zufahrt erfolgt über eine engen atemberaubende
Serpentinestraße die stets den Blick auf Meer und Hafen freigibt. Die Strecke
bietet wenige Ausweichpunkte, so kommt es immer wieder vor, dass ich
zurückstoßen muss.
Der kleine Ort ist noch immer ein Fischerdorf
und dementsprechend malerisch. Bunte Fischerboote liegen vor den aus Naturstein
gemauerten Häusern mit ihren farbenfrohen Fensterläden und den Hintergrund
bildet die Felsenwelt des Tramuntana Gebirges.
Noch ein kurzer Abstecher nordwärts zum 10 km
entfernten Son Marroig,
der einstigen Residenz Ludwig Salvators. Sie ist als
Museum eingerichtet und bietet die berühmte Aussicht – die wohl in keinem
Reiseführer fehlen wird - vom Säulenbalkon über den Gartenpavillon hinab zu
Meer. Entspannt genießen wir die Aussicht von der stimmungsvollen Anlage.
Anfangs waren wir fast alleine hier – später als eine spanische Touristengruppe
ankommt geht’s lautstark und hektisch zu.
Die Fahrt entlang der Nordküste ist Erholung pur: gute Straßen,
tiefblaues Wasser, Sonnenschein, und immer wieder wunderschöne Ausblicke.
Wir rollen weiter nach Süden bis zum Terrassendorf Babyalbufar.
Unterwegs an einer Quelle in den Bergen, die
vor lauter Wasser förmlich überquellt und über die
Straße fliest, werden große Mengen Trinkwasser gebunkert. Vor einem Pkw stehen
mindestens 30 Kanister zum Abfüllen bereit.
Kurz nach einer Kurve wird der Blick frei auf
die gewaltigen Terrassenplantagen von Banyalbufar.
Der Reichtum des Örtchens an der
Steilküste, dessen von den Arabern geprägter Name „kleiner Weingarten am Meer“
bedeutet, ist die Kunst aus unregelmäßigen Bruchkalksteinen im Trockenbau
Mauern und Terrassen zu errichten. Wie überdimensionale Treppenstufen liegen
sie ober- und unterhalb des Dorfes. Die Felder werden nur noch selten für Obst-
und Ackerbau benutzt und in ihrer Mehrheit verwildern sie. Seit Einzug des
Tourismus sterben immer mehr Bauern und Mauerbauer, deren Handwerk einst von
den Arabern erlernt wurde, aus. Meist werden Natursteinbrocken auf Betonkern
vorgeblendet – ist billiger und man sieht`s ja kaum.
Acht Kilometer südlich von Banyalbufar
erreichen wir den Wachturm Tore de Ses Animes. In spektakulärer Lage liegt er in
schwindelerregender Höhe auf den steilen Klippen am Meer. Über eine Metalleiter geht’s rauf zum Turm. Margit zögert erst,
doch dann lockt die grandiose Aussicht auf Terrassengärten und Meer.
Wegen Zeitmangel nehmen wir für den Rückweg die schnellere
Variante über Andratx und später entlang der Autobahn
nach Palma.
Doch schneller als uns recht ist, sind wir
mitten in Palma. Die letzte Autobahnabfahrt verpasst, sind wir gezwungen
die Innenstadt zur Rushhour zu durchqueren. Nach schier unglaublicher Geduld
unsererseits, schaffen wir es dann doch noch die Stadt zu verlassen und wieder
Richtung Norden nach Alcudia zu lenken.
Gegen 3:45 heißt es Aufstehen. Nach dürftigem
Not-Frühstück, auch der Kaffeeautomat funktioniert nicht, werden wir um 4:45
Uhr zum Transfer nach Palma abgeholt. Der schnelle Rückflug verläuft
reibungslos. Nur in München müssen wir 45 Minuten auf unsere Koffer warten.
Die eine Woche Frühling auf Mallorca hat uns
sehr gut gefallen. Wie wird dieses tolle Fleckchen Erde wohl zur Hauptsaison
aussehen? Na das wollen wir lieber nicht in Erfahrung bringen – wir können es
uns gut ausmalen.
Franz Sebald